Mein intimes Tagebuch
Zwischen mir und der Alltagsrealität kommt es oft zu Kollisionen, aus denen ich meist als Sieger hervor gehe. Aber manchmal tut es schon richtig weh und damit Sie sehen können, wie hart das Brot eines Künstlers mitunter ist, veröffentliche ich hier in unregelmäßigen Abständen mein Tagebuch.
(Alle Bilder Archiv SCHUPPEN 68, sie sind Fundsachen aus der deutschen Realität und nicht bearbeitet, sofern anderes nicht ausdrücklich erwähnt. Das kann überprüft werden und muss im Zeitalter von Photoshop erwähnt werden. Die Bilder werden größer, wenn man drauf klickt.)
25.08.2010 – Alptraum: geträumt, ich laufe über ein abgeerntetes Feld und die Strohballen rollen – immer schneller werdend – hinter mir. Am Feldende steht Thilo Sarrazin und schreit: “Wir Deutschen werden auf natürlichem Wege immer dünner.” Wache schweissgebadet auf, bestimmt ein halbes Kilo dabei abgenommen. Auf meinem Nachttisch liegt ein Foto aus dem Aptraum. Werde ich langsam verrückt? Schlage im Traumsymbol-Lexikon nach: Strohballen sind Landwirtschaftssymbole und Thilo Sarrazin soll ein dummes Schwein symbolisieren. Das Lexikon ist drei Jahre alt. Ob das alles noch aktuell ist? Da ist die Wissenschaft doch bestimmt drüber hin.

Foto aus meinem Alptraum
18.08.2010 – Ich war Stasi-Spitzel., was ich verdrängt hatte, bis ich bei der Birthler-Behörde meine Akte eingesehen habe und es mir wie SCHUPPEN von den Augen fiel. 1968 wurde ich beim 12. Humoristen Festival der DDR angeworben. Ich war als Vertreter des gerade gegründeten SCHUPPEN 68 dort. Die Anwerbung wurde dokumentiert, Bild- und transkribiertes Tonmaterial hier erstmals veröffentlicht. Ich wurde als Perspektivagent eingesetzt, sollte in der BRD-Intellektuellen- und Künstlerszene Karriere machen, für Völkerfreundschaft, Solidarität und allseitigen Humanismus agitieren und langfristig die revisionistische Bonner Imperalistenclique von innen aushöhlen. Auftrag erfüllt. Und was habe ich jetzt davon? Seit 20 Jahren bleibt mein Agentenlohn aus!

1968 – Anwerbung als Stasispitzel in Ostberlin
09.08.10 – Jahrelang habe ich die Behörden mit Eingaben und Verbesserungsvorschlägen bombardiert zur Verbesserung der katastrophalen Situation der Parkbänke. Der Zustand einer Gesellschaft wird am besten sichtbar am Zustand ihrer Parkbänke: „Es ist immer das Unscheinbare das am meisten sagt“ (Kierkegaard). Jetzt hat die Stadt endlich reagiert und letzte Woche den neuen Prototyp vorgestellt, wahlweise in rot, grün, schwarz oder gelb gehaltene, wetterfeste Modelle, deren Sitzfläche und Lehne Ebenenverstellbar sind. Bei der Vorstellung des neuen Modells sagte die stellvertretende Gender-mainstreaming Beauftragte der Grünen (links, gerade nicht im Bild), dass damit ein wichtiges Zeichen an die Zivilgesellschaft gesendet wird.

Neue Parkbänke braucht das Land – Zeichen an die Zivilgesellschaft
05.08.10 – Meine Stammkneipe um die Ecke – ein Traum in Plüsch und Discokugeln. Der frühere Besitzer hieß Zech und der jetzige heißt Kotsis. Und “Ich bin dann mal blau” ist der Titel unserer geplanten “7 Kioske Tour”, klickst Du hier. Schicki-Micki BWL Mob mit gegelten Haaren hat in dem Laden nichts verloren und ist zu unserer Tour herzlich ausgeladen! Keine Gentrifizierung – weder hier noch anderswo und auch nicht auf dem Damenklo!

Gleich um die Ecke in die 70er Jahre – meine Stammkneipe
02.08.10 – What’s left? Was ist von ‘68 außer dem SCHUPPEN 68 noch übrig geblieben? Was ist heute noch rinks oder lechts? Was übrig geblieben ist, kann man hier bewundern, gesehen am Hamburger Hauptbahnhof im Juni.

01.08.10 – Künstler werden im alltäglichen Verständnis immer noch mit der Aura des Genialen versehen. Dass die Kunstproduktion gleich dem Bierbrauen oder Auto bauen ein Broterwerb wie jeder andere ist und wie alles dem Warencharakter unserer Gesellschaft unterliegt, wird von Frieda Normalverbraucherin gerne ausgeblendet: „Ein Künstler! Ach, wie romantisch.“
Drauf geschissen.
1. Ist das oft eine elende prekäre Erwerbsgeschichte und 2. sind wir Künstler zwar bescheuert, aber daher genauso normal wie jeder andere. Wir wollen essen, trinken und kommunizieren, uns treffen. Ein Bild sagt wie üblich mehr als 1.000 Worte und dieses von 1992 im St. Pauli Kiez stellt das romantische Künstlerverständnis (Deutsche Romantik ist immer mit VORSICHT zu genießen!) vom Kopf auf die Füße.

Weiß jemand was aus der Kneipe geworden ist? Bitte melden, es gibt Freibier und Erbsensuppe.
Und vom SCHUPPEN 68 zum Club 67 (ebenfalls HH, 1992) ist es auch nur ein kleiner Schritt …

27.07.10 – Heiteres Beruferaten: welchen Beruf hat ein Mensch namens Jonte Schmatzler? Natürlich: Koch. Im “Anna Limma”, anna Limmerstr. in Hannover. SCHUPPEN Chefsatiriker Hermann “Brause” Sievers sagt: gute Küche da.
24.07.10 – Aus der Serie: Heiteres Beruferaten (In Memoriam Robert Lemke). Heute: Wie heisst der Steuerberater? Das Verhältnis zwischen Steuerberater und Kunden (=Steuerhinterzieher) wird am besten in § 129 StGB beschrieben (Bildung krimineller Vereinigungen). Es geht immer um das Abgreifen von Kohle, Piepen, Asche – zum Nachteil anderer. Heißt ein Steuerberater Mike Asche, ist größte Vorsicht geboten. Nicht weil der Mann ehrlich ist und sein Programm im Namen trägt, sondern wegen des Vornamens. Bei der Wahl der 10 unseriösesten Vornamen des Jahrzehnts kam „Mike“ auf Platz 2.

23.07.10 – Mein Zahnarzt, der Freudenhammer Urologe wäre mit dem Namen ja auch echt unpassend. Höchstens in der Ansprache:”Na, wie geht’s denn unserem kleinen Freudenhammer heute?”

Freudenhammer
22.07.10 – Sponsoring Skandal um Firma Joop! Nach einer lobenden Erwähnung des in Wahrheit natürlich übel stinkenden Mistwassers Freigeist auf dieser Seite am 21.07 schrieb ich die Firma Joop wegen Sponsoring an. Die Zeiten sind hart und auch wir Künstler müssen sehen, dass wir mit dem Arsch an die Wand kommen. Der skandalöse Schriftwechsel hier im Original:
—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: Klaus-Dieter Gleitze [mailto:gleitzek@gmx.de]
Gesendet: Mittwoch, 21. Juli 2010 08:50
An: Nina Zimmermann
Betreff: Joop Sponsoring Partnership
Sehr geehrte Frau Zimmermann,
auf unserer Internetseite gehen wir positiv auf Ihr Produkt Freigeist ein http://www.schuppen68.de/?page_id=272 . Wenn Sie Interesse an einer Kooperation in Sachen Sponsoring haben, freuen wir uns über einen Kontakt, gerne auch in einem persönlichen Gespräch. Zu unseren Sponsoren zählen bisher die Herrenhäuser Brauerei, die Fösse Apotheke, die Fleischerei Gothe, die Gaststätte Lorberg und der Getränkehandel Vogelmann. In dieses Portfolio passt das Haus Joop mit seiner Philosophie ideal.
Mit besten Grüssen
Klaus-Dieter Gleitze
Netz: www.schuppen68.de
Zeitnah – ca.10 Minuten später – erhielt ich folgende Antwort, die nur einen Schluss zulässt: die Absage hat politische Hintergründe! Ein Skandal sondergleichen! Bleiben Sie drin. Wir halten Sie auf dem Laufenden. (Rechtschreibung im Original):
„Sehr geehrter Herr Gleitze,
vielen dank für Ihre Anfrage. Leider können wir sie mit einem Joop! Sponsoring nicht unterstützen. Vielen dank für Ihr Verständnis!
Mit freundlichen Grüßen
Nina Zimmermann
LOEWS
Maximilianstr. 43
80538 München
21.07.10 – Das Internet riecht nicht – was gerade bei den derzeitigen Temperaturen ein unschätzbarer Vorteil ist. Manche Zeitgenossen (-Genossinnen weniger, bei Männern steht die Messlatte für Scham im öffentlichen Raum sehr niedrig) strömen ab 25 Grad Celsius einen strengen verwesungsähnlichen Geruch aus. Ich empfinde das als Körperverletzung. Immer wieder erreichen mich Anfragen, wie ich denn röche. Zur Zeit nach “Freigeist“: ein maskuliner Duft, der sich dem Üblichen widersetzt – geschaffen für einen Freigeist. Im Mittelpunkt steht eine unkonventionelle Mischung aus Männlichkeit und der Sinnlichkeit von wildem Jasmin. Zusätzlich überrascht die Komposition durch die extreme Frische eines Gin-Akkords und sexy-maskulin wirkendes Wildleder. Außerdem passt Freigeist ideal in unsere Produktlinie “Freibier und Erbsensuppe”. Freigeist steht für den kosmopolitischen, antinationalen Geist des SCHUPPEN 68. Wenn es einen Geruch gibt, der Aufklärung atmet, dann „Freigeist“.

