{"id":10899,"date":"2020-03-21T15:29:42","date_gmt":"2020-03-21T09:29:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=10899"},"modified":"2020-03-21T15:33:33","modified_gmt":"2020-03-21T09:33:33","slug":"21-03-2020-man-kann-ja-nicht-24-stunden-am-tag-hypnotisiert-wie-die-zelle-vor-dem-virus-hocken-und-auf-den-angriff-warten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=10899","title":{"rendered":"21.03.2020 \u2013 Man kann ja nicht 24 Stunden am Tag hypnotisiert wie die Zelle vor dem Virus hocken und auf den Angriff warten."},"content":{"rendered":"<p> <a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200321_092725_resized.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200321_092725_resized-607x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"607\" height=\"1024\" class=\"alignnone size-large wp-image-10900\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200321_092725_resized-607x1024.jpg 607w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200321_092725_resized-178x300.jpg 178w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200321_092725_resized-768x1295.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200321_092725_resized-624x1053.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200321_092725_resized.jpg 1009w\" sizes=\"(max-width: 607px) 100vw, 607px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Aus der HAZ vom 20.03.2020 zum 250. Geburtstag von Friedrich H\u00f6lderlin.<\/em> Im Original hei\u00dft es: \u201eMit gelben Birnen \u2026.\u201c<br \/>\nRichtig ist allerdings der Satz, der auf das Gedicht folgt: \u201eIn der Rezeption dieses Poeten spielte der Wahnsinn lange die entscheidende Rolle.\u201c<br \/>\nWie man sieht, tut er das immer noch, und es ist ein Wahnsinn, der Methode hat. Nicht nur in Tageszeitungen findet fl\u00e4chendeckend eine Endredaktion, ein Lektorat, ein Korrektorat, wenigstens eine \u00dcberpr\u00fcfung auf Plausibilit\u00e4t aus Kostengr\u00fcnden nicht mehr statt. Jede Ausgabe wimmelt nur so von sinnentstellenden Fehlern. Das tut dieser Blog hier auch des \u00d6fteren. Der ist allerdings kostenlos, findet oft in Zeitbedr\u00e4ngnis statt und hat monatlich maximal 30.000 Leserinnen (visits). Das ist privates Hobby, und nicht wie eine Tageszeitung res publica.<br \/>\nDaher schrieb ich der HAZ:<br \/>\n<em>\u201eSehr geehrte Damen, Herren, Korrekturverlesende und Lektoratsvolontierende,<br \/>\nim HAZ-Artikel \u201eAus Welt und Zeit gefallen\u201c vom 20.03.2020 zum 250. Geburtstag von Friedrich H\u00f6lderlin ist Ihnen ein schwerer Fehler beim Abschreiben des Gedichtes \u201eH\u00e4lfte des Lebens\u201c unterlaufen. Dort hei\u00dft es: \u201eMit gelben Bienen h\u00e4nget \u2026\u201c<br \/>\nRichtig muss es hei\u00dfen \u201eMit rosaroten Hummeln h\u00e4nget \u2026\u201c.<br \/>\nErsatzweise: \u201e\u2026 Mit gelben Besen h\u00e4nget \u2026\u201c.<\/em><br \/>\nDer Feuilletonchef verlautbarte, der Autor sei zerknirscht.<br \/>\nWir haben im Moment sicher andere Probleme, aber man kann ja nicht 24 Stunden am Tag hypnotisiert wie die Zelle vor dem Virus hocken und auf den Angriff warten.<br \/>\nEs werden allerdings fl\u00e4chendeckend immer mehr Schrauben locker, der eingangs erw\u00e4hnte \u201eWahnsinn\u201c macht sich breit. So delirierte <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/politik-inland\/bayern-verhaengt-landesweite-ausgangsbeschraenkungen-wegen-corona-69513860.bild.html\">der diabolische S\u00f6der<\/a> in alle Mikrofone und die Bild \u00fcbernahm das willig in ihre Headline: \u201eGott sch\u00fctze unsere Heimat!\u201c Stehen die Bolschewisten schon an der Oder was? Nun Volk, steh auf und Sturm brich los? Gott &#038; Heimat in einem Satz, wenn das wieder Mode wird, wird es Zeit zum Kofferpacken. Geht aber nicht, wg. Reiseverbot.<br \/>\nIch will den Ernst der Lage nicht kleinreden, allein schon deshalb nicht, weil er alles Unsch\u00f6ne im Menschen aus dem Semibewussten nach oben, ins \u00d6ffentliche, sp\u00fclt. Mich packt Grimm, wenn ich Nachrichten kriege wie: \u201eGestern beim Italiener, war echt leer da\u201c. Wenn ich Leute geklumpt in Stra\u00dfencaf\u00e9s sitzen sehe, usw. usf., ich muss hier nicht alles runterbeten, was eh in allen Gazetten steht.<br \/>\nKeine Reisen, keine Restaurants, social distancing etc. pp. ist selbstverst\u00e4ndlich auch f\u00fcr mich oberstes Gebot. Und ausnahmsweise sch\u00e4tze ich das alternative Weicheier-Getue in meinem Kiez mal, wo die Globulischluckerinnen auf dem Erzeugermarkt und im Bioladen lieber 3 Meter Abstand statt 1,50 Meter halten.  Aber bitte sine ira et studio (hei\u00dft: Ball flachen halten, Vernunft einschalten). Ich geniesse Faulheit und die M\u00f6glichkeit zur Reflexion. Ich bin mir aber nicht sicher, ob da immer und bei Allen Gutes rauskommt, bei der Selbstbesinnung. Was erblickt ein von Frauenverachtung, Antisemitismus, Homophobie getriebener Faschist, wenn er in sich geht, einsam, zu Hause bei Mutti wohnend, vor dem PC sitzend? Vermutlich einen Abgrund von Hass, Todeswahn, Aggression \u2026 Und von denen laufen immer mehr da drau\u00dfen rum, die unter den aktuellen Zust\u00e4nden vermutlich gedeihen wie Pilze nach dem warmen Regen. Vielleicht hat der diabolische S\u00f6der doch recht: Gott sch\u00fctze unsere Highmat?<br \/>\nHalten Sie Distanz, liebe Leserinnen, in jeder Beziehung. Und sch\u00f6nes Wochenende.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus der HAZ vom 20.03.2020 zum 250. Geburtstag von Friedrich H\u00f6lderlin. 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