{"id":13403,"date":"2022-12-18T16:04:13","date_gmt":"2022-12-18T10:04:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=13403"},"modified":"2022-12-18T22:06:58","modified_gmt":"2022-12-18T16:06:58","slug":"18-12-2022-scham","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=13403","title":{"rendered":"18.12.2022 \u2013 Scham"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>BILD<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221005_111932.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221005_111932-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13404\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221005_111932-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221005_111932-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221005_111932-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221005_111932-1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221005_111932-624x468.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221005_111932.jpg 1850w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4thippies und Soldaten warten vereint im Hafen von Agios Stefanos, Korfu, auf eine F\u00e4hre zur Nachbarinsel. Ein zentrales Moment von Reisen ins friedliche Bild ger\u00fcckt: Verbindung und N\u00e4he als Grundlage f\u00fcr Kommunikation. Wer allerdings durch das Bild hindurch- oder \u00fcber es hinaus schaut, fragt sich vielleicht: Wie ist es zustande gekommen?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hab\u2019s gemacht, wie 99,9 % aller Bilder hier, aus Lizenzgr\u00fcnden. Die Voraussetzung f\u00fcr die Existenz des Bildes war mein Flug. Ich bin geflogen. Habe ich deshalb Flug-Scham?<\/p>\n\n\n\n<p>Im juste milieu der aktuellen \u00d6kos, Alternativen, aufgekl\u00e4rten Akademixe bis weit hinein ins liberale B\u00fcrgertum geh\u00f6rt es seit langem zum guten Ton, Flugscham zu haben, wg. CO2 und Rettung der Welt: \u201eIch fliege leider noch, find\u2019s aber Schei\u00dfe, kompensiere, und bin dabei, es zu reduzieren und mir abzugew\u00f6hnen.\u201c Siehe auch Auto-Scham, Fleisch-Scham und Rauch-Scham.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie oft, wenn es etwas zum guten Ton im geschilderten Milieu geh\u00f6rt, ist das nicht zu Ende gedachter Bl\u00f6dsinn.<\/p>\n\n\n\n<p>Verdeulicht wird das an folgender Grenzwert-Diskussion: Gesetzt den Fall, innerhalb Europas wird von einem Tag auf den anderen nicht mehr geflogen, sei es aus \u00dcberzeugung oder Verbot. Innerhalb k\u00fcrzester Zeit w\u00fcrde die Wirtschaft in der gesamten K\u00fcstennahen Mittelmeerregion zusammenbrechen, ganze Volkswirtschaften gingen in die Knie und m\u00fcssten mit Unterst\u00fctzungsfonds aufrechterhalten werden, die selbst die EU nicht finanzieren k\u00f6nnte. Beispiel Griechenland: Der Anteil des Tourismus am BIP betr\u00e4gt 20 Prozent, Tendenz rapide steigend, die Urlaubsregionen sind komplett von ihm abh\u00e4ngig. Zum Vergleich: Der Anteil der Autobranche am BIP in Deutschland betr\u00e4gt keine 5 Prozent. St\u00fcnde die hier zur Disposition, g\u00e4be es einen B\u00fcrgerkrieg. Es w\u00fcrde also eine EU-Binnenarmutsmigration von nie gekanntem Ausma\u00df von der Mittelmeerregion zu \u201euns\u201c einsetzen. <\/p>\n\n\n\n<p>Im ersten Jahr w\u00fcrden Millionen Urlaubss\u00fcchtige versuchen, mit dem Auto in die hei\u00dfgeliebten Destinationen zu kommen. Sp\u00e4testens, wenn die ersten 2 &#8211; 3.000 km langen Staus von Berlin nach Barcelona, von Aachen nach Athen desastr\u00f6se sozial\u00f6kologische Spuren hinterlassen, hat sich der Unfug erledigt. Die Betuchteren, auch ein Millionenheer, fliegen nach \u00dcbersee und geben dort den Malediven, Andamanen oder Tongainseln innerhalb eines Jahres mehr als jeder Tsunami den Rest. Die \u00e4rmeren Schweine, ein weit gr\u00f6\u00dferes Millionenheer, machen Zuhause Urlaub. Eine wundervolle Vorstellung, wie jetzt schon \u00fcberlastete Nord- und Ostseek\u00fcsten in k\u00fcrzester Zeit in Schutt und Asche gelegt werden und nach zwei Jahren aussehen wie die W\u00fcste Gobi, oder in der Mark Brandenburg ein Gedr\u00e4nge herrscht wie beim M\u00fcnchener Oktoberfest.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Zug fahren? Zur Visualisierung dieses Dystopie schauen Sie sich im Internet die Bilder von indischen Z\u00fcgen an, wo hunderte auf den D\u00e4chern hocken, und multiplizieren das mal 10.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Kollateralsch\u00e4den des Nichtreisens will ich hier gar nicht reden, wodurch die hiesigen Volksgenossinnen noch ignoranter im Kopf werden als eh schon, weil ihnen der letzte Rest von Weltl\u00e4ufigkeit auch noch genommen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt h\u00f6re ich das Milieu protestierend murmeln: Ja, aber wir m\u00fcssen doch langfristig an Konversion denken, andere Wirtschaftszweige vor Ort entwickeln und implementieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Also \u201ewir\u201c schon mal gar nicht. Ich w\u00fcrde mich sch\u00e4men f\u00fcr soviel Arroganz aus einem Land, das immer riesigere Stra\u00dfenpanzer, vulgo SUVs, baut, sich einen Schei\u00dfdreck um irgendwelche nachhaltigen Konversionen k\u00fcmmert und nach wie vor die Welt am doitschen Wesen genesen lassen will.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine langsame, eventuell funktioniernde Konversion w\u00fcrde sich \u00fcber Jahrzehnte hinziehen und dann sind eh Szenarien real, von denen wir uns keine Vorstellung machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00e4men sollte sich das geschilderte Milieu allerdings tats\u00e4chlich. Aber f\u00fcr sein Verhalten, und zwar f\u00fcr die Frechheit, \u00f6ffentlich mit derart aus freien St\u00fccken gew\u00e4hltem, unreflektiertem dummen Zeug hausieren zu gehen, w\u00e4hrend hierzulande ein wachsendes Millionenheer sich seit Jahren weder Auto noch Fl\u00fcge und mittlerweile auch kaum noch Fleisch leisten kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BILD Sp\u00e4thippies und Soldaten warten vereint im Hafen von Agios Stefanos, Korfu, auf eine F\u00e4hre zur Nachbarinsel. Ein zentrales Moment von Reisen ins friedliche Bild ger\u00fcckt: Verbindung und N\u00e4he als Grundlage f\u00fcr Kommunikation. Wer allerdings durch das Bild hindurch- oder \u00fcber es hinaus schaut, fragt sich vielleicht: Wie ist es zustande gekommen? Ich hab\u2019s gemacht, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.schuppen68.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13403"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.schuppen68.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.schuppen68.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.schuppen68.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.schuppen68.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13403"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.schuppen68.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13403\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13408,"href":"http:\/\/www.schuppen68.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13403\/revisions\/13408"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.schuppen68.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13403"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.schuppen68.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13403"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.schuppen68.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13403"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}