Das Kunstwerk, das den Geruch hier grundiert, ist von der niedersächsischen Künstlerin Pinselquäler BRV.
20.07.10 - Auf Veranlassung der Grünen werden wöchentlich fünftausend ungeborene Deutsche zerhackt.
Dieser Brief erreichte mich als zuständigen Dienststellenleiter des SCHUPPEN 68. Er ist von Dr. rer. nat. Hans Penner. Der Name steht für ein Programm. Ursache für die im Brief angesprochene Inländerfeindlichkeit ist übrigens der Inländerrum (80%!) (auch: Strohrum, klick hier), von dessen Genuss offensichtlich der Penner, die Inländer und auch die Grünen so strohdumm geworden sind, dass ich meine Zeit mit der Abfassung von so was hier verschwenden muss. Was tut man nicht alles,, wenn man im Namen der Aufklärung unterwegs ist. Und hier der Brief in Auszügen:
„Offener Brief vom 12.07.2010 – bitte ggf. an Dienststellenleiter weitergeben
Dipl.-Chem. Dr. rer. nat. Hans Penner, Linkenheim-Hochstetten
an: Herrn Volker Beck (MdB), Grüne Partei
Sehr geehrter Herr Beck,
die Damenregierung in Düsseldorf läßt ebensowenig Gutes erwarten wie die in Berlin. Europa gleicht einem Baum mit drei kräftigen Wurzeln: Griechische Weisheit, Römisches Recht, Christliche Nächstenliebe. Die Grüne Partei sieht ihren Lebenszweck darin, diese Wurzeln abzusägen.
Wesensmerkmal der Grünen ist die Inländerfeindlichkeit. Auf Veranlassung der Grünen werden wöchentlich fünftausend ungeborene Deutsche zerhackt. Die grün dominierte Evangelische Kirche hilft kräftig mit. Eine Grüne ist EKD-Synodalvorsitzende. Die Grünen haben einen seltsamen Ehrenkodex. Wer keinen Schulabschluß hat, Polizisten mißhandelt, Mordwaffen transportiert und Terroristen ausbildet erzielt bei den Grünen Ansehen und Erfolg.
Die Grünen beschweren sich über das Sexualverhalten bestimmter Theologen, obwohl dieses zum Parteiprogramm der Grünen gehört. Man denke beispielsweise an den Umgang eines Ströbele mit Kindern. Wer ungezogene Knaben ohrfeigt, wird seines Amtes enthoben. Wer ehrenwerte Politiker ohrfeigt, wird Kulturdezernent.
Die Grünen werden von einem Mohammedaner geleitet und betreiben eifrig die Islamisierung Deutschlands. Die deutsche Bevölkerung soll ausgetauscht werden gegen andere Ethnien.
Die Grünen stört die Familienstruktur unseres Volkes. Mit Hilfe einer Homosexuellen-Diktatur bemühen sich die Grünen, diese Familienstruktur zu zerstören. …….
Ich bemühe mich um Verbreitung dieses Schreibens. Es gibt noch eine Minderheit von Bürgern, die rational denkt.
Mit freundlichen Grüßen
Hans Penner“
Mit letzterem hat er ja so was von Recht. Zu ergänzen bleibt, dass der SCHUPPEN 68 bei seiner erfolgreichen Wahlbeteiligung 1991 als erste und einzige Partei bisher in der BRD einen Inländerbeauftragten installiert hatte.
16.07.2010 – Gesehen beim SCHUPPEN 68 Sponsor Fleischerei Gothe Für Leute, denen alles Wurst ist.

vegetarians nightmare
07.07.2010 – Inspirierte Einladung zur Kunst. Der folgende Text erreichte mich unlängst von Erwin Giebelhausen, meinem Lieblingsbassisten aus den 70/80ern, der offensichtlich genauso inspiriert schreibt wie er damals Bass spielte. Wer das hören möchte und sehen, was der Mann sonst nocht macht, hat am 6.8 in der Galerie Lunar am Kötnerholzweg 54 in Hannover die Gelegenheit. Und hier der Text:
Hallo liebe Freunde,
ich lade euch herzlich zu einer kleinen Kultur/Kunstsowasgeschichte ein. Am 01.07.2010 also kommenden Donnerstag ab 17:00 im “Sofa Loft”Hannover Jordanstr.26 gibt es unter anderem auch was von mir zu sehen und zu hören. Das kann man natürlich sowieso jederzeit haben, wenn man sich mit mir trifft. Absichtlich notgedrungen oder zufällig sei mal dahingestellt. Das besondere ist aber daß ich normalerweise keinen Veranstaltungssaal mit 60 Sitzgelegenheiten und Bühnentechnik mit mir herumtrage. Heute schon. Das sollte ich eigentlich öfter machen. Ein kleiner Kurzfilmabend ist es denn. 12 Minuten Foto/Video/Musik von mir. Mein Kumpel Uwe Bindseil zeigt 2 Kurzfilme. In einem der Streifen kann man mich sogar als Darsteller bewundern. Ich stand halt dar. Vor ner Kamera. Dann gibts noch Andre Alder mit 4 ganz kurzen Streifen. Andre besitzt immerhin einen Lehrauftrag an einer Kunsthochschule. Für Qualität sollte also gesorgt sein, was man natürlich gerne in Frage stellen kann, wenn man will. Das ganze fängt PÜÜÜNKLICH an, weil es PÜÜÜNKTLICH gegen 18:00 zu ende sein muss. euer erwin
02.07.2010 – Fussball nicht nur in aller Munde. Die Kickertruppe aus Dortmund heisst offiziell ja “BVB”. Jetzt weiss ich endlich was das heisst. Für diese Information erwarte ich vom FC Schalke 05 eine Jahreskarte auf Lebenszeit.

BVB – möge der Herr/die Frau ihm eine ewige Nachspielzeit gönnen
21.06.2010 – Aus aktuellem Anlass gibt es während der WM zwecks Solidarität mit unseren Freunden aus Ghana und Serbien Freibier und Erbsensuppe in veränderter Version (unser Sponsor, die Herrenhäuser Brauerei wird es uns nachsehen): serbische Bohnensuppe und Bananenbier aus Ghana. Keep on farting und: Prost! Das Ausscheiden der BRD wird gebührend bei meinem Lieblingsjugoslawen gefeiert.

Serbische Bohnensuppe

Mein Lieblingsjugoslawe – Ausriss Speisekarte
15.06.2010 – Appetit auf den KunstHausierer am 19.06 in Hannover und lästiges zur WM
Zum KunstHausierer, einer Aktion am 19.06 in Hannover. Was das ist? Abwarten. Jeden Tag gibt es ein Häppchen mehr. Als Amuse-Gueule vor dem ersten Gang das hier:

KunstHausierer – Tagesration Hartz IV Schwarz rot gold Brot

KunstHausierer – Tagesration Hartz IV Zigaretten

KunstHausierer – Tagesration Hartz IV Toilettenpapier
Zur WM: Der hiesige Mob mault rum, weil es beim WM Public Viewing zu eng ist. Darüber wundert sich ein örtlicher Mit-Organisator dieser Veranstaltungen, die einen eklatanten, schwarzrotgold beflaggten Verstoß gegen die allgemeinen Gesetze von Anstand, Würde und Ästhetik darstellen: „Niemand hat einen Rechtsanspruch auf einen Platz beim Public Viewing“
Da hat er aber das Grundgesetz Artikel, 1 Absatz 1, nicht gelesen: “Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das beinhaltet zu Fußballweltmeisterschaften jederzeit einen allgemeinen, gleichen und freien Zugang zu Public Viewing für alle mit einem Rechtsanspruch auf Freibier und Erbsensuppe.“ Menschen anderer Hautfarbe sollten sich allerdings in bestimmten Regionen und bei deutschen Niederlagen nicht auf eine grenzenlose Akzeptanz der Würde des Menschen verlassen.
14.06.2010 – Was ist mit Lena? fragen sich in letzter Zeit viele. Kein Sterbenswort mehr über Lena in den Medien. So blöd kann auch nur fragen, wer diese Rubrik nicht liest. Sie ist am 01.06 (siehe dort) gen Himmel gefahren und sitzet zur Linken des HERRN (vollständiger Name und Adresse der Redaktion bekannt).
Was viele nicht wissen und kein Schwein interessiert: ich war eine der größten Hoffnungen des Vorkriegsfussball in der BRD. Das Foto zeigt mich, wie ich damals im EM Finale gegen Eintracht Argentinien trotz Rücklage aus schwierigster Position den Siegtreffer setze. Solche Bilder werden mich zur Kommunalwahl 2011 auf einer Welle der Begeisterung ins hiesige Rathaus schwemmen (trotz unseres nichtssagenden und langweiligen Programms).

