{"id":10046,"date":"2019-04-20T12:59:28","date_gmt":"2019-04-20T06:59:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=10046"},"modified":"2019-04-20T13:04:29","modified_gmt":"2019-04-20T07:04:29","slug":"20-04-2019-geht-doch-nach-drueben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=10046","title":{"rendered":"20.04.2019 \u2013 Geht doch nach dr\u00fcben!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190411_155329_resized_1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190411_155329_resized_1-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"833\" class=\"alignnone size-large wp-image-10047\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190411_155329_resized_1-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190411_155329_resized_1-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190411_155329_resized_1-624x832.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190411_155329_resized_1.jpg 1548w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Berlin, Bahnhof Friedrichstr.<\/em> In Berlin laufen so viele Verr\u00fcckte rum, da kommt es auf einen mehr oder weniger nicht an? Aus pragmatischen Gr\u00fcnden kann man das so sehen, denn wie soll das verhindert werden? Wegsperren, Zwangsjacke, Sedieren? Aus gesellschaftlichen Gr\u00fcnden stellt sich die Situation etwas anders dar und f\u00fcr Linke durchaus nicht unkompliziert. Dieser Mann auf dem Bild ist ein offensichtlich hochgradig durchgeknallter antisemitischer Verschw\u00f6rungstheoretiker, was de facto eine Tautologie ist, denn kratzt man an einem Verschw\u00f6rungstheoretiker kommt mit t\u00f6dlicher Sicherheit ein Antisemit zum Vorschein. <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/antisemitismus-in-berlin-judenfeindlichkeit-wird-dreister-und-brutaler-a-1263292.html\">Der Antisemitismus w\u00e4chst st\u00e4ndig und wird immer brutaler und dreister,<\/a> bis weit in die Mitte der Gesellschaft hinein.<br \/>\nImmer vorweg nat\u00fcrlich unsere &#8222;linken&#8220; antisemitischen Genossinnen, denen das st\u00e4ndige Wedeln mit dem Pal\u00e4stinenser-Tuch den Durchblick vernebelt hat. Ihnen rufe ich aus tiefstem Herzen eine Phrase aus der Zeit des seligen Helmut Kohl zu, die krakeelenden 68er-Revolutionslaiendarstellerinnen galt und in Richtung ehemalige Ostzone zielte:<br \/>\nGeht doch nach dr\u00fcben!<br \/>\nIn meinem Fall ist damit der Gazastreifen gemeint, wo die hiesigen Pal\u00e4stinenser-Sympathisantinnen gerne mal eine Christopher-Street-Day-Demo organisieren d\u00fcrfen, wo sie dann erleben k\u00f6nnen, welche zivilgesellschaftlichen Standards da dr\u00fcben herrschen. N\u00e4mlich gar keine, und erleben w\u00fcrden sie es auch nicht, weil ein derartiges Unterfangen sofort t\u00f6dlich endete. Dabei k\u00f6nnten die Saudis und ihre \u00d6l-Spie\u00dfgesellen mit einem Bruchteil ihres Reichtums aus dem Gazastreifen einen Ort des Wohlstandes machen, wo es Arbeit, Bildung, Krankenh\u00e4user f\u00fcr alle g\u00e4be. Und damit auch Frieden mit Israel. Bei der Umsetzung w\u00fcrden ihnen die Israelis gerne helfen, die wissen, wie man W\u00fcsten zum Bl\u00fchen bringt. Machen die Saudis aber nicht. Warum wohl?<br \/>\nEher nicht, weil sie selber Zionisten, Juden, CIA, was auch immer, w\u00e4ren, wie unser Verschw\u00f6rungsspinner in obigem Bild insinuiert. Das Gef\u00e4hrliche an solchen Leuten ist: Kein Mensch wei\u00df, was f\u00fcr eine Zeitbombe in dem Manne \u2013 und es sind fast immer M\u00e4nner \u2013 tickt und wann die wie und wo hochgeht. Eine \u2013 noch &#8211; offene Gesellschaft wie unsere muss das aushalten. Aber, und hier wird es f\u00fcr Linke spannend, wie weit muss sie es aushalten, dass ein gro\u00dfer Teil des hiesigen Antisemitismus migrantischen Hintergrund hat, dass viele dieser militanten, zornigen, jungen M\u00e4nner aus dominant muslimisch gepr\u00e4gten Kulturkreisen kommen? Also mir ist es schei\u00dfegal, welcher Religion jemand angeh\u00f6rt, Hautfarbe, Geschlecht etc. pp. besitzt, wer sich hier als Migrant an unsere durch jahrhundertelange K\u00e4mpfe erworbene Standards in der Tradition der Aufkl\u00e4rung nicht h\u00e4lt, wer in Sachen Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit, Homophobie gegen das Strafrecht verst\u00f6\u00dft, dem rufe ich zu:<br \/>\nGeht doch nach dr\u00fcben.<br \/>\nOder im Klartext: Ausweisung nach Ma\u00dfgabe des Rechtstaates. Meine Utopie \u201eMit-Ausweisung der diesbez\u00fcglich auff\u00e4llig gewordenen biodeutschen Kartoffeln\u201c l\u00e4sst sich leider noch nicht realisieren.<br \/>\nAber da kommt man als Linker schon mal in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwulit%C3%A4t\">Schwulit\u00e4ten<\/a>.<br \/>\nUnd wo bleibt das Positive? Solche Impulse kriegt man am laufenden Meter beim Flanieren durch Berlin, auch wenn sie erstmal Wut erzeugen. Nur sie, in realer, lebendiger Erfahrung, produzieren politische Erkenntnis mit Handlungsf\u00e4higkeit. Das ersetzt mir keine Zeitung und kein Buch. Ich lese tats\u00e4chlich kaum noch B\u00fccher. Da hat der Altmeister mal wieder Recht gehabt:<br \/>\n<em>Grau, teurer Freund, ist alle Theorie<br \/>\nund gr\u00fcn des Lebens gold\u2018ner Baum.<\/em><br \/>\nGoldene B\u00e4ume, die gr\u00fcn sind? Hat Goethe gekifft?!<br \/>\nFazit: Berlin geht mitunter m\u00e4chtig auf den Sack.<br \/>\nAber was soll\u2019s. Muss ja.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, Bahnhof Friedrichstr. In Berlin laufen so viele Verr\u00fcckte rum, da kommt es auf einen mehr oder weniger nicht an? Aus pragmatischen Gr\u00fcnden kann man das so sehen, denn wie soll das verhindert werden? Wegsperren, Zwangsjacke, Sedieren? Aus gesellschaftlichen Gr\u00fcnden stellt sich die Situation etwas anders dar und f\u00fcr Linke durchaus nicht unkompliziert. 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