{"id":11214,"date":"2020-08-28T16:20:41","date_gmt":"2020-08-28T10:20:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=11214"},"modified":"2020-08-28T16:23:02","modified_gmt":"2020-08-28T10:23:02","slug":"28-08-2020-das-kann-ja-eiter-werden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=11214","title":{"rendered":"28.08.2020 \u2013 Das kann ja Eiter werden"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Klaus-Eiter-Gleitze.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Klaus-Eiter-Gleitze-1024x640.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"391\" class=\"alignnone size-large wp-image-11215\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Klaus-Eiter-Gleitze-1024x640.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Klaus-Eiter-Gleitze-300x188.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Klaus-Eiter-Gleitze-768x480.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Klaus-Eiter-Gleitze-624x390.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Klaus-Eiter-Gleitze.jpg 1680w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Klaus-Eiter Gleitze.<\/em> Aber die Forderung nach einer Landeswohnungsbaugesellschaft ist richtig und das Foto ist auch recht flott. Ich sehe darauf noch durchaus r\u00fcstig aus. Heiter stimmen mich auch Mails von Kulturschaffenden mit der Anrede \u201eLiebe Freunde der Kunst\u201c. Schon in der Anrede trennt sich bei Kulturschaffenden die Spreu vom professionellen Weizen. Die Anrede \u201eLiebe Freunde\u201c unterschl\u00e4gt die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung, das ist unh\u00f6flich und, viel schlimmer: unprofessionell. Kein Mensch schreibt ja heutzutage im Beh\u00f6rdenverkehr \u201eSehr geehrte Herren\u201c, sondern \u201eSehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren\u201c, aus professionellen Gr\u00fcnden.<br \/>\nDiejenigen, die die Anrede \u201eLiebe Freunde\u201c verwenden, sind meist nicht erfolgreiche, gescheiterte Existenzen. Erfolgreiche, professionell Arbeitende benutzen selbstverst\u00e4ndlich sowas wie \u201eLiebe Freundinnen und Freunde der Kunst\u201c. Aus meiner leidvollen Erfahrung setzt sich mangelnde Professionalit\u00e4t bei Kulturschaffenden in alle Bereiche fort: Verl\u00e4sslichkeit, Struktur, P\u00fcnktlichkeit usw. usf. So \u00fcberaus angenehm die Kooperation z. B. mit den <a href=\"https:\/\/www.improkokken.de\/\">Improkokken<\/a> war im Rahmen von Fl\u00fcchtlingstheaterprojekten, so sehr grenzte mitunter diejenige mit bildendenden K\u00fcnstler*innen derartig an K\u00f6rperverletzung f\u00fcr mich, dass ich mir sowas in diesem Leben nicht mehr antue.<br \/>\nDie Trennlinie verl\u00e4uft auch oft zwischen denen, die entweder in b\u00fcrgerlichen Erwerbsberufen arbeiten oder gearbeitet haben und denjenigen, die nur auf die Karte \u201eKunst\u201c gesetzt haben. Erstere haben zumindest eine Ahnung davon, dass man bei Terminen wenigstens den richtigen Tag einhalten sollte, von der richtigen Stunde will ich gar nicht reden.<br \/>\nFalls Sie, liebe Leserinnen, Vorurteile gegen\u00fcber K\u00fcnstler*innen haben, was b\u00fcrgerliche Tugenden angeht, seien Sie Sie versichert: Die Realit\u00e4t \u00fcbertrifft Ihre Vorurteile mitunter um L\u00e4ngen.<br \/>\nWas obig erw\u00e4hnte Anrede angeht, ist das nat\u00fcrlich angesichts der Pandemie, angesichts der Covidioten, von Donald Trump, der Klimakatastrophe etc. pp. eine Petitesse und nat\u00fcrlich ist <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gender_Pay_Gap\">Gender-Pay-Gap<\/a> das erheblich gr\u00f6\u00dfere Problem als geschlechtersensible Sprache. Aber wer immer noch nicht begriffen hat, dass irgendwo angefangen werden muss, dem ist nicht zu helfen.<br \/>\nAuf Dauer wird sich das Gendersternchen * durchsetzen. Wer ein bisschen vom Wissenschaftstransfer in die Praxis von Beh\u00f6rden, Verb\u00e4nden und letztlich auch Unternehmen versteht und ein Gesp\u00fcr f\u00fcr Sprachprozesse in der Praxis hat, wei\u00df das und richtet sich allein aus professionellen Gr\u00fcnden drauf ein.<br \/>\nZum Schluss ein mea culpa. Mater peccavi, auch ich habe ges\u00fcndigt. Vor Jahren hinterlie\u00df ich in Ver\u00f6ffentlichungen den Hinweis: \u201eAus Gr\u00fcnden der Leserlichkeit wird die m\u00e4nnliche Form verwendet. Frauen sind nat\u00fcrlich immer mit gemeint.\u201c<br \/>\nDas ist an \u00dcberheblichkeit und D\u00e4mlichkeit kaum zu \u00fcberbieten.<br \/>\nIn zehn Jahren hat sich das Thema eh erledigt, siehe Einf\u00fchrung der Gurtpflicht und das Rauchverbot in Restaurants. Um sowas wurden mal Glaubenskriege gef\u00fchrt, als ob der Untergang des Abendlandes bevorst\u00fcnde. Niedlich.<br \/>\nIch w\u00fcnsche Ihnen, liebe Leserinnen (die M\u00e4nner sind nat\u00fcrlich immer mit gemeint), ein putziges Wochenende.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klaus-Eiter Gleitze. Aber die Forderung nach einer Landeswohnungsbaugesellschaft ist richtig und das Foto ist auch recht flott. Ich sehe darauf noch durchaus r\u00fcstig aus. Heiter stimmen mich auch Mails von Kulturschaffenden mit der Anrede \u201eLiebe Freunde der Kunst\u201c. Schon in der Anrede trennt sich bei Kulturschaffenden die Spreu vom professionellen Weizen. 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