Trotz Rücklage sicher verwandelt, die Argentinier Maradonna und Belladonna (links) können mich nicht am Schuss hindern.
11.06.2010- “Wir werden auf natürlichem Wege immer dümmer” – (Zitat Thilo Sarrazin aus Vortrag bei Unternehmerverband, u. a. weil Einwanderer mehr Kinder kriegten). Selten war der Pluralis Majestatis sinnvoller verwendet worden und nie ist Descartes Satz (“Ich denke, also bin ich und zwar im Normalfall ein Volltrottel”) passgenauer ins Bild gesetzt worden als bei diesem Urlaubsschnapsschuss von Sarrazin in Portugal (“Pienso luego existo” ist die portugiesische Übersetzung von Descartes Erkenntnis über das Volltrottelwesen des Menschen.)

Sarrazin in Portugal
07.06.2010 – Hannover, Hannover, Hannover! Während Braunschweig Adolf Hitler eingebürgert hat, wimmelt es in Hannover nur so von Lichtgestalten, die drei wichtigsten: Lena, Lenin und Lenor. Die bürgerliche Presse ergeht sich abstrusen Erklärungsversuchen über dieses Phänomen. Zum mitschreiben: die Tatsache, dass in Hannover zur Zeit soviele Menschen Kraft und Phantasie für aussergewöhnliche Leistugen entwickeln, liegt am kreativen Geist, den das Wirken des SCHUPPEN 68 wie Nektar und Ambrosianna aus einem Füllhorn über die Region ausgiesst. Diese Inspirationsquelle gibt Menschen Mut in schweren Zeiten, ungeahntes zu leisten: z. B. bezecht im Phaeton durch die Stadt zu brettern oder endlich die Jammergesänge einzustellen, wie die Scorpions. Danke! Und wir erinnern uns wermütig an die EXPO 2000 und dessen Maskottchen Twipsy, dass aussah wie der behinderte Urinfleck eines nierenkranken Watussi Rindes.

Twipsy und ich (Foto (unverwackelt): Pinselquäler brv)
01.06.2010 – Lena Himmelfahrt. Gestern ist Lena Leibhaftig in den Himmel gefahren so wie vor 2000 Jahren auch Maria klick hier . Bei den zukünftigen Eurovision Song Contests bis 2050 wird sie von einem Double vertreten, einem Mitglied des SCHUPPEN 68, das auch nicht singen kann.

Lena Double
Allerdings gehen uns jetzt langsam die Doubles aus, weil einer von uns ja schon den wahnsinnigen Wulff vertreten muss, siehe 30.05. Der Mann ist schon völlig abgenervt, weil er demnächst in seiner Doppelwulff-Rolle als Bundespräsident auf zig Empfängen abhängen muss. Zitat:“ Diese ewige Sauferei da. Das hält meine Leber nicht aus.“
Was ich eigentlich erzählen wollte, heute vor 10 Jahren war EXPO in Hannover. Es war zauberhaft. Hier der Venezuela Pavillon, dessen Dach sich wie eine Blüte auffalten konnte. Aus persönlicher Sicht fand ich gut, dass die EXPO das SCHUPPEN Projekt Erbsensuppe integrierte.

Venezuela EXPO-Pavillon

EXPO Erbsensuppe – ohne Freibier
31.05.2010 – Horst Köhler macht Platz für Lena! Dass Köhler wegen der Kritik an seinem eindeutigen Ja zu imperialistischen Wirtschaftskriegen zurückgetreten ist, glaubt im Ernst niemand. Aus gewöhnlich gutunterrichteten Kreisen verlautet, er wolle damit der Königin der Herzen, der Mutter aller Töne Platz machen: Lena. Er hat natürlich auch nicht vor der Kamera geheult, weil er eine Memme ist, die keinen Knuff verträgt, sondern vor Glück, dass wir jetzt auch eine Lady Di haben. Sogar eine lebendige. Und demnächst aufblasbar. Hier in unserem online shop! Bleiben Sie drin. Köhler wird demnächst auf eine Abschiedstour zusammen mit den Scorpinons gehen, im folgenden ein Archivfoto von einem gemeinsamen Konzert im Hammersmith Odeon 1973. Was ich aber eigentlich erzählen wollte, ist folgendes: mein Lieblingsvorsitzender ist Waldemar Wachtel, 1. Vorsitzender vom “Naturschutzbund Hannover”.

Horst Köhler & the Scorpions – Live im Hammersmith Odeon, 1973
30.05.2010, 16.37, Livebericht vom Trammplatz in Hannover, wo in wenigen Minuten mit einer Lena Erscheinung zu rechnen ist. Erste Spontanheilungen rechts und links von mir. Ein Toter neben mir ist wieder lebendig geworden, seinem Geruch nach zu urteilen befand er sich in den letzten drei Monaten im Zustand der Verwesung.

Lena Erscheinung

Deutschland geheilt
In allen Kirchen wird ab heute statt des „Ave Maria“ das „Ave Lena“ gebetet.
Hier der aktuelle Text:
Ave Lena
Gegrüßet seist du, Lena, voll der Gnade,
das Volk ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Sängerinnen,
und gebenedeit ist die Frucht deines Kehlkopfes.
Heilige Lena, Mutter Gottes,
bitte für uns Krisengebeutelte
jetzt und in der Stunde unserer Pleite.
Amen.
30.05.2010 – Und jetzt noch Lena für Ballack nachnominieren und die BRD wird Weltmeister.
Aber mal ernsthaft: Irrsinnige Szenen spielten sich gestern in Niedersachsen ab ob des Sieges von Landeskind Lena beim Eurovision Song Contest. Niedersachsen hatte das letzte Mal niedersachsenweit positive Schlagzeilen gemacht durch die Erfindung der Sturmflut 1962 und die Entdeckung der Bratkartoffel ca. 6.000 vor Christus, es hat gute Public Relation bitter nötig. So war es verständlich, dass Ministerpräsident (MP) Christian „Howling“ Wulff angesichts des Sieges in Freudentränen ausbrach und sagte: „Ich werde wahnsinnig!“. Im Bild sehen wir, wie der Wahnsinnige von einem Pfleger behutsam zur stationären Beobachtung geführt wird.

MP wird eingeliefert
Aus gewöhnlich unterrichteten Kreisen heißt es, dass in den nächsten Jahren für öffentliche Auftritte auf ein Double vom MP zurück gegriffen wird, dass ihm wie ein Ei dem anderen ähnelt. Gerüchteweise handelt es sich dabei um ein Mitglied des SCHUPPEN 68.

MP Double – zum velwechsern ähnlich
28.05.2010 – Reiten Sie nicht auf meinem Gesicht rum!

Ich und unbekannte Schöne auf der EXPO 2000 in Hannover
Ich scherze oft und gerne mit Verkäuferinnen. Meine Therapeutin sagt, dass diese Art von zwangsneurotischer Kommunikationsstörung u. a. darauf beruht, dass Verkäuferinnen die einzigen Frauen seien, die bei meinen Kommunikationsversuchen nicht fluchtartig das Weite suchen würden – weil sie qua Arbeitsvertrag an ihren Arbeitsplatz gefesselt sind. Ich spiegele diesen Ansatz sofort zurück und bemerke, dass ich für mich noch eine ähnliche Kategorie Frauen identifiziert hätte: meine Therapeutinnen.
Sie guckt auf die Uhr, sagt:“ Unsere Zeit ist heute leider um“, und verlässt das Behandlungszimmer.
Dann müssen Sie sich eben meine fürchterlich peinliche Geschichte von gestern Abend anhören, die leider bis aufs Komma wahr ist: ich scherze also zu einer sehr netten Verkäuferin, die gerade den gläsernen Verkaufstresen wienert, sie solle das nicht soo sauber machen, weil ich mich sonst zu gut darin erkennen würde. Daraufhin scherzt sie zurück, dass ich mir das mit meinem Gesicht doch noch leisten könne. Ich wehre natürlich ab, äußere Missbehagen über meine Falten etc. und so geht es munter hin und her. Mittlerweile sind zwei weitere Kundinnen im Laden, die ich nicht warten lassen möchte und im Bezahlen beende ich also wie folgt:“ Jetzt reiten Sie doch nicht so auf meinem Gesicht rum!“ Und wie das aus mir raus ist, wird mir vor Pein ganz übel, ich wünschte, ich wäre tot oder wenigstens ein Atomkrieg bräche aus. Ich verlasse fluchtartig den Laden und höre noch im Rauseilen, wie alle drei Frauen in homerisches Gelächter ausbrechen.
Morgen ziehe ich in eine andere Stadt.
27.05.2010 – Auch die Kunst macht mal Pause

26.05.2010 – Bin der festen Überzeugung, dass Zivilisation ohne Utopien, Espressomaschinen und Schilder nicht möglich. Bei manchen Hinweistafeln fasse ich mich allerdings an jenen Kopf, der für die Weiterentwicklung von Utopien die conditio sine qua non darstellt.

(Gesehen im sonst sehr charmanten Kiez von Berlin-Moabit)
Glauben die Ausschilderer im Ernst, ich würde mein Fahrrad da deponieren, wo Kinder abgestellt werden? Kinder zerkratzen den Lack, klauen die Klingel und lassen die Luft aus den Reifen!
21.05.2010 – Erich Honecker, Ziehvater des SCHUPPEN 68. Ich besitze eine der größten Privatsammlungen zeitgenössischer politischer Malerei, weit mehr als zwei Bilder. Ein Beispiel ist das Bild “Erich Honecker,1968″ von S. N.. Umfangreiches didaktisches Material mit zahlreichen bisher unbekannten, auch historischen Details, begleitet meine Sammlung. Interessant bei diesem Bild die Kategorisierung von Honecker als “Schlächter von Schrobenhausen”. Dort wütete von 1975 – 1996 der mörderische Mixa als folternder Stadtpfarrer. Welch Fluch liegt über diesem düsteren Ort!

