{"id":11072,"date":"2020-06-02T12:11:08","date_gmt":"2020-06-02T06:11:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=11072"},"modified":"2020-06-03T11:10:02","modified_gmt":"2020-06-03T05:10:02","slug":"02-06-2020-den-lastern-entrann-ich-aufgefressen-wurde-ich-von-den-kraehen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=11072","title":{"rendered":"02.06.2020 \u2013 Den Lastern entrann ich, aufgefressen wurde ich von den Kr\u00e4hen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200528_084401.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200528_084401-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"833\" class=\"alignnone size-large wp-image-11073\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200528_084401-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200528_084401-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200528_084401-624x832.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200528_084401.jpg 1548w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>In Berlin sind selbst die Kr\u00e4hen militanter als im Rest der Republik. <\/em> Als ob es nicht reichen w\u00fcrde, sich in permanente Lebensgefahr zu begeben, sobald man in Berlin ein Radl besteigt. Die Situation erinnert mich an das Gedicht von Bert Brecht:<br \/>\n<em>\u201eDen Haien entrann ich.<br \/>\nDie Tiger erlegte ich.<br \/>\nAufgefressen wurde ich.<br \/>\nVon den Wanzen\u201c.<\/em><br \/>\nWar es in Berlin schon vor Corona ein Himmelfahrtskommando, eine kleine Rad-Tour von Moabit \u00fcber Friedrichshain nach Neuk\u00f6lln zu unternehmen, kommt es jetzt einem Selbstmordversuch gleich. Es ist ja sch\u00f6n, wenn die Beschleunigung der Verkehrswende durch Corona als Chance in der Krise beschrieben wird: Das Rad als Sieger im Wettkampf der Mobilit\u00e4tssysteme. Aber unsere Gro\u00dfst\u00e4dte sind von der Infrastruktur in keiner Weise auf zus\u00e4tzliche Massen von R\u00e4dern eingerichtet, zumal die Lenker-Lenker teilweise so bescheuert fahren, als ob sie in einem Kamikaze-Bomber sitzen.<br \/>\nZu Hauptverkehrszeiten stauen sich an den Ampeln endlose Fahrradschlangen, bevor die durch sind und Autos abbiegen k\u00f6nnen, ist die Ampelphase l\u00e4ngst wieder umgesprungen. Kein Wunder, dass alle Naslang eh schon \u00fcberforderte LKWs beim Rechtsabbiegen irgendeine arme Radlersau plattwalzen. Der Schutzheilige der Radler ist Christopherus, auch der der Autofahrer, in den Kabinen der Stinker h\u00e4ngen Abergl\u00e4ubige wohl immer noch eine Figur dieses Gesellen auf. Meiner Ansicht nach sollte der Griff in die Mottenkiste der Mythologie wesentlich tiefer gehen, was Radler angeht. Ihr Gott muss der aktuellen Situation nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thanatos_(Mythologie)\">Thanatos<\/a> sein, der f\u00fcr Todessehnsucht steht. Jede Radtour nicht nur in Berlin gleicht einem Rendezvous mit diesem d\u00fcsteren Gesellen, dessen Konterpart nicht erst seit Freud ja Eros ist. Was nach \u00fcberlebter Tour nachvollziehbar wird, wenn einen beim Absteigen eine regelrecht sinnliche \u00dcberlebenslust durchstr\u00f6mt: Ich habe \u00fcberlebt.<br \/>\nUnd dann kommen die Kr\u00e4hen\u2026..<br \/>\nDa wird uns, liebe Leserinnen, doch nicht so ein kleines Virus ver\u00e4ngstigen. Also packen wir das Leben bei den H\u00f6rnern.<br \/>\n(Schr\u00e4ge Metapher; w\u00fcrde bedeuten, dass das Leben ein Ochse ist\u2026)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Berlin sind selbst die Kr\u00e4hen militanter als im Rest der Republik. 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