{"id":12255,"date":"2021-11-14T14:50:37","date_gmt":"2021-11-14T08:50:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=12255"},"modified":"2021-11-14T16:12:13","modified_gmt":"2021-11-14T10:12:13","slug":"14-11-2021","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=12255","title":{"rendered":"14.11.2021 &#8211; Neulich, am Bordell."},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211110_183832_resized.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211110_183832_resized-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"469\" class=\"alignnone size-large wp-image-12256\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211110_183832_resized-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211110_183832_resized-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211110_183832_resized-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211110_183832_resized-624x468.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211110_183832_resized.jpg 1156w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Hinweisschild auf Angebot im Nachbarhaus. Angebracht an einem Bordell. <\/em><br \/>\nDie Cities von Gro\u00dfst\u00e4dten sind toter als tot, dar\u00fcber t\u00e4uscht auch die massenhafte Bewegung dort zwecks Konsum nicht hinweg. Das ist nicht nur Surrogat-Leben, die Flucht aus der Wirklichkeit in die Scheinwelt des Konsums, sondern die Apotheose unseres Untergangs. Wenn wir so weiter konsumieren, kann selbst ein Quartaner ausrechnen, wann unsere Zivilisation den Bach runtergeht. Nicht umsonst hat Georg Romero seinen Zombieklassiker <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zombie_(Film)\">\u201eDawn oft he Dead\u201c<\/a> in einem Einkaufszentrum angesiedelt. Mich erinnern die Cities an das Ges\u00f6ff, das es in meiner Kindheit Maienbl\u00fcte Zuhause gab: Nescaf\u00e9.<br \/>\nEiner der vielen Gr\u00fcnde, warum ich Berlin so sch\u00e4tze: Es hat keine City. Selbst in den einzelnen Kiezen ein Zentrum zu verorten, f\u00e4llt mir schwer. Wo w\u00e4re das in Neuk\u00f6lln? Kreuzberg? Die Grobplanung \u201eWir treffen uns in Berlin irgendwo in der City\u201c ist sinnlos.<br \/>\nDemzufolge meide ich die City, wenn m\u00f6glich, quere sie mit dem Veloziped, sehr selten per Pedes. Was aber, wenn es wie unl\u00e4ngst erfolgt, durchaus skurrile Einblicke bieten kann, siehe oben. Oder auch hier<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211110_083653_resized.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211110_083653_resized-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"833\" class=\"alignnone size-large wp-image-12257\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211110_083653_resized-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211110_083653_resized-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211110_083653_resized-624x832.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20211110_083653_resized.jpg 867w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Aufbau f\u00fcr Demo der Staatstheaterszene am nieders\u00e4chsischen Landtag.<\/em> Protest gegen die Nicht\u00fcbernahme der Tariflohnerh\u00f6hungen durch das Land. Luxusprobleme, von denen Minijobberinnen, Niedrigl\u00f6hner, prek\u00e4re Existenzen im Transportgewerbe, Gastronomie etc. nur tr\u00e4umen k\u00f6nnen. Dazu w\u00fcrde ich gerne auch mal was aus der Staatstheaterszene h\u00f6ren.<br \/>\nIm Hintergrund im Landtagsgeb\u00e4ude der Eingang zum <a href=\"https:\/\/nobilis.de\/vielversprechender-coup-luehmanns-gewinnen-benjamin-gallein-fuer-das-leineschloss\/\">Votum,<\/a> einem neuer\u00f6ffneten Restaurant auf Sterneniveau. Wer dort zu zweit tafelt, bekommt eine Rechnung pr\u00e4sentiert in H\u00f6he des monatlichen Hartz-IV-Regelsatzes.<br \/>\nIst so eine Location im Landtagsgeb\u00e4ude dekadent? Sind solche Preise, die in Dreisterne-Restaurants noch deutlich h\u00f6her ausfallen k\u00f6nnen, grunds\u00e4tzlich dekadent? Ist es zynisch oder dekadent, angesichts des Zustandes wie geschildert (der b\u00f6se, b\u00f6se Konsum, die b\u00f6se Spaltung der Gesellschaft, die b\u00f6se Pandemie, \u00d6koweltuntergang nicht vergessen, Migrationsbewegungen, to be continued \u2026) Urlaube zu planen? Mehr als je zuvor. Mit Flugzeug. Wer will schon nach Korfu rudern.<br \/>\nZu welchen Schl\u00fcssen, Sie jetzt, liebe Leserinnen, ich, wir, auch kommen, eins ist sicher: So \u00f6de und trostlos Cities auch sein m\u00f6gen, flaniert man offenen Auges und per Camera durch sie hindurch, sind sie allemal f\u00fcr Anregungen zum Denken und m\u00f6gliche Ver\u00e4nderungen der eigenen Perspektiven gut. Aber oft muss ich das nicht haben. Im Normalfall ist eine Urlaubsplanung am PC am\u00fcsanter. Aber bedenken Sie eins, liebe Leserinnen: Wenn Sie &#8222;urlaubsreif&#8220; sind, ist es zu sp\u00e4t f\u00fcr Urlaube. Wenn Ihr Leben erst soweit gediehen ist, bringen Urlaube auch Nichts mehr, h\u00f6chstens f\u00fcr die ersten drei, vier Tage nach Heimkehr. Danach sind Sie gleich wieder &#8222;urlaubsreif&#8220;.<br \/>\nUnd nun die Lottozahlen von heute: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/medizin\/coronavirus-infizierte-genesene-tote-alle-live-daten-a-242d71d5-554b-47b6-969a-cd920e8821f1\">5,02 Mio. Infizierte insgesamt<\/a>, 445.900 aktiv infizierte, 7-Tage Inzidenz gegen\u00fcber der Vorwoche um 57,6 Prozent gestiegen, 96.672 gestorben.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinweisschild auf Angebot im Nachbarhaus. Angebracht an einem Bordell. Die Cities von Gro\u00dfst\u00e4dten sind toter als tot, dar\u00fcber t\u00e4uscht auch die massenhafte Bewegung dort zwecks Konsum nicht hinweg. Das ist nicht nur Surrogat-Leben, die Flucht aus der Wirklichkeit in die Scheinwelt des Konsums, sondern die Apotheose unseres Untergangs. 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