20.05.2010 – Die rotgrüne Koalition von 1998 – 2005 trägt die Hauptverantwortung für die Deregulierung der Finanzmärkte und damit für die jetzige (Euro-) Krise. Zur Erinnerung: der damals zuständige Minister Hans Eichel und seine Staatsekretärin Barbara Hendricks, beide SPD, sind ausgebildete Lehrer (Geisteswissenschaften)! Sie verstehen also von Finanzen soviel wie ich von der Relativitätstheorie, nämlich überhaupt nichts. Banken, Hedgefonds und andere Gangs verdienen Milliarden an dieser Krise, chronisch. Wir gehen also davon aus, dass die Zusammenarbeit zwischen Finanzwirtschaft und Politik wie geschmiert lief.
Und wenn Sie auf einer Wochenendparty einen richtigen Brüller erzielen wollen, dann zitieren Sie den Titel der Doktorarbeit von Barbara Hendricks:
„Die Entwicklung der Margarineindustrie am unteren Niederrhein“
De Frau verstand sich schon damals auf Schmiermittel. Wir werden von den Hobby-Riesenökonomen Hans Eichel und Barbara Hendricks noch hören, wenn sie ihre Belohnung einstreichen in Form von höchstdotierten Grüßaugust-Vorstandsposten bei irgendeinem Konzern, einer Bank oder einem Hedgefond, siehe auch Schröder, Clement, Müller etc. etc.
Bitte beachten Sie im folgenden Kommentar-Bild das Schild „Markenschmierstoffe“ am rechten unteren Bildrand, so was kann man nicht komponieren, solche zauberhaften, poetischen Ideen liefert nur die Realität:

19.05.2010 – Prophezeiung des kanadischen Stammes der Cree: „Erst wenn der letzte Witz gerodet, der letzte Scherz vergiftet, der letzte Ulk gefangen ist, werden die Menschen feststellen, dass man Geld nicht trinken kann!“ Dass die Prophezeiung bald eintreten wird, ist spätestens seit dem Selbstmord von Donald Duck evident, der angesichts der obwaltenden Verhältnisse verständlich ist. Ich bin im Besitz von Donalds Totenmaske. 
Totenmaske Donald Duck
17.05.2010 -Harenberg, ein Ort zwischen Arsch und Eimer. Harenberg ist ein sehr unidyllischer Ort an den Nordhängen des Deisters. Das Schönste an dieser Zumutung ist seine Ortsausfahrt. Harenberg ist genauso anheimelnd wie das Bild seines Ortsrates und lässt für die koalitionspolitische Zukunft unseres Landes grauenvolles erahnen. Mir persönlich sind alle klassischen Parteien gleich unangenehm, aufmerksame Leserinnen dieser Seite wissen, dass ich eine eigene besitze. Aber was geht nur in den Eingeborenen-Schädeln von Harenberg vor, die einen Ortsrat mit 6 CDUler/innen und einer Grünen wählen?

Wanderer, kommst Du nach Harenberg
so wende Dich alsbald mit Grausen.
Hier ist schwarzgrüne Reaktion am Werk!
Die SPD lässt dort schon alle Hoffnung sausen.
11.05.2010 – Der SCHUPPEN 68 und korrespondierende Organisationen. Wir stellen ab heute in loser Reihenfolge Vereinigungen, Organisationen etc. vor, die ähnlichen Geist wie wir atmen. Heute: die Künstlergruppe “DüngerSCHUPPEN” der Schrebergartenkolonie Rosendorf in Hannover. Im folgenden sind ihre spektakulären Performances “Mettessen im Vereinsheim”, “Abholen des Knobelkönig” und “Katerfrühstück” von 1991 angesprochen. Die Performances wurden beim legendären “Stop making senf” Festival von Charles Latan 1993 in New Orleans ausgezeichnet und waren in Hannover u.a. am 09., 10. und 11.08.1991 in der Steintormasch zu sehen. Fotos davon demnächst hier.

Performance Programm Gruppe “DüngerSCHUPPEN”
10.05.2010 – Jährliche Betriebsausflug des SCHUPPEN 68 steht bevor. Einer der letzten fand in dieser Kneipe in Hamburg am Fischmarkt statt.

Fick und Fisch
Wer Vorschläge für ähnlich gestaltete Orte hat, möge sich bitte melden. Er/sie/es darf dann mitkommen. Es wird unvergesslich. Versprochen.
06.05.2010 – hottest spot north of Kinshasa

Den jungen Biologen, der mir neulich auf einem Atelierfest erzählt hat, er würde bald auf eine Bonobo Aufzucht Station klick hier in der Nähe von Kinshasa fliegen und dabei etwas bänglich drein geschaut hatte, möge dieses Foto von einer Kneipe aus meinem Stadtteil beruhigen. Wenn er die Gegend hier überlebt hat, wird ihn also Kinshasa auch nicht umbringen.
Wahrscheinlich.
03.05.2010 – Der 1. Mai war mir immer der wichtigste Feiertag im Jahr. Was geht mich z. B. auch die Eiersuche zu Ostern an – ich weiss, wo meine sind. Bei aller Solidarität übe ich natürlich auch an Gewerkschaften Kritik. Sie machen viel zu wenig vom Instrument der antizyklischen Lohnforderung Gebrauch, d. h. in der Krise hohe Lohnforderungen zu stellen. Ganz anders der SCHUPPEN 68 dagegen auf der Maikundgebung 1987, die er anführte. Leider waren unsere Lohnforderungen nicht mehrheitsfähig

Was die Forderung “Weg mit dem DFB Verbot” angeht, bin ich mir heute nicht mehr so sicher.
01.05.2010 – Gerhard Schröder hat der SPD als Volkspartei das Genick gebrochen und ist, was ihn mir persönlich noch unangenehmer macht, ein Parvenü. Außerdem hat er nachhaltig das Verhältnis der SPD zu den Gewerkschaften zerstört.Das zum heutigen 1. Mai.
Welche negativen Konsequenzen ein Kanzler Schröder haben würde, war mir lange vor seiner asozialen Agenda 2010 von 2003 bewusst. Hier ein Foto von mir von einer Mai Demo 2000, wo ich Seite an Seite mit der ArbeiterInnenklasse schreite und versuche, ihn durch den Kakao zu ziehen. Die Geschichte zeigte: hat nix genutzt.
Vae victis.

26.04.2010 – Klage gegen head&shoulders eingereicht Alles muss sich der SCHUPPEN 68 nicht gefallen lassen. Wozu gibt es ein Anti- Diskriminierungs-Gesetz? Wir stellen uns ja auch nicht mit Schildern hin “Für ein Konzernfreies Deutschland”.

Schuppenfrei? – Niemals!
18.04.2010 – Und manchmal fällt mir gar nichts mehr ein. Ob der Mann weiss, was er da geschrieben hat?

14.04.2010 – Krise. In den letzten Tagen persönliche Krise. Da geht einem die Scheiss-Wirtschaftskrise echt am Arsch lang. Sitze oft stundenlang vor leerem Papier. Schreckliches Gefühl, zumal es sich in meinem Fall um Toilettenpapier handelt.
07.04.2010 – Guido Westerwelle ist ein Hanswurst. Wie arbeiten eigentlich Künstler? Das wollten Sie schon immer mal wissen, haben sich aber nie getraut, zu fragen. Ich demonstriere Ihnen jetzt live online an einem Beispiel “work in progress”, wie ich arbeite. Also: Schritt 1 – Materialsammlung. Mir fällt ein altes Foto aus den 90ern (“Was für ein beschissenes Jahrzehnt) in die Hand:

Grossartiger Vers:
“Was der Kaiser unter den Fürsten
ist Paul Violka unter den Würsten.”
Man sieht ihn doch förmlich vor sich, wie er da im Rauchfang hängt und durchräuchert, unseren Paul Violka. Das ist Schritt 2, Imagination. Jetzt folgt der entscheidende Schritt 3, der Transfer des Ursprungmaterials in eine eigene Leistung (hier angewandt auf Tagespolitik):
“Was der Kaiser unter den Fürsten
ist Guido Westerwelle unter den Hanswürsten.”
Der Troglodyt Westerwelle ist der gerechten Lächerlichkeit anheim gegeben, der Künstler zufrieden, das Publikum rast.
So funktioniert Kunstarbeit.
31.03.2010 – Quo vadis, Nagel? Es muss ein Ruck durch Deutschlands Nagelstudios gehen! Bei mir um die Ecke ist Nagelstudio und Fusspflege. Nagelstudio Werbung ist zumeist unoriginell und langweilig. Liebe Nagelstudio Besitzerinnen, warum nicht einmal dem Rhythmus der Feiertage folgen und Themenorientiert werben?
Zu Karfreitag und Ostern bietet sich etwa folgende Werbung an :
„Problemzone Fuß? Quo vadis, Nagel? – Das muss nicht sein! Kommen Sie zu uns, wir sind nicht erst seit gestern im Geschäft!.“
Und das Ganze umrahmt mit ein, zwei Bildern, wie hier.
Mehr Mut bei der Fußpflege, es muss ein Ruck durch Deutschlands Nagelstudios gehen!

