{"id":11263,"date":"2020-09-20T14:51:16","date_gmt":"2020-09-20T08:51:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=11263"},"modified":"2020-09-20T14:54:31","modified_gmt":"2020-09-20T08:54:31","slug":"20-09-2020-entweder-geht-diese-scheussliche-tapete-oder-ich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=11263","title":{"rendered":"20.09.2020 \u2013 Entweder geht diese scheu\u00dfliche Tapete \u2013 oder ich."},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20200913_091552_resized.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20200913_091552_resized-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"833\" class=\"alignnone size-large wp-image-11264\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20200913_091552_resized-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20200913_091552_resized-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20200913_091552_resized-624x832.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20200913_091552_resized.jpg 1548w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>K\u00fcrbis und Rosen.<\/em> Stilleben aus meinem Garten auf dem K\u00fchlschrank. In Anlehnung an die Parole <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brot_und_Rosen_(Slogan)\">\u201eBrot und Rosen\u201c<\/a> der Gewerkschafts- und Frauenbewegung. Seit gef\u00fchlten Jahrzehnten kochen die M\u00e4dels K\u00fcrbissuppe, schmeckt nach nix, au\u00dfer da ist Kiloweise Ingwer und M\u00f6hre dran. Was ist nur aus der guten, alten Erbsensuppe geworden? Solchen und \u00e4hnlichen Kulturph\u00e4nomen und gesellschaftlichen Wandlungen versuche ich in diesem Blog seit gef\u00fchlten Jahrzehnten auf die Spur zu kommen. Anhand von Beispielen aus verschiedenen Sph\u00e4ren, wie Politik anhand des Zerfalls der SPD, Kultur anhand von Sprachkonflikten und dem Niedergang des ehemaligen Proletariersports Fu\u00dfball, aber auch Kunst. Immer verbunden mit dem \u201esubjektiven Faktor\u201c. Auch so ein Betroffenheits-Kampfbegriff aus der Entstehungszeit der K\u00fcrbissuppe in deutschen M\u00e4delshaushalten.<br \/>\nAu\u00dfer dem tendenziellen und allgemeinen Verfall in der Welt von Sitte, Anstand, Stil und Reflexion ist bei meiner Spurensuche nix rumgekommen, Verrohung an allen gesellschaftlichen Fronten. Manchmal hab ich das Gef\u00fchl, dass die Auseinandersetzung mit obigen Ph\u00e4nomenen unter meinem Niveau ist. Was soll man noch zu einer SPD sagen, die sowas wie Scholz zum Kanzlerkandidaten macht?<br \/>\nSoll ich mich echt an alten wei\u00dfen M\u00e4nnern abarbeiten anhand der Gendersprache?<br \/>\nOder soll ich ein \u00dcberbau-Ph\u00e4nomen wie Fu\u00dfball kommentieren, so wesentlich es auch f\u00fcr die Verdumpfung der Gesellschaft ist, wenn sogar die Frankfurter Allgemeine merkt, dass der Fu\u00dfball krank ist? Auf ein Niveau mit der Frankfurter Allgemeinen \u2026?<br \/>\nDa halte ich es doch zumindest zeitweise lieber mit der Frage, welche Rose, siehe oben, f\u00fcr welches Knopfloch. Das sind Fragen, die sich auch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oscar_Wilde\">Oscar Wilde<\/a>, der letzte gro\u00dfe Dandy klassischer Pr\u00e4gung gestellt h\u00e4tte. Die Figur des Dandy wurde auf Grund sich wandelnder gesellschaftlicher Bedingungen vom <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flaneur\">Flaneur<\/a> abgel\u00f6st, der untrennbar verbunden ist mit der Entstehung von Warenh\u00e4usern als Konsumtempeln und dem Aufbl\u00fchen von Metropolen. Beide, der Dandy und der Flaneur, sind opulente, sich selbst inszenierende Gegenentw\u00fcrfe zum bigotten katholischen Spie\u00dfer und protestantisch-kapitalistischen Arbeitsmythos. Beiden gilt die Welt der Erwerbsarbeit Nichts. Was man sich leisten k\u00f6nnen muss.<br \/>\nOscar Wilde war dar\u00fcber hinaus auch Sozialist, der S\u00e4tze schrieb, die zur Digitalisierung passen wie Faust auf Auge, nur dass er sie damals, 1891, \u201eMaschine\u201c nannte:<br \/>\n<em>\u201eDer Mensch ist f\u00fcr Besseres geschaffen, als Dreck aufzuwirbeln. All diese Arbeiten sollte eine Maschine ausf\u00fchren\u2026 W\u00e4re diese Maschine das Eigentum aller, so w\u00fcrde jedermann Nutzen daraus ziehen.\u201c<\/em><br \/>\nWilde starb verarmt im Exil, nachdem er wegen Homosexualit\u00e4t in England im Zuchthaus gesessen hatte. Seine letzten Worte:<br \/>\n<em>\u201eEntweder geht diese scheu\u00dfliche Tapete \u2013 oder ich.\u201c <\/em><br \/>\nDiese Worte und Wildes Gesinnung im Hinterkopf habend, werde ich jetzt mein Beinkleid zurecht legen, um demn\u00e4chst die Gegend um den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Viktoria-Luise-Platz\">Viktoria-Luise-Platz<\/a> flanierend zu durchmessen.<br \/>\nVorher muss ich aber noch arbeiten. Am Sonntag. Bis in die Nacht.<br \/>\nOb ich so die Aufnahme in die Gilde der Flaneure und Dandys jemals schaffe \u2026.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcrbis und Rosen. Stilleben aus meinem Garten auf dem K\u00fchlschrank. In Anlehnung an die Parole \u201eBrot und Rosen\u201c der Gewerkschafts- und Frauenbewegung. Seit gef\u00fchlten Jahrzehnten kochen die M\u00e4dels K\u00fcrbissuppe, schmeckt nach nix, au\u00dfer da ist Kiloweise Ingwer und M\u00f6hre dran. Was ist nur aus der guten, alten Erbsensuppe geworden? 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