{"id":13471,"date":"2023-01-10T14:22:09","date_gmt":"2023-01-10T08:22:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=13471"},"modified":"2023-01-11T12:51:43","modified_gmt":"2023-01-11T06:51:43","slug":"10-01-2023-ist-erinnerung-in-der-lage-wesentliches-von-muell-zu-trennen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=13471","title":{"rendered":"10.01.2023 \u2013 Ist Erinnerung in der Lage, Wesentliches von M\u00fcll zu trennen?"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Gender-oder-Innenkurse.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"931\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Gender-oder-Innenkurse-931x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13472\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Gender-oder-Innenkurse-931x1024.jpg 931w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Gender-oder-Innenkurse-273x300.jpg 273w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Gender-oder-Innenkurse-768x845.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Gender-oder-Innenkurse-624x686.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Gender-oder-Innenkurse.jpg 1290w\" sizes=\"(max-width: 931px) 100vw, 931px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Geschlechtersensibel oder Angebot f\u00fcr Innenkurse? Das sind skurrile Nebenaspekte, ansonsten ist die Kulturschlacht ums Gendern geschlagen. F\u00fcr mich ist das Thema auch durch. Geschlechterdifferenz grunds\u00e4tzlich ist aber nat\u00fcrlich weiter ein Thema, je dr\u00e4ngender desto reaktion\u00e4rer die Verh\u00e4ltnisse werden. Immer \u00f6fter gehen mir dabei Theorieversatzst\u00fccke fr\u00fcherer Zeiten (Sie wissen schon, als alles noch besser war \u2026) durch den Kopf. Ich hoffe nicht, dass das beginnende Regression ist, sondern dass Erinnerung in der Lage ist, Wesentliches vom M\u00fcll zu trennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausl\u00f6ser war ein taz <a href=\"https:\/\/taz.de\/Maennergesundheit\/!5901721\/\">Artikel <\/a>\u00fcber lebensverk\u00fcrzende toxische M\u00e4nnlichkeit . Wer dem Motto fr\u00f6nt \u201eJungs weinen nicht und Indianer kennen keinen Schmerz\u201c stirbt fr\u00fcher. Ein soziales Konstrukt, l\u00e4sst sich lernen und abstellen. Wo aber f\u00e4ngt das Genetische dabei an und h\u00f6rt das Soziale auf? Die Frage stellt sich angesichts der Tatsache, dass zwei Drittel der Coronatoten M\u00e4nner waren, obwohl sie in der von schweren Verl\u00e4ufen besonders betroffenen Altersgruppe der Hochbetagten klar unterrepr\u00e4sentiert sind: \u201e \u2026 <em>Ebenso ungekl\u00e4rt ist aber, warum nach Zahlen der Stanford University zu Beginn der Pandemie zwei Drittel der Verstorbenen M\u00e4nner waren \u2013 obwohl sie in der von schweren Verl\u00e4ufen besonders betroffenen Altersgruppe der Hochbetagten klar unterrepr\u00e4sentiert sind. Eine wissenschaftlich noch nicht hinreichend abgesicherte Hypothese dazu lautet, vereinfacht ausgedr\u00fcckt: \u00d6strogen st\u00e4rkt das Immunsystem, Testosteron unterdr\u00fcckt es. Hormonelle und genetische Unterschiede sollten also, trotz aller berechtigten Verweise auf die soziale Konstruktion von Geschlechterrollen, nicht vernachl\u00e4ssigt werden\u2026\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Man (!) kann nat\u00fcrlich auch argumentieren, dass das die Quittung f\u00fcr M\u00e4nner wegen mangelnder Selbstf\u00fcrsorge ist, sie rauchen mehr, saufen, treiben keine Vorsorge, schlucken Pillen, Drogen und am Ende gibt es bei \u00e4hnlichen Krankheitsverl\u00e4ufen unterschiedliche Ergebnisse. Fakt ist, dass die Verkn\u00fcpfung von Gender und Klasse (neudeutsch: Intersektionalit\u00e4t) massiven Einfluss auf Morbidit\u00e4t und Mortalit\u00e4t hat. Wer am Hochofen arbeitet im Schichtbetrieb, stirbt fr\u00fcher als eine evangelische Pastorin oder gar als Susanne Klatten, die leistungslos das gr\u00f6\u00dfte Verm\u00f6gen einer Frau in Deutschland besitzt &#8211; BMW, Dr. Oetker etc. Anteile geerbt&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Klasse und Geschlecht. Fr\u00fcher, und das fiel mir beim taz Artikel wie Schuppen aus dem Geb\u00e4lk, lautete die Diskussion, ausgel\u00f6st durch die zweite feministische Bewegung: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hauptwiderspruch#Weitere_Nutzungen\">Haupt- oder Nebenwiderspruch<\/a> . Wieweit ist die Unterdr\u00fcckung der Frau zu einem Nebenwiderspruch der Produktion degradiert, also der Kategorie \u201eKlasse\u201c nachgeordnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist kein trivialer Schnee aus Opas Erz\u00e4hlungen vor vorgestern. Angesichts der Tatsache, dass sich heutzutage jede Minderheit marginalisiert, unterdr\u00fcckt f\u00fchlt und es einen wahren Wettlauf darum gibt, wer am meisten unterdr\u00fcckt ist, verschwindet das notwendige kollektive Widerstandspotential gegen den Hauptwiderspruch \u201eKapital \u2013 Arbeit\u201c v\u00f6llig hinter lauter verzwergten Nebenwiderspr\u00fcchen, wie ob ich jetzt vierfach diskriminiert bin, nur weil ich bl\u00f6d bin. Jede nur f\u00fcr sich, keiner mehr aufs Ganze.<\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich m\u00fcsste man mehr lesen, B\u00fccher von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frigga_Haug\">Frigga Haug<\/a> z. B. waren da hilfreich. Aber meine Leselust ist begrenzt. Ich hoffe, dass mir Erkenntnis im Prozess des Erinnerns zuw\u00e4chst. <\/p>\n\n\n\n<p>Den Rest besorgt der eigene Kopf. <\/p>\n\n\n\n<p>Immer mit einem guten Witz rausgehen. Grundregel Nr. 1 Rhetorik.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschlechtersensibel oder Angebot f\u00fcr Innenkurse? Das sind skurrile Nebenaspekte, ansonsten ist die Kulturschlacht ums Gendern geschlagen. F\u00fcr mich ist das Thema auch durch. Geschlechterdifferenz grunds\u00e4tzlich ist aber nat\u00fcrlich weiter ein Thema, je dr\u00e4ngender desto reaktion\u00e4rer die Verh\u00e4ltnisse werden. 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