29.03.2010 – In Deutschland herrscht Krieg. Vorzugsweise zwischen Nachbarn. Die Entstehungsgeschichte eines solchen Krieges ist in den folgenden Bildern dokumentiert. Ich halte Sie auf dem Laufenden. Laut Statistischem Bundesamt (warum lese ich da eigentlich immer „Faschistischem Bundesamt“, das ist so eine unpolitische Behörde wie nur was?!) sterben jedes Jahr durch Nachbar Mörderhand 1.241 Personen. Unglaublich.
Mögliche blutige Details unseres Konfliktes entnehmen Sie bitte den üblichen Organen.
Mir tun solche Konflikte immer weh. Ich gehe damit anders um, sage zu meinen Nachbarinnen in solchen Fällen: „Aber ich liebe Euch doch alle!“
(Auf Bilder klicken, dann lesbarer)

Krieg der Nachbarn 28.03.2010
26.03.2010 – Ich riskiere einen Blick in meine Zukunft und spaziere über einen hiesigen Friedhof. Die Vergänglichkeit allen irdischen Tuns wird mir beim Anblick vom Grab des grossen Sängerführer Wilhelm Rodewald schmerzhaft bewusst und animiert mich zu einem grandiosen Zweizeiler:
Einst sang er laut und munter, jetzt ruht er still und kalt:
der grosse Sängerführer Wilhelm Rodewald.

Eher historisch, aber auch nicht schlecht, der Zweizeiler, der mir beim Nachbargrab einfällt:

Lieber hammern und sicheln
statt jammern und picheln.
Umgekehrt gilt aber das Gleiche.
23.03.2010 – Freiwillige Feuerwehr Entenhausen bei mir im Einsatz
Gestern war bei mir um die Ecke ein Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Entenhausen im Einsatz, aufs Foto klicken, dann ist es lesbarer.

(Falls der Halter des Fahrzeugs das liest, würde ich mich über einen kurzen Kontakt freuen.) Als begeisterter Donaldist der ersten Stunde war ich mit Feuereifer dabei und half den Kollegen beim stapeln der Benzinkanister. Hinterher wehmütige Erinnerungen an meine Teilnahme an einem Wettbewerb der Brauerei Mönchshof, die den besten Werbespruch für ihre Plörre suchte. Ich gewann einen Bugatti für folgenden Vers:
„Selbst Donald Duck aus Entenhausen,
ließ für Mönchshof seine Daisy sausen!“
Sorry, Donald, aber was tut man nicht alles für Kohle. Den 6 cm langen Bugatti habe ich meinem Patenkind geschenkt.
Donald hat bei mir überall Ehrenplätze, hier auf meiner Veranda. Und wenn ich das reaktionäre Eichhörnchen im braunen (!) Fell erwische, dass sich dauernd an meiner DDR Gedenkstätte vergreift, ziehe ich ihm das Fell über die Ohren.
Ich weiß, wo Du wohnst, Du Dickschwanzratte!

20.03.2010 – Tunte zum knipsen. Der Streit um die politische Korrektheit des Begriffs “Tunte” ist entschieden. Als Folge des Tuntenstreits in der Schwulenbewegung von 1973 (Info klick hier) bezeichnen sich kritische Schwule nicht selten selbstbewusst als Tunte und inszenieren sich in dieser Rolle auch gerne nach aussen. Vorbildlich verhält sich auf diesem Sektor Gran Canaria. Dort sind sogar Fotografierhinweise aufgestellt für die Touristen, die das bunte Treiben gerne einmal ablichten wollen. Es müssen nicht immer nur die Dünen von Maspalomas sein.

15.03.2010 – SCHUPPEN 68 tritt zur Wahl 2011 an, Details hier . Beim Suchen nach alten Fotos und Dokumenten von unserer Wahlteilnahme 1991 ist mir eines meiner Lieblingsfotos aus der Zeit des vorigen Jahrtausends in die Hände gefallen. Auf dem Gelände des ehemaligen SCHUPPEN 68 befand sich unser Rosa Luxemburg Pavillion, eine bezaubernde Rosen(!)–Laube, in der wir Schulungen durchführten, Agitationsabende veranstalteten und Wahlkämpfe und andere öffentliche Interventionen planten. Wenn ich sehe, wie wenig „graumeliert“ mein Haupthaar damals noch war, packt mich Wermut. Oder um mit Herbert Wehner zu reden:
“Prost!“

08.03.2010 – In einem Lehrbuch über technische Normung aus den Sechzigern des vorigen Jahrhunderts habe ich noch gelernt, Zitat:
“Selbst Bimbo hat es schon erfasst,
nur ein genormter Stecker passt.“
Dazu eine Karikatur eines Schwarzen mit Bastrock und Knochen durch die Nase, der freudestrahlend einen offensichtlich genormten Stecker in einen mit einem Missionar gefüllten Kochkessel stecken will.
Und hier ein Bild aus 2010 von einem Hersteller von geschnittenem Brot siehe auch www.bimbo.com. Es bleibt noch viel zu tun.

Als Ausgleich für soviel niederschmetterndes von der Fortschrittsfront das nächste Bild.
Im Zeitalter von Photoshop muss man dazu sagen: das ist, wie alle Bilder hier, kein bearbeitetes Bild, das Auto fährt heute noch so in Hannover rum.

25.02.2010 –Wer bin ich? Zentrale Frage meiner Existenz.
Früher hieß es nach Zechgelagen oft: wo bin ich? Und Robert Lemke frug immer: Was bin ich? Fragen über Fragen. Wenn, Sie liebe Leserinnen, herausfinden, wo ich auf dem Suchbild bin, können Sie ein kostenloses Abendessen mit mir gewinnen. Das heißt, mich kostet es nichts, weil Sie zahlen.
Ansonsten empfehle ich Deutschlands brillantestes Satiremagazin: Ohrensuppe. Klick hier.

Suchbild: Wer bin ich? Wo bin ich? Was bin ich?
18.02.2010 – Erbsensuppe und Rinderkraftbrühe aus Togo

12.02.2010- Über allen Pappnasen ist Ruh
Eine junge Autorin hat ein Buch verfasst und haufenweise von Anderen abgeschrieben, ohne die Quellen anzugeben. Trotzdem wird sie für den Leipziger Buchpreis nominiert. Das hat mich ermutigt, ein Gedicht zu schreiben, das von mir ist. Ich habe es einem namhaften Lyrikverlag angeboten und hoffe, es wird auch ein Erfolg. Exclusiv vorab für meine Tagebuchleser der Text, wobei meine Lyrik den Vorteil hat, dass sie bebildert ist:
Aschermittwoch Blues
Über allen Pappnasen
Ist Ruh,
In allen SCHUPPEN
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Sackkarren schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.

11.02.2010 – Dr.Schwanz

Und nächste Woche stelle ich Ihnen meinen Urologen vor.
09.02.2010 – Die Fuss-Sohle ist die Steckdose Ihrer Gesundheit!

Wo hängt dann der Zähler und wer liest bei mir den Strom ab?
07.02.2010 – 2. Internationales Garnelenchampionat
Besuch beim 2. Internationalen Garnelenchampionat.
Freue mich jetzt schon auf das 3.!

Und hier der drittplatzierte, Gero von Brackenbusch:

Dieser Schnappschuss spiegelt die ganze Dramatik des diesjährigen
2. Internationalen Garnelenchampionats wider!
06.02.2010 – Witzeverleih online – Leihwitz des Tages
Treffen sich zwei Freunde. “Seit gestern habe ich zu Hause ein Stinktier!” “Igittigit! Wo bewahrst du es denn auf?” “Na ja, im Schlafzimmer!” “Aber dieser fürchterliche Gestank!” “Ja – daran wird sich das Tier wohl noch gewöhnen müssen.”
05.02.2010 – Witzeverleih online – Leihwitz des Tages
Bundeskanzlerin Merkel schiebt Finanzminister Schäuble durch die Berliner Innenstadt.
Schäuble: “Schau Dir mal diese Preise an, eine Hose 10 Euro, ein Mantel 15 Euro und ein ganzer Anzug 20 Euro! Da sieht man deutlich den Erfolg unserer Wirtschaftspolitik!”
Merkel: “Aber Wolfgang – das ist das Schaufenster der chemischen Reinigung!”
04.02.2010 – Witzeverleih online – Leihwitz des Tages
Wirt: “Wilhelm, vom letzten Monat hast du bei mir noch 6 Bier stehen!”
“Kannst du ruhig wegschütten, die trinkt ja eh keiner mehr!”
03.02.2010 – Witzeverleih online
Aus aktuellem Anlass verleihe ich an dieser Stelle in den nächsten Tagen ausgesuchte Witze aus meiner Witzothek (s. auch hier). Wenn Sie einen ausgeliehenen Witz nicht mehr benötigen, mailen Sie ihn bitte wieder zurück. Danke. Und hier der Leihwitz des Tages:
Kommt ein Vertreter auf den Hof und fragt die Bäuerin:
„Wo ist denn Ihr Mann?“
„Hinten im Schweinestall. Sie erkennen ihn an der blauen Mütze.“
02.02.2010 – Heute ist der Welttag der Feuchtgebiete
klick hier Feuchtgebiete waren ja letztes Jahr in aller Munde. Das öffentliche Breittreten von Sekreten aller Art war nicht jedermanns Ding und konnte zu Wahrnehmungseintrübungen führen. So war ich z. B. beim Anblick dieses Ladens im ersten Moment etwas irritiert und dachte ideologiekritisch korrekt und empört:“ Was im Kapitalismus doch alles zur Ware wird?!“

Es war dann aber doch nur ein ganz normaler Saftladen, in dem Dessous verkauft wurden.
28.01.2010 – Gebrauchte Babies
Mir persönlich sind selbst neuwertige eher suspekt, aber wer Interesse an gebrauchten hat, kann sich bei mir wegen der Adresse des Ladens melden.

