{"id":10782,"date":"2020-02-09T15:43:06","date_gmt":"2020-02-09T09:43:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=10782"},"modified":"2020-02-09T18:09:16","modified_gmt":"2020-02-09T12:09:16","slug":"09-02-2020-ob-ich-nochmal-staatsekretaer-werde-wage-ich-zu-bezweifeln","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=10782","title":{"rendered":"09.02.2020 &#8211; Ob ich nochmal Staatssekret\u00e4r werde, wage ich zu bezweifeln."},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/zeitinsel.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/zeitinsel-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"833\" class=\"alignnone size-large wp-image-10783\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/zeitinsel-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/zeitinsel-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/zeitinsel-624x832.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/zeitinsel.jpg 1548w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>An einem Sonntagmorgen, irgendwo in Neuk\u00f6lln.<\/em> F\u00fcr einen Moment war die Zeit aufgehoben, ich f\u00fchlte mich in eine Kindheit versetzt, in der es noch Laufmaschenannahmestellen gab. F\u00fcr derlei Empfindungen braucht es nicht nur Bilder wie diese, sondern auch eine ganz eigene Stimmung wie leere Stra\u00dfen, die im Gegensatz zum Gewusel des Alltags stehen, k\u00fchle Temperaturen und tr\u00fcbes Licht, ein strahlender Sommermorgen macht eher ein fr\u00f6hliches Erwarten in die Zukunft, was bringt der Tag an Sonnenwonnen, denn einen melancholischen Blick zur\u00fcck. Wenn ich dieses Foto nicht gemacht h\u00e4tte, w\u00e4re das ein fl\u00fcchtiger Moment gewesen, vergessen und verweht. So ist diese Empfindung aufbewahrt. Aufgehoben.<br \/>\nUnd damit sind wir mitten in unserer heutigen Vorlesung \u00fcber Hegels Begriff der Dialektischen Aufhebung und was das F\u00fchren eines Internetblogs damit zu tun hat. <a href=\"http:\/\/www.heidecker.eu\/Ruehmann\/Ruehmann_DFeuerzangenbowleZitate.htm\">Also, wat is en Dialektik?<\/a> Da stelle mehr uns janz dumm. Und da sage mer so : Bei der Dialektik wird das Gegenteil von einer Position behauptet und mittels der Synthese beider soll eine h\u00f6here Erkenntnis erlangt werden.<br \/>\nManchmal hilft Kiffen da auch, f\u00fchrt aber meist nur zu h\u00f6herem Bl\u00f6dsinn. Zuverl\u00e4ssiger sind da morgendliche Geistesblitze, sie sind oft das Resultat vorherigen Bem\u00fchens um Erkenntnis. Gleiches funktioniert auch beim Duschen und beim Kacken. Verlass ist da aber nicht drauf. Ich erw\u00e4hne diese Alltagsph\u00e4nomene nur, um das Wesen der Hegelschen Dialektik sinnlicher zu machen, denn Sinnlichkeit ist neben Lachen der beste Weg zur Erkenntnis.<br \/>\nWerkzeug der Dialektik ist die Dialektische Aufhebung von Widerspr\u00fcchen, in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dialektische_Aufhebung\">einem dreifachen Sinn<\/a> :<br \/>\nAufheben im Sinne von Aufbewahren, im Sinne von auf eine h\u00f6here Ebene (Stufe) heben und im Sinne von \u00fcberwinden, beenden (wie: Die Sperrstunde ist aufgehoben.) Die Widerspr\u00fcche einer Argumentation werden also nicht einfach in die Tonne gekloppt, sondern ihre bedenkenswerten Anteile bleiben erhalten, die falschen Bestandteile werden \u00fcberwunden und wir erlangen eine h\u00f6here Erkenntnis. Im Idealfall jedenfalls.<br \/>\nWas hat das mit dem F\u00fchren eines Blogs zu tun und warum ist ein Leben ohne Blog machbar, aber nicht w\u00fcnschenswert?<br \/>\nSiehe oben, Bild und Empfindung aufheben, die Funktion von Archiv &#038; Dokumentation. Alle Macht den Archivaren, sonst wird die Nachwelt Nichts erfahren!<br \/>\nIm Schreiben des Blogs werden im Idealfall eigene Argumente gegen externe abgewogen und im g\u00fcnstigen Fall ver\u00e4ndert man\/frau die eigene Sichtweise, Perspektive, und gelangt zu neuer Erkenntnis. Die Funktion von Reflexion. Und wer geht schon gerne unreflektiert ins Bett?<br \/>\nNat\u00fcrlich gibt es noch andere Funktionen beim F\u00fchren eines Blogs: Schreibschulung, Pr\u00e4zision &#038; Logik sch\u00e4rfen, das \u00e4sthetische Auge fokussieren, sich f\u00fcr Ver\u00e4nderungen \u00f6ffnen, aus der Fron der Erwerbsarbeit in das Reich der Zwangfreien Welt fl\u00fcchten f\u00fcr ein paar Momente, etc. pp (Ich arbeite gerade an einer Theorie des Blogs, dauert noch)<br \/>\nSollten Sie, liebe Leserinnen, allerdings in irgendeiner Form von irgendjemanden abh\u00e4ngig sein oder noch was irgendwas werden wollen, w\u00e4gen Sie Ihre Worte in einem Blog wohl. Ob ich z. B. mit meinen prononcierten Sentenzen in diesem Blog nochmal Staatssekret\u00e4r oder \u00e4hnliches werde, wage ich zu bezweifeln.<br \/>\nAuch kein Verlust.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An einem Sonntagmorgen, irgendwo in Neuk\u00f6lln. 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