{"id":12013,"date":"2021-07-31T12:56:52","date_gmt":"2021-07-31T06:56:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=12013"},"modified":"2021-07-31T15:13:06","modified_gmt":"2021-07-31T09:13:06","slug":"31-07-2021-zenit-ueberschritten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=12013","title":{"rendered":"31.07.2021 \u2013 Zenit \u00fcberschritten"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210730_081620_resized.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210730_081620_resized-1002x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"639\" class=\"alignnone size-large wp-image-12014\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210730_081620_resized-1002x1024.jpg 1002w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210730_081620_resized-294x300.jpg 294w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210730_081620_resized-768x785.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210730_081620_resized-624x638.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210730_081620_resized.jpg 1503w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em> Wenn im Garten die K\u00fcrbisse reifen und auf den Feldern die Weizenernte eingebracht ist, hat das Jahr seinen Zenit \u00fcberschritten.<\/em><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4HLAfX1Xtwk\">Ich glotz Olympia.<\/a> Die gleichf\u00f6rmigen Bildwelten erinnern mich an Busreisen von der Algarve nach Lissabon durch das Alentejo. Die gleichf\u00f6rmigen, flachen Landschaften mit Korkeichen, Orangenb\u00e4umen und dazwischen gew\u00fcrfelten Rinderherden hatten beim stundenlangen Draufgucken etwas ungemein Beruhigendes, ja Sedierendes. Alle Unruhe wurde m\u00e4hlich ausgeschaltet, irgendwann auch der Strom der irrlichternden Gedanken und am Ende transzendierte ich in eine andere Bewusstseinsebene, irgendwo anders hin, nur nicht ins Hier und Jetzt, einer Zen-meditation gleich.<br \/>\nSowas sollte es auf Krankenschein geben, man sollte nur drauf achten, dass die Gedanken irgendwann wieder eingeschaltet werden und die Herzfrequenz nicht dauerhaft auf Null sinkt. Aber Olympia erz\u00e4hlt auch sch\u00f6ne Geschichten, was ja die Essenz des Lebens ist. Ein gelebtes Leben ist die Summe unserer Geschichten. Die Ostgoten hatten wieder einen Ejaculatio praecox und flogen im Fu\u00dfball raus, bevor es richtig los ging, unter erb\u00e4rmlichen Umst\u00e4nden. Sie kriegten keine 11 Kicker zusammen, die eine Lederkugel geradeaus treten konnten, weil die Profis und Vereine zu Recht auf den komplett jeder Realit\u00e4t entkernten olympischen Gedanken des \u201eDabei sein ist alles\u201c und der \u201eGrenzen \u00fcberschreitenden V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung\u201c schissen und lieber Zuhause blieben. Von den Schwimmer*innen ist Positives zu vermelden: Bisher ist noch niemand ertrunken.<br \/>\nWie \u00fcberhaupt die Mehrzahl der Athlet*innen den Eindruck einer nahezu kollektiven Leistungsverweigerung macht und das zu praktizieren scheint, was aktuell Personaler aller Branchen bei Neueinstellungen so hassen wie die Pest: Dass die Kandidat*innen samt und sonders den Eindruck machen, ihr Mantra und oberste Maxime sei \u201eWork-Life-Balance\u201c. Ich bin der Letzte, der was gegen Leistungsverweigerung hat. Wenn jemand das Mini-Max Prinzip zur Vollendung gebracht hat, dann ich, n\u00e4mlich mit einem Minimum an Leistung ein Maximum an Effekt zu erzielen, jedenfalls in Jobs des profitorientierten Kapitalsektors.<br \/>\nIch bin allerdings schon der Meinung, dass man seinen Geldgebern zumindest ein Minimum an \u00c4quivalenz zu Gute kommen lassen sollte, und da habe ich bei \u201eunseren\u201c Athlet*innen so meine Zweifel. Allein im Bundeshaushalt sind f\u00fcr den Spitzensport 300 Millionen Euro eingestellt, dazu kommen geldwerte Leistungen auf kommunaler und Landesebene sowie die Tatsache, dass eine betr\u00e4chtliche Anzahl der Spitzensportler*innen beim Staat angestellt ist, Bundeswehr etc, und dort Fulltime-Sport praktiziert.<br \/>\nStand heute w\u00e4re rein rechnerisch jede Medaille mit 18 Millionen Euro allein aus dem Bundeshaushalt gef\u00f6rdert. M\u00f6gen es am Ende unter 10 Millionen sein, stellt sich doch die Frage: Wie viele Kindertagesst\u00e4tten k\u00f6nnte man und frau daf\u00fcr bauen? Und hat unsere Gesellschaft ihren Zenit \u00fcberschritten? Abgesehen davon, dass der ganze Firlefanz nur der eitlen Selbstbespiegelung nationalen Gr\u00f6\u00dfenwahns dient. Wobei hier im Falle BRD von Gr\u00f6\u00dfe dankenswerterweise nicht die Rede sein kann.<br \/>\nUnd Morgen, liebe Kinder, erz\u00e4hle ich Euch die Olympia-Geschichte von einem Untoten, der als Clown-August aus der Kiste springt.<br \/>\nEs wird ganz gruselig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn im Garten die K\u00fcrbisse reifen und auf den Feldern die Weizenernte eingebracht ist, hat das Jahr seinen Zenit \u00fcberschritten. Ich glotz Olympia. Die gleichf\u00f6rmigen Bildwelten erinnern mich an Busreisen von der Algarve nach Lissabon durch das Alentejo. 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