27.10.2010 – Seit Jahrzehnten faszinieren mich Sackkarren
klick hier Dieser Anblick bei Tchibo erfreute daher mein Herz doppelt: einerseits Sackkarrentechnologisch, anderseits weil hier ein kongenialer Geist der dialektischen Warenpräsentation waltete. Mehr davon!

Sackkarrenpräsentation vorbildlich
Warum nicht mal am Pflaumenstand in der Gemüseabteilung das Eierwärmer Bärchen der Firma Ohrgesicht (nicht verwandt mit Ohrensuppe klick hier ) präsentieren? klick hier
… gefüttert mit wärmendem Volumenvlies. Nicht nur für die Kleinen eine schöne Idee.
Wer wollte dem widersprechen.
26.01.2010 – Onkel Gustav, diese Drecksau!
Nach einem Hinweis eines Heidegger Forschers, der ungenannt bleiben möchte: Beachten Sie bitte die Ausschnittvergrößerung auf der Karte von meinem Onkel Gustav, dem Heidegger Schüler.

Onkel Gustav, diese Drecksau! Kein Wunder, bei dem Lehrer. Heidegger war nicht nur ein Nazi Arschloch, sondern auch sonst eine Drecksau, wie wir von Hannah Arendt wissen. Nach einer Affäre mit Heidegger entwickelte sie die sogenannte „Totalitarismus“ Theorie, derzufolge Heidegger eine „totale“ Drecksau sei. Ihr Geburtshaus ist bei mir um die Ecke (klick hier). Umgekehrt gilt dasselbe.
Jetzt geht mir diese bekloppte Kamera nicht mehr aus dem Kopf. Ist die vielleicht sogar ein Phallus Symbol? Oder doch nur ein Kamera Signifikant im Sinne der strukturalistisch-semiotischen Psychoanalyse nach Jacques Lacan? Onkel Gustav, diese alte Drecksau. Der versaut mir noch post mortem den Tag.
25.01.2010 – Mehr vom Leben
Sütterlin Schrift. Hab ich noch gelernt, obwohl die Verwendung gebrochener Druckschriften (Fraktur!) von den Nazis verboten wurde. Die Karte hat mir zur Einschulung mein Onkel Gustav aus dem Eichsfeld geschickt. Onkel Gustav war Schüler Heideggers und immer etwas kryptisch. Wieso soll man mit so einer bekloppten Kamera mehr vom Leben haben? Dieses ewige Gefummel, beim auswechseln der Filme. Das gibt nur Ärger.

… mehr vom Leben
24.01.2010 - Hole mir eine gefühlte Pizza. Sage zum Cheffe von Pizza:
“Hier hast du gefühlte 5 Euro, gib mir reale 3 zurück.“ Darauf Cheffe:
„Du Machwitz“.

“Gefühlte Pizza” – dieses Foto (Hannover, Vahrenwalderstr.) wurde uns von unserem Praktikanten „Hackfresse“ zugesandt. Endlich ist der Kerl mal zu was nutze.
15.01.2010 – Die spinnen, die Osterhasen
Genervt von Schnee und Kälte wünsche ich mir beim Einkauf, es wäre endlich Ostern. Prompt kommen mir auf unserem Boulevard zwei Osterhasen entgegen. Die spinnen, die Osterhasen.

11.01.2010 – Hier gibt es nix zu sehen
Geniale Werbekampagne am Schaufenster eines Getränkemarktes.
Jeder bleibt stehen und guckt, was es da nicht zu sehen gibt. Hinter dem auf dem Foto angesprochenen Hermann Brause verbirgt sich anders lautenden Gerüchten zum Trotzki übrigens nicht Ohrensuppe Chefsatiriker Hermann Sievers – trotz der hier erwähnten Eigenschaften klickst Du hier
10.01.2010 – Tausche Kommata gegen Dinkelbrot und welcher Philosoph war „Zitat“ noch mal?
Potzdonner, was für eine Idee: kuscheln, knutschen und kopulieren für den Weltfrieden!
Wäre Eva Braun nur ein bisschen netter zum Führer gewesen, wer weiss, was uns – und vor allem dem Rest der Welt – alles erspart geblieben wäre.
Dabei war mir z. B. der Name des Zentralorgans der vereinigten Körnerbäcker (und vor einem diesbezügl. Laden steht die hier abgebildete Tafel) dieser Republik bisher eher sympathisch: „Schrott & Doppelkorn“. Oder so ähnlich.

Wenn einem soviel Körnerweisheit widerfährt,
das ist schon eine Flasche Asbach wert.
Und uns zur Labsal und zum Trost
zitier’ ich Herbert Wehner: “Prost!“
(Erläuterungen:
- „Labsal“ wurde 2006 zum viertschönsten bedrohten Wort der deutschen Sprache gewählt. Info klick hier .
- Herbert Wehner rief u.a. folgendes am 13.03.1975 einer Rotte beleidigter Leberwürste und Schluckspechte von der CDU hinterher, die unter Protest das Bundestags-Plenum verlassen hatten, weil er ihnen mal wieder so richtig die Meinung gegeigt hatte: „Ich sage Ihnen „Prost“!“ Info klick hier
08.01.2010 – Nachtrag zu 07.01.2010
Die am 07.01.2010 für alle Brüder herbei gesehnte Sonne (inklusive Freiheit) soll natürlich auch für alle Schwestern und Transgender scheinen. Wir bitten diesen schwerwiegenden Verstoss gegen gender mainstreaming zu entschuldigen. Der politisch korrekte Text der dritten Strophe dieses Klassikers der ArbeiterInnenbewegung muss wie folgt lauten:
Brüder, Schwestern, Transgender, in eins nun die Hände,
Brüder, Schwestern, Transgender, das Sterben verlacht!
Ewig, der Sklav’rei ein Ende,
heilig die letzte Schlacht!
Wir bitten, das in allen Unterlagen zu aktualisieren.
07.01.2010 – Wo bitte geht es hier zur Sonne?
100m weiter links. Es ist ausgeschildert.

Brüder, zur Sonne, zur Freiheit …
05.01.2010 – Sarah Jessica Parker schnitt Hugh Grant die Zehennägel und ich mir die Augenbrauen.
Dass Nasen- und Ohrenhaare sowie Augenbrauen (wieso heißt es nicht Nasen- und Ohrenbrauen?) im Alter länger wachsen, macht ja evolutionsbiologisch Sinn. Wir frieren im Alter leichter und deshalb hat Mutter Natur zu Zeiten als es noch keine Zentralheizung gab, das Wachstum obiger Haare nach dem hmzigsten Lebensjahr zum Zweck der Wärmedämmung beschleunigt und verdichtet.
Erst die von Haarphobie gepeinigten Schönheitsfanatiker unserer Zeit haben diesem Haupthaar den Krieg erklärt (und nicht nur dem Haupthaar!). Und ich Vollidiot mache nach dem Coiffeurerlebnis vom 28.12.09 da auch noch mit und schneide meine Augenbrauen. Bei diesem Wetter! Jetzt friere ich mir im Gesicht den Arsch ab. Die Geschichte mit Sarah Jessica Parker ist, wie alle Geschichten hier, wahr – klick.

Ich frier mir im Gesicht den Arsch ab
29.12.2009 – Brauche ich Pflege?
Beim Schuhkauf. Verkäuferin:”Brauchen Sie etwas zur Pflege?” Ich, nach den letzten Vorkommnissen resignativ, mit einem Rest Ironiewürde:”Ja, ein Heim.” Sie:”??.” Ach, Du junges, von frischem Leder umduftetes, Geschöpf, was weisst du von den Tücken des Alters? Und wer will das alles überhaupt wissen? Ich ahne: auch im neuen Jahr mehr Fragen als Antworten. Wie auch im Falle Obi (dass die noch nicht auf die Werbeidee “Urbi et Obi” gekommen sind …)

Muss es nicht heissen:”Dem Fell wird Ihnen an das Kasse über der Ohren gezogen.”?
28.12.2009 – Bin ich jetzt so alt wie Theo Waigel?
Exkursion Portugal in Sachen Sackkarren im Süden, total spanndende Funde gemacht (klick hier), aber auch traumatisierendes: Frau an der Kasse Seilbahn Expo Gelände Lissabon fragt mich, ob ich schon 65 sei, wg. verbilligtem Eintritt. Überlege kurz in der Gondel, mich ins Meer zu stürzen. Fenster gehen aber nicht auf. Zuhause beim vorweihnachtlichen Frisörbesuch fragt mich Hairstylistin, ob sie mir auch die Augenbrauen schneiden soll. Warum nicht gleich Nasenhaare ausrasieren! Bin ich jetzt so alt wie Theo Waigel? Mit meiner Therapeutin geredet. Sagt, ich solle zukünftig an der Algarve Urlaub machen, da gibt es keine Seilbahnen. Und mir selber die Haare schneiden. Käme auch billiger. Apropos: im neuen Jahr würde sie Preise erhöhen. Ich weiss, das die Zeiten der gesellschaftsverändernden kritischen Psychologie lange vorbei sind, aber man/frau kann den Pragmatismus auch übertreiben! Warum ist seit kurzem jetzt auch der zweite obere Knopf an ihrer Bluse offen?
13.12.2009 – Mehr Mitgefühl mit Tieren in der Weihnachtszeit!
Zwickau, auf dem Weihnachtsmarkt. Entdecke Beispiel, wie man es nicht machen sollte. Wurst Wrobel giesst noch Spott über die armen Schweine aus, die demnächst durch den Wurst Wolf gedreht werden. Was bleibt den armen Viechern denn anderes übrig als an einen Weihnachtsmann zu glauben, der sie in letzter Sekunde noch rettet?

