{"id":10125,"date":"2019-05-23T11:29:13","date_gmt":"2019-05-23T05:29:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=10125"},"modified":"2019-05-23T13:46:47","modified_gmt":"2019-05-23T07:46:47","slug":"23-05-2019-natuerliche-schoenheit-klassische-eleganz-und-brand-saetze","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=10125","title":{"rendered":"23.05.2019 \u2013 Nat\u00fcrliche Sch\u00f6nheit, klassische Eleganz und Brand-S\u00e4tze"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/erbl\u00fcht.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/erbl\u00fcht-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"469\" class=\"alignnone size-large wp-image-10126\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/erbl\u00fcht-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/erbl\u00fcht-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/erbl\u00fcht-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/erbl\u00fcht-624x468.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/erbl\u00fcht.jpg 1032w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Die nat\u00fcrliche Sch\u00f6nheit eines Feldblumenstrau\u00dfes und die klassische Eleganz einer David-Austin-Edelrose gehen hier eine zauberhafte Symbiose ein und spenden \u00e4sthetischen Trost in politisch d\u00fcsteren Zeiten.<\/em> \u00c4sthetik ist eine sublime Form von Sinnlichkeit und die hohe Schule der Genussf\u00e4higkeit. Sch\u00fctzt aber leider vor Barbarei nicht. Es gibt jede Menge kultivierte Barbaren, was ein weiteres Indiz daf\u00fcr ist, dass die Kultur ein ganz zweischneidiges Ding ist, wohingegen die Zivilisation ein unter allen Umst\u00e4nden hochzuhaltendes Wesen ist. Ein Wesen, das kultivierten Barbaren, wie eben Nazis, vollkommen abgeht.<br \/>\nHitler liebte Richard Wagner, dessen Musik vor Sinnlichkeit und Wohlklang nur so strotzt und als eine vollendete Form von b\u00fcrgerlicher \u00c4sthetik betrachtet werden kann. Der von mir h\u00f6chst verehrte Friedrich H\u00f6lderlin war Leib- und Magendichter der Nazis, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Tod_f%C3%BCrs_Vaterland\">ein ganz gr\u00e4ssliches Missverst\u00e4ndnis<\/a>.<br \/>\nWir wissen nicht, ob der von mir nicht nur \u00fcberhaupt nicht verehrte sondern mit Unbehagen und Missmut betrachtete Wolfgang Sch\u00e4uble die Gedichte seines schw\u00e4bischen Landsmannes H\u00f6lderlin im Tornister tr\u00e4gt oder sogar liest und sch\u00e4tzt. Missverstandene Sentenzen als Grundlage f\u00fcr sein antiegalit\u00e4res Denken f\u00e4nde er zuhauf. Mir geht Sch\u00e4ubles Satz \u201eWahlen \u00e4ndern nichts. Es gibt Regeln.\u201c immer noch im Kopf rum. Es gibt im Netz jede Menge <a href=\"https:\/\/www.gutzitiert.de\/zitat_autor_wolfgang_schaeuble_2059.html\">Zitate von Sch\u00e4uble<\/a>, fast alles Plattit\u00fcden, hohles Stroh und Binsen, aber zu diesem h\u00f6chst brisanten Satz, gefallen in der Griechenland-Krise, fast nichts. <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/world-europe-31082656\">Die Originalquelle ist die BBC<\/a>, vertrauensw\u00fcrdiger geht es kaum:<br \/>\n<em>\u201eAlexis Tsipras believes the existing deal is a disaster and says he has a democratic mandate to demand changes. And this exposes democracy&#8217;s limits within the European Union. The German finance minister Wolfgang Schaeuble says: &#8222;Elections change nothing. There are rules&#8220;.<\/em><br \/>\nTsipras hatte zum H\u00f6hepunkt der Griechenland-Krise ein demokratisches Mandat, die asoziale Austerit\u00e4tspolitik der EU, unter Federf\u00fchrung von Sch\u00e4uble, zumindest in Teilen zu konterkarieren, um das Massenelend etwas abzumildern. Sch\u00e4uble und die EU haben ihre Regeln auf ganzer Front durchgesetzt. Welche Regeln meinte Sch\u00e4uble, die so grundlegend seien, dass sie sogar demokratische Legitimation au\u00dfer Kraft setzen?<br \/>\nDie Regeln des freien Marktes. Des Kapitalismus also, dessen Kathedralen, die Banken, unter allen Umst\u00e4nden, koste es, was es wolle, auf Kosten der Steuerzahlerinnen gerettet werden m\u00fcssen, und dessen Religion, der Glaube an die Unverletzbarkeit des Privateigentums, an die Ausbeutung also der Vielen durch die Wenigen, unter keinen Umst\u00e4nden angetastet werden darf. Koste es, was es wolle, und wenn es die Demokratie kostet. Das sind die Regeln.<br \/>\nDer Ungeist, der aus diesem Satz von Wolfgang Sch\u00e4uble spricht, ist der Ungeist von Pinochet und dessen autokratischen Widerg\u00e4ngern Putin, Orban und Erdogan, die mit allerlei Wortklimbim von Religion, Familie, Vaterland und Ehre  die Demokratie zu Fall brachten, immer im Namen der Regeln. Sollte sich bei \u201euns\u201c in demokratischen Wahlen die Mehrheit f\u00fcr eine \u00c4nderung der Religion des Privateigentums entscheiden, was absehbar bis zum St. Nimmerleinstag nicht stattfinden wird, werden Leute vom Schlage eines Sch\u00e4uble Gewehr bei Fu\u00df stehen. Und das nicht nur metaphorisch.<br \/>\nDer Satz von Wolfgang Sch\u00e4uble \u201eWahlen \u00e4ndern nichts. Es gibt Regeln.\u201c ist ein Brand-Satz, geschleudert gegen die Demokratie. Verbal geschleudert. Noch.<br \/>\nJetzt verstehen Sie, liebe Leserinnen, vielleicht besser, warum ich Dinge wie nat\u00fcrliche Sch\u00f6nheit und klassische Eleganz so sch\u00e4tze. Sonnige Restwoche und dito Gem\u00fct w\u00fcnsche ich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die nat\u00fcrliche Sch\u00f6nheit eines Feldblumenstrau\u00dfes und die klassische Eleganz einer David-Austin-Edelrose gehen hier eine zauberhafte Symbiose ein und spenden \u00e4sthetischen Trost in politisch d\u00fcsteren Zeiten. \u00c4sthetik ist eine sublime Form von Sinnlichkeit und die hohe Schule der Genussf\u00e4higkeit. Sch\u00fctzt aber leider vor Barbarei nicht. 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