{"id":12619,"date":"2022-03-06T12:57:09","date_gmt":"2022-03-06T06:57:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=12619"},"modified":"2022-03-06T13:20:32","modified_gmt":"2022-03-06T07:20:32","slug":"06-03-2022-girls-will-be-boys-and-boys-will-be-girls","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=12619","title":{"rendered":"06.03.2022 \u2013 Girls will be boys and boys will be girls"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Fr\u00fcher-....jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Fr\u00fcher-...-1024x713.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"435\" class=\"alignnone size-large wp-image-12620\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Fr\u00fcher-...-1024x713.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Fr\u00fcher-...-300x209.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Fr\u00fcher-...-768x535.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Fr\u00fcher-...-624x434.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Fr\u00fcher-....jpg 1656w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Fr\u00fcher \u2026 Schifferklause, in den 80ern.<\/em> In einer eher subproletarisch-prek\u00e4ren Gegend, wo jetzt Penthouses eines Neubaugebietes (\u201e<a href=\"https:\/\/www.wasserstadt-limmer.de\/\">Wohnen <\/a>am Wasser\u201c) locker \u00fcber eine Mio. kosten. Beim Anblick solch scheinbarer Idylle von Fr\u00fcher denke ich, gerade in Zeiten wie diesen, nat\u00fcrlich auch mit einem Hauch Sehnsucht: Fr\u00fcher war alles besser.<br \/>\nAnders war es auf jeden Fall. Aber verst\u00e4ndlich, dass immer mehr Menschen von diesen permanenten Wellen von Ver\u00e4nderungen \u00fcberfordert sind. Waren es fr\u00fcher vor allem die der Modernisierung, kommen zus\u00e4tzlich die der Krisen hinzu. Eine Welle \u00fcberlagert die n\u00e4chste. Kein Wunder, dass vor allem M\u00e4nner, wei\u00df und alt, vermehrt w\u00fcnschen, die alte \u00dcbersichtlichkeit k\u00e4me wieder zur\u00fcck. Wie heftig diese Sehnsucht ist, zeigt das folgende <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/reaktionen-auf-putin-von-querdenkern-und-verschwoerungsideologen-101.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE\">Zitat<\/a>:<br \/>\n<em>\u201eEin Mitglied der Telegram Gruppe &#8222;Hanau steht auf&#8220; w\u00fcnscht sich, dass Putin &#8222;bis nach Berlin durchmarschiert&#8220;. Dann fiele das Gendern weg. &#8222;Sind M\u00e4nner M\u00e4nner und keine Frauen.!\u201c<\/em><br \/>\nDieses Zitat bringt es wundervoll auf den Punkt. Es ist ja nicht die \u00dcberforderung durch das allm\u00e4hliche \u00c4ndern der Sprachregeln wie beim Gendern. Die Vehemenz, mit der dieser eigentlich alberne Kulturkampf gef\u00fchrt wird, deutet auf tiefere \u00c4ngste. Die Angst vor der Aufl\u00f6sung der Geschlechtergrenzen und der eigenen K\u00f6rperidentit\u00e4t. Der K\u00f6rperpanzer l\u00f6st sich auf, alles wird fluid. Das ist dann der gef\u00fchlte Untergang. Und solche Bewusstseinsstr\u00f6me kommen nat\u00fcrlich in Angstbesetzten Krisenzeiten wie diesen st\u00e4rker an die Oberfl\u00e4che. Da wird dann schon mal ein Putin als Erl\u00f6ser imaginiert.<br \/>\nWann fing das eigentlich an mit der Aufl\u00f6sung von Grenzen, Geschlechterrollen, K\u00f6rperidentit\u00e4ten?<br \/>\nEine sch\u00f6ne Geschichte dazu im Song <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=s_xA6sH9kkQ\">Lola<\/a>\u201c (ab 1.05) von den Kinks, 1970. Ein Typ in einem Club trifft Lola, ziemlich nonbin\u00e4r, w\u00fcrden wir heute sagen:<br \/>\n<em>\u201eshe walked like a woman but talked like a man\u201c. <\/em><br \/>\nAlles wird fluid, was sind das f\u00fcr verr\u00fcckte Zeiten:<br \/>\n<em>\u201eGirls will be boys and boys will be girls<br \/>\nIt&#8217;s a mixed up, muddled up, shook up world, except for Lola, La-la-la-la Lola\u201c<\/em><br \/>\nWie soll Mann damit umgehen?<br \/>\n<em>\u201eWell, I&#8217;m not the world&#8217;s most masculine man<br \/>\nBut I know what I am and I&#8217;m glad I&#8217;m a man\u201c.<\/em><br \/>\nDa wird die monstr\u00f6se Verunsicherung sp\u00fcrbar: I know what I am. Wirklich? Warum dann die R\u00fcckversicherung? Unser Lola-Held h\u00e4lt das nicht aus. Nachdem er vorher mit Lola rumgemacht hat, folgt der Zusammenbruch:<br \/>\n<em>I pushed her away<br \/>\nI walked to the door<br \/>\nI fell to the floor<br \/>\nI got down on my knees &#8230;<\/em><br \/>\nAber eins d\u00fcrfte sicher sein: Es (Er) wird nie wieder so sein wie vorher. Da sind Spr\u00fcnge im K\u00f6rperpanzer. Die M\u00e4nnerrolle, die die Naziv\u00e4ter ihren S\u00f6hnen eingepr\u00fcgelt hatten, hat Risse: M\u00e4nner weinen nicht, kennen keine Schmerzen, verlieren keine Kontrolle, wissen, wer sie sind? Nicht mehr wirklich.<br \/>\nLola, 1970. Und 2022 der Wunsch, dass Putin bis Berlin durchmarschiert, damit das Gendern aufh\u00f6rt.<br \/>\nWir waren schon mal weiter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher \u2026 Schifferklause, in den 80ern. In einer eher subproletarisch-prek\u00e4ren Gegend, wo jetzt Penthouses eines Neubaugebietes (\u201eWohnen am Wasser\u201c) locker \u00fcber eine Mio. kosten. 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