Um wieviel feinfühliger und gleichzeitig kindgerecht geht Radio Ohrensuppe in seinem Weihnachtsspecial am 25.12 von 19 – 20 Uhr auf Radio Leinehertz 106,5 mit dem Thema um! Zitat aus unserem modernisierten Kinderlied, das wir dort live a capella intonieren werden:
“Ihr Rinderlein kommet, o kommet doch all’!
Zum Schlachthof her kommet, heraus aus Eurem Stall!
Und seht, das in dieser vollblutigen Nacht
der Metzger im Schlachthof Hackfleisch aus Euch macht!”
09.12.2009 – Jedes Etikett ein Schlager, nicht einziger Versager
Immer fertig zum Gebrauch, jeder wackelt mit dem Bauch! Angesichts nahender Winterkälte flüchte ich in Erinnerungen an schöne Zeiten. Damals, als es noch Scherzetiketten gab. Heute gibt es Mario Barth und Atze Schröder. Früher war doch alles besser …

03.12.2009 – Eine Einladung zur Wiedergeburt der Gefühle
Es wird kälter und die Sehnsucht nach einer Sonne, die das Gemüt streichelt, wächst. Bis dahin hilft ein Werbezettel (heute: Flyer) einer Lokalität weiter, die nur einen Sommer lang existierte und von der heute noch jeder schwärmt, der nur einmal da war. Und das nicht allein wegen dieses Zettels …

30.11.2009 – Bekannte Weisheiten
Regen, Handschuhe auf dem Radl und die Aussicht, dass das in den nächsten Monaten eher noch schlimmer wird, lässt einen den Frühling ersehnen. Mir fällt ein Bild vom hiesigen Friedhof vom letzten Frühling in die Hände, mit einer altbekannten Weisheit:

23.11.2009 – Ein Herz für Koprophagen
Ich finde es ja positiv, wenn Fleischereien, wie im abgebildeten Fall, auch Angebote für Minderheiten offerieren. Aber mir persönlich ist ein Teller Erbsensuppe lieber.

22.11.2009 – Totensonntag: es wächst zusammen was zusammengehört
Tiefe innere Ruhe beim Anblick dieses Bildes in der Nähe eines Friedhofs. Der Anblick dieser Kreatur bereitete mir bisher körperliche Pein. Nun besteht Hoffnung …

13.11.2009 – Pornographie und Drogenverherrlichung im Fernsehen
Auf irgendeinem TV Banalkanal wird stundenlang gesendet, wie Millionen von Holzklötzchen umfallen, die vorher in jahrzehntelanger Sklavenarbeit von offensichtlich unter Drogen gesetzten Humanoiden so aufgeschichtet wurden, dass sie sich nach dem Anstoß des ersten sukzessive alle flachlegen (klick hier). Wieso man sie nicht gleich einfach irgendwo in die Ecke feuert, weiss ich nicht, wahrscheinlich stehen die Wärter der Humanoiden ebenfalls unter Drogen. Diese Entblößung menschlichen Geistes bis auf das Nullniveau hat für mich etwas pornographisches. Das es auch diametral anders geht, heiter, luftig, fast ins transzendente lappend, zeigt einmal mehr das famose Völkchen der Portugiesen: klickst du hier
Der SCHUPPEN 68 wird diesen Weltrekord brechen, allerdings nur mit LehrerInnen, ohne Matratzen und auf der A7 nach Hamburg.
Wir wissen, was für ein unglaubliches Gefühl es ist, einen Guinness Weltrekord zu brechen klick hier Dieser Endorphin Kick macht süchtig.
Vorher wird eine SCHUPPEN Delegation die bisherigen Weltrekordler zwecks Erfahrungsaustausch besuchen. Wir berichten darüber.
12.11.2009 – Meine Liebe zum Karneval wurde durch Pedro in der legendären Arbeiterkneipe “Zur Sonne” im dazu gehörigen Viertel Linden (Hannover) geweckt. Im Laufe eines mehrstündigen Zechgelages wurden wir uns immer sympathischer und in der Folge griff Pedro nach jedem Bier in eine Plastiktüte und überreichte mir daraus eine Dose Hausmacherwurst – Rotwurst, Blutwurst, Calenberger Pfannenschlag, genau das Richtige für einen formidablen Vegetarier Exorzismus. Besitzer der “Sonne” war der ebenso legendäre Otti, österreicher Vizemeister im Strassenradfahren in den Dreissigern. Vor den Schnitzeln mit Bratkoffeln seiner Frau kniete ich jedesmal anbetend nieder und wenn die dann in einem Meer von Bier und Korn schwammen, das war einfach ozeanisch. Dahin …

11.11.2009, 11.11 Uhr – Mehr Fröhlichkeit wagen! Ich begehe den Karnevalsauftakt, heute abend werde ich Luftschlangen in die Höhe werfen und mir aus der eigenen Witzothek einen Witz ausleihen. Wahrscheinlich den folgenden: “Wirt zu Hermann: “Du hast noch sechs Bier bei mir stehen!” – Hermann zu Wirt: “Kannst Du wegkippen, die trinkt doch eh keiner mehr.”

08.11.2009 – Schweinegrippe überrollt uns und wird wahrscheinlich die BRD entvölkern. Die Braunbären und Wölfe wird’s freuen, mich lässt das eher kalt. Ich habe im Februar 2006 zum Höhepunkt der Vogelgrippe, die damals die BRD entvölkerte, bereits Vorsichtsmassnahmen getroffen. 
Das lässt sich ganz leicht auch auf Schweine übertragen und wirkt definitiv. Ich hab’s damals überlebt.
05.11.2009 – Ein Militärpsychiater hat in den USA auf einem Militärstützpunkt während eines Amoklaufs 13 Menschen erschossen. Der Mann ließ sich laut Presseberichten auf Grund seiner islamischen Sozialisation u.a. noch nicht einmal mit Frauen fotografieren. Mir fällt der 34. Vers der 4. Sure des Korans ein: „Und wenn ihr fürchtet, daß (irgendwelche) Frauen sich auflehnen, dann vermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie.“ Eine ideale Grundlage für die Ausübung psychotherapeutischer Berufe. Da ist meine Therapeutin, Freud sei Dank, aus anderem Holz geschnitzt. Gestern zu mir:“ Sie leiden an Selbstüberschätzung, Größenwahn und Realitätsflucht“. Leiden? Ich genieße das und es sind die einzigen drei Strohhalme, die mich in dieser Realität noch einigermaßen bei Sinnen halten.
Starre mittelmäßig dezent auf ihre Bluse. Was glaubt die Frau wohl, warum ich mir einmal in der Woche ihr endloses Gejammer über die Auswirkungen der Krise auf ihre Praxis anhöre? Frauen sind manchmal echt naiv.
Nachtrag 31.10.2009 – Offizielle Entschuldigung
Am 31.10 habe ich mir zu Halloween einen ganz üblen Scherz geleistet, dessen Konsequenzen jetzt erst absehbar sind. Mit einer Maske verkleidet, hatte ich die GenossInnen des hiesigen SPD Ortsverein Nord (früherer Spitzname: Klein Albanien, weil links von deren Positionen nur noch die Wand war) erschreckt, die bei einem gemütlichen Umtrunk über den Besuch des ehemaligen Popbeauftragen Gabriel in der Region diskutierten. Ich hatte kaum die Worte hervorgebracht: „Hol mir ma ne Flasche Bier“, da brach Panik in der Runde aus. 
Übler Scherz mit Maske
Einer schrie: „Gott steh uns bei“, ein anderer bekreuzigte sich und murmelte etwas wie „Weiche von mir“. Leider fielen der Kassierer und die Schriftführerin in Ohnmacht, sie befinden sich zwar auf dem Wege zur Besserung, stehen aber noch unter Beobachtung, die restlichen sechs GenossInnen flüchteten unter Hinterlassung nicht zitierfähiger Flüche aus dem Versammlungslokal.
Der erste Vorsitzende hat eben bei mir angerufen und in den Hörer hyperventiliert, so muss man es wohl sagen. Er droht mir eine Anzeige wegen groben Unfugs, Hausfriedensbruch und übler Nachrede an und schloss mit den Worten: „Diesmal bist du zu weit gegangen, Politkasper!“ Zwischen Kunst und Körperverletzung ist oft nur ein schmaler Grad und diesmal habe ich wohl mal wieder daneben gelegen. Tut mir echt leid, wird bestimmt wieder vorkommen.
31.10.2009 – Mein derzeitiger Lieblingshonig aus Bayern: Breit samer.
Zum Frühstück einen Hieb aus der Polle: für den gesundheitsbewussten Schluckspecht die leberschonende Grundlage aus Bayern für das nächste Zechgelage. Breit samer sowieso, jetzt auch mit noch mehr Power in den Versionen „Vollbreit samer“ „Brettlbreit samer“ und „Hackevoll samer“. Wie ich immer sach:
Zwischen Leber und Milz – passt noch ’n Bier und ’n Pils,
Zwischen Ei und Lümmel – passt noch ’n Korn und ’n Kümmel.

