{"id":10030,"date":"2019-04-14T10:46:01","date_gmt":"2019-04-14T04:46:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=10030"},"modified":"2019-04-14T16:18:05","modified_gmt":"2019-04-14T10:18:05","slug":"14-04-2019-immer-nur-jesus-maria-und-joseph","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=10030","title":{"rendered":"14.04.2019  &#8211;  Immer nur Jesus, Maria und Joseph"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190412_125253_resized.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190412_125253_resized-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"833\" class=\"alignnone size-large wp-image-10031\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190412_125253_resized-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190412_125253_resized-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190412_125253_resized-624x832.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190412_125253_resized.jpg 1548w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\nBildnis einer jungen Frau mit entbl\u00f6\u00dfter Brust. Um 1525. Berliner Gem\u00e4ldegalerie.<br \/>\nUnl\u00e4ngst weilte ich in der dortigen Ausstellung &#8222;Bellini und Mantegna&#8220;, italienische Maler der Renaissance. In Feinheiten sicher interessant, die Beiden gelten als Meister der inventione, der malerischen Erfindungen. So war bei einem Portrait der Hintergrund komplett schwarz, das hatte es wohl bis dato noch nicht gegeben. Aber die Motive waren komplett sakral, biblisch und ein begleitender Freund seufzte irgendwann zu Recht:&#8220;Immer nur Jesus, Maria und Joseph, irgendwann reicht&#8217;s.&#8220; Ausserdem lungerte da nur Bildungsb\u00fcrgerrentnervolk rum, es war vormittags. Dieses Volk kann ich echt nicht leiden, mit wichtiger Miene kenntnislos die im Feuilleton gefeierten Blockbuster abklappern und mir die freie Sicht auf die Bilder nehmen, das sch\u00e4tze ich \u00fcberhaupt nicht. Ich kann ja nicht alle beiseite rempeln.<br \/>\nAber offensichtlich waren Bellini und Mantegna Wegbereiter, denn ihre Innovationen brachen auch motivischen Neuerungen Bahn. Keine 30 Jahre sp\u00e4ter ist das obige Bild, das in einem Nebenraum hing, entstanden und da ist von der Bibel keine Rede mehr.<br \/>\nEin paar Schritte weiter, hinter der Potsdamer Br\u00fccke, wurde es sofort wieder weniger erbaulich. Nach meiner Wahrnehmung nimmt nicht nur die Zahl der Bettelnden zu (die alle immer sofort mich ansteuern,mir scheint das Wohlfahrtsgen ins Gesicht geschrieben), sondern auch die der psychisch Auff\u00e4lligen. In Berlin scheint mir das extrem auff\u00e4llig,quasi exponentiell gesteigert. Liegt das an dieser Ballung auf engem Raum, wo man den Gl\u00fccksversprechungen des Kapitalismus dauernd ausgesetzt ist, permanent von ihnen angeschrien wird, aber deren Erf\u00fcllung weiter weg als der Mond ist, unerreichbar f\u00fcr immer mehr Menschen? Ist sowas zum verr\u00fcckt werden?<br \/>\nIch weiss es nicht, aber die Fallh\u00f6he aus den Tempeln des Bildungsb\u00fcrgervolkes ist mitunter hoch und wenn die Inszenierung dort wie im vorliegenden Fall mal nicht so erbaulich ist, hat der L\u00e4rm, der Dreck, das Chaos des Molochs Berlin einen schnell wieder im Griff.<br \/>\nUnd das ist auch gut so. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bildnis einer jungen Frau mit entbl\u00f6\u00dfter Brust. Um 1525. Berliner Gem\u00e4ldegalerie. Unl\u00e4ngst weilte ich in der dortigen Ausstellung &#8222;Bellini und Mantegna&#8220;, italienische Maler der Renaissance. In Feinheiten sicher interessant, die Beiden gelten als Meister der inventione, der malerischen Erfindungen. 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