{"id":10778,"date":"2020-02-08T14:45:11","date_gmt":"2020-02-08T08:45:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=10778"},"modified":"2020-02-08T14:48:38","modified_gmt":"2020-02-08T08:48:38","slug":"08-02-2020-kranke-phantasien","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=10778","title":{"rendered":"08.02.2020 \u2013 Kranke Phantasien"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200208_085101_resized.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200208_085101_resized-1003x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"638\" class=\"alignnone size-large wp-image-10779\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200208_085101_resized-1003x1024.jpg 1003w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200208_085101_resized-294x300.jpg 294w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200208_085101_resized-768x784.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200208_085101_resized-624x637.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200208_085101_resized.jpg 1497w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Kaum ist mal 1 (in Worten: ein) K\u00fcnstlerkollege zu Besuch, schon sieht\u2019s aus, als ob sich Dylan Thomas, Joseph Roth und Charles Baudelaire zu einem Arbeitstreffen verabredet h\u00e4tten.<\/em> Alle drei Autoren, jeweils Meister ihres Faches, starben im Alkoholdelirium, keine 50 geworden, beim Schwerstkiffer Baudelaire kam Syphilis dazu.<br \/>\nDer Mythos, dass zum K\u00fcnstlerleben Sex and Drugs and Alcohol dazu geh\u00f6ren wie die Gauloise zum Fr\u00fchst\u00fcck, ja, die Boheme-Existenz \u00fcberhaupt ein Zustand im Dauertran sei, d\u00fcrfte in Zeiten des Religionsersatzes \u201eK\u00f6rperkult &#038; Fitnesswahn\u201c nachhaltig zerbr\u00f6selt sein. Heute punkten Kulturproduzenten (f\u00fcr Frauen als Kulturproduzentinnen galten und gelten andere Mythen &#038; Normen im Kulturbetrieb) mit dem Bild eines l\u00e4ssig um den Hals geworfenen Handtuchs, farblich dezent kontrastierend zum verschwitzten Designer T-Shirt, nach einem Halbmarathon, in der Hand irgendein isotonisches Blubberwasser.<br \/>\nDass K\u00fcnstler durch solcherlei Sittenwandel auch substantiell professioneller geworden sind, kann ich aus meiner Erfahrung nicht best\u00e4tigen. Erst unl\u00e4ngst durfte ich wieder im Rahmen eines kleinen Projektes einen beklagenswerten Mangel an Zuverl\u00e4ssigkeit, P\u00fcnktlichkeit, Struktur erleben. Eigenschaften, die mir Hass und Mordgedanken durchs Gem\u00fct rasen lassen und meine Sichtweise best\u00e4tigen:<br \/>\nK\u00fcnstler sind wie Atomkraft und Krieg \u2013 Nein Danke und nie wieder!<br \/>\nEs sei denn, ich lasse mir im Vertragswerk schriftlich volles Sanktionsdurchgriffsrecht bei solch unfassbaren Regelverst\u00f6\u00dfen wie \u201eF\u00fcnfmin\u00fctige Versp\u00e4tung bei Treffen\u201c zusichern. Sanktionen wie Nacktes Strafexerzieren um 6 Uhr morgens bei Minusgraden und Ostwind. Oder 24 Stunden kein Alkohol.<br \/>\nDa seien aber kranke Phantasien, h\u00f6re ich da besorgte Sozialarbeiterinnen und Studienr\u00e4te aufjaulen?<br \/>\nNicht meine Phantasien sind krank, die Wirklichkeit ist es. So wird der Drops gelutscht.<br \/>\nMit diesem Eintrag, liebe Leserinnen, sehen Sie aber eine der zentralen Funktionen vom F\u00fchren eines Blogs erf\u00fcllt: Er ersetzt die Couch des Therapeuten. Einfach mal sanktionsfrei den M\u00fcll der letzten Tage von der Seele reden. Zu den weiteren Funktionen eines Blogs kommen wir demn\u00e4chst, wir werden uns dazu des Hegelschen Begriffs der \u201eDialektischen Aufhebung\u201c bedienen. Es wird spannend, bleiben Sie drin, liebe Leserinnen.<br \/>\nF\u00fcr Heute enden wir dem Fluch des g\u00f6ttlichen W.C. Fields:<br \/>\n<em>&#8222;Welcher Mistkerl hat den Korken von meinem Mittagessen geklaut?&#8220;<\/em> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaum ist mal 1 (in Worten: ein) K\u00fcnstlerkollege zu Besuch, schon sieht\u2019s aus, als ob sich Dylan Thomas, Joseph Roth und Charles Baudelaire zu einem Arbeitstreffen verabredet h\u00e4tten. Alle drei Autoren, jeweils Meister ihres Faches, starben im Alkoholdelirium, keine 50 geworden, beim Schwerstkiffer Baudelaire kam Syphilis dazu. 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