25.10.2009 – Rückfahrt von Schwüblingsen über Immensen-Arpke
Vor dem Einladen der Räder in den Zug mache ich 1. die von der Bahn vorgeschrieben Lockerungsübungen an der Bahnsteigkante und 2. mir Gedanken. Ist das Schild mit der Übung oben rechts im Bild geschlechtsneutral?

Strassenschild in Arpke: Küppelsdorfer Weg. Hätte da das Arpker Dezernat für Strassenschilderbeschriftungen nicht etwas präziser sein können? Wir alle kennen Karl Knüppel, aber war es nicht im Frühherbst 1922? Waren es nicht 4 Häuser? Und welche Drogen nimmt der Arpker Strassenschilderbeschriftungsdezernatsleiter? Fragen über Fragen, mir dröhnt wieder Kopf davon …

20.10.2009 – Beim Arzt und beim Samengroßhandel
Beim Arzt, meine quartalsüblichen 3 kg Medikamente abholen. Sitze im Labor, für Grippeimpfung. Zur Sprechstundenhilfe: „Soll ich mich aus ziehen?“ Sie daraufhin: „Bloß nicht“, und nach hinten, ins Sprechzimmer: „Herr Doktor, ich nehme ab sofort einen halben Tag Urlaub.“ Ich mache also meinen Oberarm frei und denke, dass ich keine 30 mehr bin, aber muss man für Sprach-
nachlässigkeiten gleich so bitter gestraft werden?
Später beim Samengroßhandel, will für unsere Ohrensuppe Radiosatire eine Sonnenblumensamentüte „Goldener Neger“ kaufen, (siehe auch www.schuppen68.de/?p=239): „Haben Sie den Goldenen Neger?“ – „Nein, Goldene Neger kommen erst im Januar wieder rein“. – Die passenden Antworten fallen einem immer erst zu Hause ein:
„Sicher zu Heilige Drei Könige?“.
Und das geht auch gaaarnicht: Sarotti Mohr!

19.10.2009 – Erbsensuppe 1,90 und der schluckwütige Barbier von Tequila
Bei einem der SCHUPPEN 68 Sponsoren, der besten Fleischerei der Welt, Gothe, auf der Limmerstr. in Hannover gibt es heute Erbsensuppe für 1,90. Klick hier. Großartige Szene rechts am Bildrand des Filmes: der Herr mit Baseballkappe kommt am hellen Mittag mit einer leeren Kiste Bier aus einem Friseursalon! Jetzt wissen Sie auch, warum unser Radiomagazin „Ohrensuppe“ heißt: Wir sammeln einmal in der Woche bei diesem schluckwütigen Barbier von Tequila die Reste ein.
18.10.2009 – Feuer und Flamme der Depression
Herbstspaziergang. Weiter depressionsförderndes Schweinewetter. Dann dieses Bild:

Soll ich meine Depression mit Feuer und Flamme bekämpfen? Wie geht das? Wegrösten? Da ist ja der Heilprozess schlimmer als die Krankheit. Ein paar Schritte weiter die Auflösung:

Es kommt eben immer auf die Perspektive an. Abends Tröstung: ein Zweier im Lotto, beinahe ….
17.10.2009 – Schluss mit dem öffentlichen Wasserabschlagen!
Manche Männer mögen’s öffentlich: gleich Hunden markieren sie zwanghaft ihr Revier, Wasser abschlagend an jeden Baum und hinter jeden Strauch. Gegen diese öffentliche Unsitte ist die BürgerInnen Initiative des SCHUPPEN 68 „No public piss“ seit Jahren vorgegangen und hatte diesen Sommer endlich Erfolg: auf unsere Initiative hin hat der hiesige Bezirksrat an einer besonders frequentierten öffentlichen Örtlichkeit Abhilfe geschaffen. Es wurde auch Zeit! (Foto von der Einweihungsfeier)
Und ich gedenke bei dem Schweinewetter heute wehmütig des zauberhaften und langen Sommers.
14.10.09 – Im Studio, um Ohrensuppe zu produzieren, das Magazin des SCHUPPEN 68 für Satire, Kritik und Absurdes.

Nächste Sendung am 23.10. 19 – 20 Uhr, auf Leinehertz 106,5 (UKW, als Livestream auf www.Leinehertz.de ) Wieder ein brillantes Feuerwerk von hintergründiger und scharfer Satire, fundamentaler Systemkritik, unglaublich inspirierter spontaner Improvisation und absurdesten Fundstücken aus der Realität.
Neulich Einlauf vom Sender, wir sollten gefälligst nicht so dreiste Schleichwerbung für unseren Sponsor machen, die Herrenhäuser Brauerei.
Meinen Einwand, dass wir ohne die gar nicht in der Lage wären, eine einstündige Sendung durch zu halten und wir statt verdeckter Schleichwerbung, die ja verboten ist, in Zukunft einfach dreiste Direktanpreisung in jedem zweiten Satz vornehmen könnten, wischt der Sender mit einem: „Dann seid Ihr draussen!“ beiseite.
Unglaublich was man sich als Künstler heutzutage alles bieten lassen muss.
13.10 – Aufruf „Unruhe stiften“ gegen Schwarz-Gelb
Ein Aufruf linker Kulturschaffender klick hier
Wir wollen hoffen, dass die Unruhe nicht stiften geht. Bleibt die Frage: Links – was ist das? What’s left? Manche meinen, Lechts und Rinks kann man nicht velwechsern.
Ich habe keine Meinung, sondern Zahnschmerzen. Und lese, dass schwarzgelb eine Gesetzesinitiative zur Zerschlagung von Großkonzernen auf den Weg bringen will und zur Zeit mächtig mit den Gewerkschaften kuschelt. Rotgrün beharrt in Teilen nach wie vor auf der Notwendigkeit der Agenda 2010.
Soviel zur aktuellen Übersichtlichkeit der Frontverläufe zwischen lechts und rinks..
Der SCHUPPEN 68 unterzeichnet den Aufruf und empfiehlt die Weiterverbreitung.
Wenn ich aber mal nachrechne: alle Aufrufe, die alle im SCHUPPEN jemals Tätige unterzeichnet haben, ergeben aneinander gereiht die Länge der ehemaligen Demarkationslinie zur Ostzone und von dem Geld, was von den s. oben Tätigen insgesamt für Frieden, Fortschritt und Fölkerferständigung gespendet wurde, könnte man die Mauer wieder hochziehen, wenn ich da also mal nachrechne, da stellt sich mir doch Frage nach …
Nachtrag 10.10.2009 – Archivfoto von Jack Bruce und mir. 1988 gab Jack Bruce ein grandioses Konzert im RocknRoll Schuppen “Leinedomzil” und war hinterher zur After Show Party im alten SCHUPPEN 68. Es gab eine obligatorische Jamsession und was Jack von meinen Fähigkeiten als Sänger der damaligen Space Punkband “Flying Sackbarrow Brothers” hielt, sieht man auf dem Foto.
Fals jemand noch Exemplare unserer LP “Wir haben soviel um die Ohren” besitzt (die wegen des obszönen Covers nie in den Handel kam), bitte umgehend vernichten. Ich bin damit erpressbar. Seitdem singe ich nur noch a capella in unserer Radio Satire Show Ohrensuppe 
10.10.2009 – Lou Reed „Berlin“ Konzertfilm 2006 von Julian Schnabel auf 3sat. Ich habe das Vinyl (!) Original von 73, mit den fantastischen Bassläufen des inkommensurablen Jack Bruce. Der Konzertfilm ist auch schön, aber es tut schon weh zu sehen, dass einer wie Lou, ohne den der Punk nicht möglich gewesen wäre, jetzt ein Gebiss trägt. Tempi passati. Werde schmerzhaft daran erinnert, dass meine Schauspielerkarriere nie so recht voran kam wegen meiner schlechten Zähne, wie man im Gipsabdruck hier sieht
. Wache nachts mit Alptraum auf, in dem die ganze Netzgemeinde über meine Zähne lacht. Rufe sofort meine Therapeutin an, die mein Problem mit der Frage zurück spiegelt: „Wissen Sie eigentlich, wie spät es gerade ist?“
Zähne und Zeit – beides fängt ja nicht zufällig mit dem letzten Buchstaben des Alphabets an. Diese Frau ist einfach großartig. Schlafe beruhigt wieder ein. Träume Lou Reeds grandioses “rock’n roll” von 1974, mein Traum klick hier.
7.10.2009 – In Berlin sind alle Polizisten, die öffentliche Gebäude bewachen, sehr dick und in ganz Prenzlau gibt es keine einzige Apotheke. Ich habe Kopfschmerzen auf Grund einer Pilsvergiftung und finde nirgendwo eine Apotheke da. Haben die nie Kopfweh? Mir fällt der Satz von Camus ein: “Il faut s’imaginer le prenzlauerien heureux (Man muss sich den Prenzlauer als glücklichen Menschen vorstellen)“. Angeregt durch die großartige „Futurismus Ausstellung“ im Martin Gropius Bau drehe ich einen Avantgardefilm über meine Beobachtungen, klick hier.


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