{"id":11907,"date":"2021-06-17T12:22:27","date_gmt":"2021-06-17T06:22:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=11907"},"modified":"2021-06-17T15:20:07","modified_gmt":"2021-06-17T09:20:07","slug":"17-06-2021-17-juni-gedenken-an-die-brueder-und-schwestern-in-der-ostzone","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=11907","title":{"rendered":"17.06.2021 \u2013 17. Juni: Gedenken an die Br\u00fcder und Schwestern in der Ostzone."},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/35-Jahre-DDR01-0-.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/35-Jahre-DDR01-0--1024x702.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"428\" class=\"alignnone size-large wp-image-11908\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/35-Jahre-DDR01-0--1024x702.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/35-Jahre-DDR01-0--300x206.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/35-Jahre-DDR01-0--768x527.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/35-Jahre-DDR01-0--624x428.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/35-Jahre-DDR01-0-.jpg 1674w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Gescanntes Dia. Aus der ostzonalen Diaserie \u201e35 Jahre DDR\u201c<\/em> (also 1984), die das verdienstvolle Kollektiv der Kulturschaffenden, Werkt\u00e4tigen und Faulpelze \u201eSCHUPPEN 68\u201c bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Silke_Arp_bricht\">Silke-Arp Bricht<\/a> im Rahmen einer Performance zeigte, zum 45. Geburtstag der DDR, 1994.<br \/>\nDar\u00fcber, dass der anwesende ostzonale Mob uns bei dieser Performance sp\u00e4testens nach der \u201eOde an Erich Mielke\u201c von der B\u00fchne pr\u00fcgeln wollte berichtete ich mehrfach. Oh Ihr G\u00f6tter, m\u00f6ge Euer Zorn treffen die Unwissenden, Troch\u00e4us und Jambus sind fremd ihnen wie fr\u00fcher Mallorca und Lichtenstein, so oder \u00e4hnlich dachte ich damals vermutlich. Heute sinniere ich dar\u00fcber, wie diese Diaserie, echt nur im klassischen Diamagazin, bei der Vorf\u00fchrung klickend und knatternd durch den Projektor ratterte und einen staubwirbelnden Projektionsstrahl auf die Dreibein-wackelnde Leinwand schoss. Ein sinnliches Bilderleben, das sich einem PC-Beamer gesteuerten Pr\u00e4sentationsakt verschlie\u00dft, ben\u00f6tigte <em>man<\/em> (Diaprojektor war wie Grill: immer M\u00e4nnersache) doch bei ersterem zur Vorf\u00fchrung unz\u00e4hlige Voraussetzungen und Arbeitsschritte: viel Platz f\u00fcrs Archiv (\u201eKarl-Friedrich, die Dias kommen jetzt endlich auf den Boden, wir haben keinen Platz mehr f\u00fcr die Fotoalben!\u201c), Zeit f\u00fcr stundenlangen Aufbau (die Leinwand f\u00e4llt um. Immer), Mu\u00dfe zum exakten Einr\u00e4umen der Dias (\u201eSorry, das ist nicht die Kuppel des Petersdomes sondern Brigitte bei unserem FKK Urlaub im Jahr davor!\u201c) usw. usf.<br \/>\nEine Diaprojektion konnte das erzeugen, was einer Beamerpr\u00e4sentation fehlt: Aura.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aura_(Benjamin)\"> Diese Kategorie<\/a> ist von fundamentaler Bedeutung f\u00fcr Kulturrezeption und dar\u00fcber hinaus bin ich sicher, dass das Verschwinden von auratischen Momenten in der Moderne viel zu tun hat mit den irrlichternden Verh\u00e4ltnissen der Gegenwart, in denen immer weniger Menschen bei sich sein, Ruhe aushalten k\u00f6nnen, kirre werden in Hirn und Herz bei der st\u00e4ndigen Jagd nach Erf\u00fcllung, Konsumbefriedigung und Gl\u00fcck und der irrsinnigen Erwartung, dass alles sofort im Hier und Jetzt geschehen muss.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/35-Jahre-DDR01-22.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/35-Jahre-DDR01-22-1024x702.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"428\" class=\"alignnone size-large wp-image-11909\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/35-Jahre-DDR01-22-1024x702.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/35-Jahre-DDR01-22-300x206.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/35-Jahre-DDR01-22-768x527.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/35-Jahre-DDR01-22-624x428.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/35-Jahre-DDR01-22.jpg 1674w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\nNat\u00fcrlich will ich die Diaprojektor-Zeiten nicht zur\u00fcck, sowas macht man heute mit dem Smartphone und kein Mensch mit Verstand rennt bei einer normalen Wanderung mit einer Landkarte rum, sondern mit Google maps und Komoot. Aber beschreiben sollte man die Entwicklung schon ab und an, allein um sie im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dialektische_Aufhebung\">Hegelschen Sinne aufzuheben<\/a>.<br \/>\nAusgel\u00f6st wurde die Predigt des heutigen Tages durch selige Erinnerungen an den 17. Juni fr\u00fcherer Jahre, als meine Eltern als letzte in unserer Stra\u00dfe noch Kerzen ins Fenster stellten zum Gedenken an die Br\u00fcder und Schwestern in der Ostzone und ich als kleiner P\u00f6ks mich damals umgehend entschloss, den Aufstand des 17. Juni sp\u00e4terhin als konterrevolution\u00e4ren Putsch zu betrachten. Allein schon deshalb, weil der postmodernde Dandy die Dinge niemals sieht wie der Rest, sondern immer antizyklisch.<br \/>\nWenn Sie noch alte Dias haben (DDR 35 Jahre), scannen Sie die umgehend ein. Wenn Sie Pech haben, ist da kaum noch was drauf zu sehen oder die sind verschimmelt.<br \/>\nUnd candle in the window geht doch noch: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=tqj6MNL86M0\">John Fogerty singt dar\u00fcber.<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gescanntes Dia. Aus der ostzonalen Diaserie \u201e35 Jahre DDR\u201c (also 1984), die das verdienstvolle Kollektiv der Kulturschaffenden, Werkt\u00e4tigen und Faulpelze \u201eSCHUPPEN 68\u201c bei Silke-Arp Bricht im Rahmen einer Performance zeigte, zum 45. Geburtstag der DDR, 1994. 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