{"id":11889,"date":"2021-06-11T11:49:33","date_gmt":"2021-06-11T05:49:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=11889"},"modified":"2021-06-11T11:51:47","modified_gmt":"2021-06-11T05:51:47","slug":"11-06-2021-naemlich-oldenburg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=11889","title":{"rendered":"11.06.2021 \u2013 N\u00e4mlich Oldenburg"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/eros-center.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/eros-center-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"833\" class=\"alignnone size-large wp-image-11890\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/eros-center-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/eros-center-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/eros-center-624x832.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/eros-center.jpg 1548w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Irgendwo in Oldenburg. <\/em> Diesen Phahl im Vordergrund kann man sich nicht ausdenken, sowas serviert nur die Wirklichkeit.<br \/>\nDass mir Oldenburg mal als s\u00fc\u00dfe Verhei\u00dfung von frischer Freiheit und frohem Flaneurtum unterkommen w\u00fcrde, h\u00e4tte ich pr\u00e4-pandemisch nie gedacht. Ist aber so. Meine erste Reise \u2013 der Zustand von Reise tritt f\u00fcr mich immer dann ein, wenn es im Reisegef\u00e4hrt zur Lekt\u00fcre eines Journales und dem Verzehr einer Brotzeit kommt &#8211; seit x Monaten f\u00fchrte mich auf dienstlichen Pfaden nach Oldenburg. Hatte ich vor kurzem noch dar\u00fcber r\u00e4soniert, dass die Einschr\u00e4nkungen durch die Seuche zu einer m\u00e4hlichen Akzeptanz, ja f\u00f6rmlichen Begr\u00fc\u00dfung dieses freudlos-reizreduzierten Lebens, dieses monatelangen Vagabundierens auf den ewig gleichen Pfaden mit dem Anblick der ewig gleichen Bilder, Eindr\u00fccke, Perspektiven f\u00fchren w\u00fcrde, einfach weil der Mensch durch die normative Kraft des Faktischen so niedergedr\u00fcckt wird, dass nur eins bleibt, um nicht Schaden an der Seele zu nehmen: Sich f\u00fcgen in das Unab\u00e4nderliche, so kam es unl\u00e4ngst ganz anders. N\u00e4mlich Oldenburg.<br \/>\nFreiheit. Abenteuer.<br \/>\nDieses Prickeln im Gem\u00fct beim Besteigen des Zuges, diese staunende Begr\u00fc\u00dfung des vorbeisausenden Gr\u00fcnpanoramas, dieses z\u00f6gernde Herumtapsen beim Umsteigen, dieses wohlige Erschauern beim Begr\u00fc\u00dfen analoger Humanoiden, dieses adrenalinige Rauschen in den Adern bei den schier nicht mehr f\u00fcr m\u00f6glich gehaltenen Worten meines Intros: \u201eIch bedanke mich f\u00fcr die Einladung, freue mich, hier und heute teilanalog zu sein und begr\u00fc\u00dfe jetzt auch die hybrid Zugeschalteten.\u201c Oder so \u00e4hnlich.<br \/>\nWorte von derartig historischer Tragweite, jedenfalls f\u00fcr mich, formuliert man nicht vor, die muss einem der Genius loci eingeben. Von daher m\u00f6chte ich lieber nicht wissen, was ich da wirklich von mir gegeben habe.<br \/>\nSolche Reisen nutze ich, wann immer m\u00f6glich, zu kurzen Momenten des Flanierens und sei es f\u00fcr ein St\u00fcndchen. Kein Ort der Welt kann so erb\u00e4rmlich sein, dass er im freien Fluten des Weges nicht wenigstens ein Bild hergibt, das bisher ungekannt war, einen winzigen, kleinen Eindruck, der f\u00fcr einen Moment den Denkapparat anregt, das Humorzentrum reizt oder das \u00c4sthetikempfinden in Wallung bringt. Wie dieses Dach einer ehemaligen Tankstelle aus den 50ern in Oldenburg. Ja, in Oldenburg.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/tankstelle.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/tankstelle-1024x640.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"391\" class=\"alignnone size-large wp-image-11891\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/tankstelle-1024x640.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/tankstelle-300x188.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/tankstelle-768x480.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/tankstelle-624x390.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/tankstelle.jpg 1116w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Diese \u00fcber alle Ma\u00dfen k\u00fchn-reduzierte, schwungvolle Dynamik der Konstruktion, die in ihrer Fr\u00f6hlichkeit laut zu rufen scheint: \u201eWillkommen, Du offene Welt voll Modernit\u00e4t und Freiheit.\u201c <\/em><br \/>\nOldenburg, wei\u00dft Du \u00fcberhaupt, welch seltene Preziose Du da in den Mauern beherbergst? Ich hoffe, das Teil steht unter Denkmalschutz. Ich aber hatte in Oldenburg den Glauben an eine Welt voller M\u00f6glichkeiten wiedergewonnen. Das Leben hat noch was im K\u00f6cher.<br \/>\nAuf dem Nachhauseweg lie\u00df ich mich dergestalt noch zu ein paar Reflexionen \u00fcber das magische Viereck der Zivilisation hinrei\u00dfen: Reisen, Konsum, Kultur und Demokratie. Ein ambivalent-ideologisches Viereck voller Verhei\u00dfungen, jedoch im Kern auch mit der Sprengkraft des eigenen Untergangs versehen.<br \/>\nMacht aber nix. Hauptsache Sommer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irgendwo in Oldenburg. Diesen Phahl im Vordergrund kann man sich nicht ausdenken, sowas serviert nur die Wirklichkeit. Dass mir Oldenburg mal als s\u00fc\u00dfe Verhei\u00dfung von frischer Freiheit und frohem Flaneurtum unterkommen w\u00fcrde, h\u00e4tte ich pr\u00e4-pandemisch nie gedacht. Ist aber so. 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