{"id":12937,"date":"2022-06-30T09:14:17","date_gmt":"2022-06-30T03:14:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=12937"},"modified":"2022-06-30T12:56:22","modified_gmt":"2022-06-30T06:56:22","slug":"30-06-2022-wann-ist-man-zuhause","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=12937","title":{"rendered":"30.06.2022  &#8211; Wann ist man Zuhause?"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/20220629_202527_resized.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/20220629_202527_resized.jpg\" alt=\"\" width=\"846\" height=\"1009\" class=\"alignnone size-full wp-image-12938\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/20220629_202527_resized.jpg 846w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/20220629_202527_resized-252x300.jpg 252w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/20220629_202527_resized-768x916.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/20220629_202527_resized-624x744.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 846px) 100vw, 846px\" \/><\/a><br \/>\nDiverse Scheisse 1,50 \u2013 3,50. Hab ich schon mal im Blog verwurstet, aber ein gutes Motiv kann man mehrfach verwenden.<br \/>\nKlickedi Klickedi klick, ratata ratata, badamm badamm\u2026 Freitag ist Rollkoffer-Tag in Kreuzberg.<br \/>\nMyriaden von Wochenend-Touristinnen h\u00e4mmern erwartungsvolle Stakkato-Rhythmen mit ihren Rollkoffern in die gepeinigten Pflaster von Kreuzberg. Zum Missvergn\u00fcgen der Eingeborenen, zumindest jener, die nicht ihr Geld mit dem Wirtschaftsmodell Tourismus verdienen. Wann immer ich hier in meinem Kiez ankommen, deponiere ich meinen Trolley im Zimmer, h\u00e4nge den Rucksack ab , greife meinen Einkaufsbeutel und wende mich forschen Schritts, weit jenseits vom touristischen M\u00fcssigg\u00e4nger-Schlendrian, zur Marheineke -Markthalle, durch das Epizentrum des globalen Tourismus, den Bergmann-Kiez. Jeder Zoll strahlt \u2013 hoffentlich  &#8211; aus: &#8222;Ich bin ein Eingeborener. Mein Vorfahren wohnen hier seit Jahrtausenden, zur\u00fcck bis Gaius Julius Cruzifixus Montanus, Kreuzberg-Gr\u00fcnder im Jahre 68 unserer Zeitrechnung&#8220;. Grimmig denke ich: &#8222;Hoffentlich halten mich diese Touri-Deppen nicht f\u00fcr einen von ihnen.&#8220;<br \/>\nIch f\u00fchle mich hier heimisch. Aber Zuhause? Wann ist man Zuhause? Die Frage wird jenseits anektodischer Erz\u00e4hlung immer relevanter angesichts rasender Mobilit\u00e4t im Zeitalter grenzenloser Globalisierung, in der der Neoliberalismus die Individuen je nach Marktbed\u00fcrfnis heute hierhin, morgen dorthin schleudert. Von wachsender Armutsmigration, Fluchtbewegung, Obdachlosigkeit ganz zu schweigen. Mit dem Ergebnis von wachsender Wurzellosigkeit, Einsamkeit, fehlender Verortung. Heimatlos. Wann ist man Zuhause? Der Neoliberale sagt: Wenn man in der eigenen, abbezahlten Eigentumswohnung wohnt. Der Romantiker sagt: Home is where my heart is.<br \/>\nEine pragmatische Definition ist vielleicht: Zuhause ist der Ort, auf den man sich in einem perfekt gelungenen Urlaub auch schon mal zwischendurch<br \/>\n v o r dem Abreisetag freut.<br \/>\nEine andere Variante: Wo immer solche Motive wie das oben geh\u00e4uft auftauchen, da bin ich Zuhause.<br \/>\nSicher ist: Morgen ist wieder Rollkoffer-Tag. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diverse Scheisse 1,50 \u2013 3,50. Hab ich schon mal im Blog verwurstet, aber ein gutes Motiv kann man mehrfach verwenden. Klickedi Klickedi klick, ratata ratata, badamm badamm\u2026 Freitag ist Rollkoffer-Tag in Kreuzberg. Myriaden von Wochenend-Touristinnen h\u00e4mmern erwartungsvolle Stakkato-Rhythmen mit ihren Rollkoffern in die gepeinigten Pflaster von Kreuzberg. 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