{"id":11200,"date":"2020-08-20T13:03:14","date_gmt":"2020-08-20T07:03:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=11200"},"modified":"2020-08-20T13:07:30","modified_gmt":"2020-08-20T07:07:30","slug":"20-08-2020-die-ehrennadel-des-50jaehrigen-jubilaeums-ans-revers-meines-smokings","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=11200","title":{"rendered":"20.08.2020 \u2013 Die Ehrennadel des 50j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums ans Revers meines Smokings."},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/M-48-Mohrenstrasse.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/M-48-Mohrenstrasse-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"469\" class=\"alignnone size-large wp-image-11201\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/M-48-Mohrenstrasse-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/M-48-Mohrenstrasse-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/M-48-Mohrenstrasse-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/M-48-Mohrenstrasse-624x468.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/M-48-Mohrenstrasse.jpg 1239w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\nBus M 48 Berlin-Mohrenstr., den ich benutze, wenn ich zum Kulturforum will, wo n\u00e4chstes Jahr die Neue Nationalgalerie wiederer\u00f6ffnen soll. Da bin ich mal gespannt. Dem deutschen Proleten werden die Kosten, die am Kulturforum verbuddelt werden f\u00fcr die Renovierung der Nationalgalerie und den Bau des Museums der Moderne, schwer zu vermitteln sein. <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/450-statt-200-millionen-euro-museum-der-moderne-wird-viel-teurer-als-gedacht\/25021780.html\">Urspr\u00fcnglich bei 100 Millionen Planung<\/a>, sind \u201ewir\u201c jetzt bei ner halben Milliarde, was aber vermutlich auch schon Makulatur ist.<br \/>\nAuf den deutschen Proleten kommen ganz anders gelagerte Kosten zu, n\u00e4mlich in Form von Lohnk\u00fcrzungen. Der Technologiewandel hin zu Digitalisierung und Elektromobilit\u00e4t bedroht hunderttausende deutlich \u00fcberdurchschnittlich bezahlte Arbeitspl\u00e4tze, nicht nur, aber vor allem in der Automobil- und Zulieferindustrie. Das ist der Kern des deutschen Facharbeiter-Wesens, einzig auf der Welt. So sieht es zumindest der deutsche Facharbeiter und seine urdeutsche Flacharbeiter-Gewerkschaft, die IG Metall, deren Mitglied zu sein ich weder Ehre noch Vergn\u00fcgen habe, es aber trotzdem immer noch bin. Schlie\u00dflich will ich die Ehrennadel des 50j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums noch ans Revers meines Smokings geheftet kriegen von irgendeinem IG Metall Oberbonzen. Als Lied w\u00fcnsche ich mir dann <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=sVFr76s_BiI\">\u201eWir sind die junge Garde des Proletariats!\u201c  <\/a><br \/>\nHossa.<br \/>\nDie Rettung eines Teils dieser Arbeitspl\u00e4tze wird teuer. F\u00fcr die Proleten. Im Gegensatz zu fr\u00fcheren Arbeitszeitverk\u00fcrzungen, siehe 40 Stunden Woche und 35 Stunden Woche, wird es diesmal nicht ohne erhebliche Lohnverluste abgehen. Konflikte um Arbeitszeitverk\u00fcrzungen geh\u00f6ren zu den h\u00e4rtesten, geht es da doch ans Eingemachte, um den Verteilungskampf zwischen Lohn und Profit. Den Kampf um die 35 Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich habe ich mitgemacht und ob das ein uneingeschr\u00e4nkter Erfolg war, dar\u00fcber streiten sich die Geister, im Gegensatz zur Kampagne \u201eAm Samstag geh\u00f6rt mein Vati mir!\u201c f\u00fcr die 40 Stunden Woche. Da geh\u00f6rte mein Vati tats\u00e4chlich sukzessive Samstags mir und trotzdem respektive gerade deshalb gab es in den Siebzigern zweistellige Lohnzuw\u00e4chse.<br \/>\nSchnee von gestern, zweistellig kann es heuer auch werden, aber als Lohnverlust. So sind nun mal die Machtverh\u00e4ltnisse. Wenn selbst die IG Metall im Vorfeld des Konfliktes nur von einem gewissen Lohnausgleich spricht, wei\u00df der Kundige, wo der Hammer h\u00e4ngt. Respektive nicht h\u00e4ngt. Und da ich Kundiger bin als unter anderem ehemaliger Delegierter der IG Metall, wei\u00df ich auch, welche erbitterten internen Konflikte es auf dem Weg dahin noch geben wird. Lohnk\u00fcrzungen kann sich der deutsche Prolet nicht leisten, da wird es richtig Krawall geben in der Bude.<br \/>\nDer Haushalt des ideellen deutschen Gesamt-Proleten ist auf Kante gen\u00e4ht. Das Haus, zwei Autos, zwei Kinder, zwei Ehen, zwei Urlaube im Jahr, das alles will finanziert sein, und daf\u00fcr stehen potentiell zwei Herzinfarkte ins Haus. Selbst wenn da nur 5 Prozent Netto fl\u00f6ten gehen, steht \u00dcberschuldung und Privatinsolvenz vor der T\u00fcr. 10 Prozent aller doitschen Haushalte sind jetzt schon \u00fcberschuldet. Tendenz: steigend. Nach Corona, was vor Corona ist, Tendenz: Explodierend.<br \/>\nIch w\u00fcnsche allen Leserinnen ein herrliches Wochenende. Und falls Sie sich wundern, wieso das dieses Mal sprachlich so geschlechterunsensibel abging: wenn es \u00fcberhaupt eine M\u00e4nnerdom\u00e4ne gibt neben der katholische Kirche und dem Fu\u00dfball, dann ist es das deutsche Flacharbeiterwesen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bus M 48 Berlin-Mohrenstr., den ich benutze, wenn ich zum Kulturforum will, wo n\u00e4chstes Jahr die Neue Nationalgalerie wiederer\u00f6ffnen soll. Da bin ich mal gespannt. Dem deutschen Proleten werden die Kosten, die am Kulturforum verbuddelt werden f\u00fcr die Renovierung der Nationalgalerie und den Bau des Museums der Moderne, schwer zu vermitteln sein. 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