{"id":11691,"date":"2021-03-14T16:40:16","date_gmt":"2021-03-14T10:40:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=11691"},"modified":"2021-03-14T16:41:08","modified_gmt":"2021-03-14T10:41:08","slug":"14-03-2021-naive-rachegelueste","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=11691","title":{"rendered":"14.03.2021 \u2013 Naive Rachegel\u00fcste"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/20210313_084336_resized.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/20210313_084336_resized-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"833\" class=\"alignnone size-large wp-image-11692\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/20210313_084336_resized-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/20210313_084336_resized-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/20210313_084336_resized-624x832.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/20210313_084336_resized.jpg 774w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Plakat an einem Altglas-Container, Hannover.<\/em> Nicht nur in Berlin erz\u00e4hlen Plakate Geschichten von einer anderen Welt. Ideologiekritisch k\u00f6nnte man hier einiges bem\u00e4keln, ein angestellter Chef w\u00e4re z. B. auch nur besser bezahlter Lakai des Kapitals. Dar\u00fcber hinaus stellt sich angesichts vom am Firmament heraufziehendem Seuchen-Armageddon und sich selbst verst\u00e4rkenden Klimakatastrophen schon die Frage nach dem Klassen\u00fcbergreifenden Interesse am gattungsgeschichtlichen \u00dcberleben der Spezies Mensch. Aber diese Kritik zielt am Medium Plakat vorbei, das von Zuspitzung, Verk\u00fcrzung, Dramatik, Verst\u00e4ndlichkeit, Irritation und Akzeptanz lebt. Ellenlange Bleiw\u00fcsten, so informativ sie sein m\u00f6gen, verfehlen da ihren Zweck. F\u00fcr vertiefende Infos beim Medium Plakat hat heutzutage jede auf ihrem Handy einen QR &#038; Barcode Scanner. Das fehlt auf den Plakaten, es ist eine ganze Serie, noch, aber ansonsten sind da Profis am Werk, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=On4C6EOFWMI\">medial auf der H\u00f6he der Zeit,<\/a> mit Drohnen\u00e4sthetik arbeitend, nicht mit altlinkem Kitsch behaftet, der auf Plakaten gerne mal den zornigen Proleten mit geballter Faust und Schraubenschl\u00fcssel zelebriert. Gruselig. Auf diesem Plakat ist &#8211; zeitgem\u00e4\u00df &#8211; das digitale Prekariat Ikone und Ziel zugleich.<br \/>\nUnd was mich am meisten freut: Lauter junge Leute, die hier teilweise fr\u00f6hlich durch meinen Kiez hopsen. Von wegen, die Jugend taucht nix. Es gibt sie noch, die Engagierten, die ein bisschen anders drauf sind als Karriere-Jusos, wo Kevin K\u00fchnert schon als Ausbund kritischen Bewusstseins gefeiert wird (Von korrupten Hanswursten wie Philip Amthor ist hier nicht die Rede, solche Kreaturen sind nicht satisfaktionsf\u00e4hig). Kevin, wir sprechen uns in zwei Legislaturperioden wieder, wenn Du dann im Sozi-Vorstand sitzend Olaf-Scholziaden von Dir gibst. Wenn die SPD bis dahin noch im Bundestag ist.<br \/>\nMeine Wette f\u00fcr die Wahl heute in Ba-W\u00fc: SPD unter 10 Prozent. Ich hoffe, ich liege falsch. Nichts w\u00e4re falscher als in naiven Agenda 2010-Rachegel\u00fcsten schwelgend der SPD den Untergang zu w\u00fcnschen angesichts der Alternative, die eine f\u00fcr Deutschland ist und damit in den brauen Sumpf f\u00fchrt. Der Claim auf dem Plakat trifft es schon, die ideologische Funktion des Fu\u00dfballs auf den Punkt gebracht: Panem et circenses, die Vertuschung des Klassenkonfliktes.<br \/>\nSolange es junge Leute wie die von direction f gibt, die das engagiert und kreativ auf den Punkt bringen und \u00fcber den Horizont von wei\u00dfen. alten M\u00e4nnern wie mir hinaus entwickeln, besteht noch ein Funken Resthoffnung.<br \/>\nMann, das war ja wieder ein Wort zum Sonntag. Ich sollte Wanderprediger werden. Frost- und Frustfreien Start in die Woche, liebe Leserinnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Plakat an einem Altglas-Container, Hannover. Nicht nur in Berlin erz\u00e4hlen Plakate Geschichten von einer anderen Welt. Ideologiekritisch k\u00f6nnte man hier einiges bem\u00e4keln, ein angestellter Chef w\u00e4re z. B. auch nur besser bezahlter Lakai des Kapitals. 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