{"id":13539,"date":"2023-02-11T15:14:48","date_gmt":"2023-02-11T09:14:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=13539"},"modified":"2023-02-11T15:16:08","modified_gmt":"2023-02-11T09:16:08","slug":"11-02-2023-ihr-spiesser-der-welt-schaut-auf-diese-stadt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=13539","title":{"rendered":"11.02.2023 \u2013 Ihr Spie\u00dfer der Welt, schaut auf diese Stadt!"},"content":{"rendered":"\n<p>BILD<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/baudenkmal.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/baudenkmal-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13540\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/baudenkmal-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/baudenkmal-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/baudenkmal-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/baudenkmal-624x832.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/baudenkmal.jpg 1388w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Tief im Westen. Von Berlin. Uhland-Fasanenstr.-Passage, N\u00e4he Kudamm, mehr Westberlin geht nicht. Dieser Innenhof war in den 70ern eine Ikone des Modernismus, eine Perle des St\u00e4dtebaus. <\/p>\n\n\n\n<p>Uns erscheint das so h\u00e4sslich, dass es davon nur Fotos im Internet von Teilansichten gibt. So \u00e4ndern sich die Zeiten. W\u00fcrde mich nicht wundern, wenn das Ensemble unter Denkmalschutz steht, steht es doch als Beton gewordenes Pars pro toto f\u00fcr den damaligen von Zukunftseuphorie getriebenen Zeitgeist. Solche Ecken findet man nur als Flaneur, im ziellosen Sich-Treibenlassen. An Orten wie diesen k\u00f6nnte ich stundenlang verweilen, um etwas von ihrer Aura aufzusaugen. Beton kann doch sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00f6ner Ort? Auf jeden Fall faszinierend.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Sonntag ist Wahl in Berlin und in Abwandlung des Ernst-Reuter-Satzes wird es wieder hei\u00dfen: <a href=\"https:\/\/www.stern.de\/politik\/geschichte\/ernst-reuter--ihr-voelker-der-welt-----schaut-auf-diese-stadt--3508654.html\">Ihr Spie\u00dfer der Welt, schaut auf diese Stadt. <\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Und \u00fcber jede Panne und Pleite bei der Wahl wird sich der Mainstream der Medien, Spie\u00dfer, Bayern, Zombies und Scheintoten ergeifern. Was macht die geschilderte Klientel so w\u00fctend \u00fcber Berlin? Vermutlich unter anderem d<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/ute-frevert-ueber-berlin-man-zieht-nicht-nach-berlin-um-hier-karriere-zu-machen-und-zu-geld-zu-kommen-a-e797d1fd-0d05-4e4a-b8f8-60970335d798\">as Fazit dieser Historikern \u00fcber Berlin:<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bbMan zieht nicht nach Berlin, um hier Karriere zu machen und zu Geld zu kommen\u00ab<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Und weiter: \u201e <em>\u2026. Man zieht hierher, national und international, um ein bestimmtes Stadterlebnis zu haben \u2013 historisch, brandaktuell, dynamisch, kontrovers, konflikthaft. Ich kenne Menschen, die diese Dynamik und Konflikthaftigkeit nicht mehr aushalten und nach G\u00f6ttingen abwandern. Aber viele mehr w\u00fcnschen sich, in dieser Stadt zu leben. Und ich kann das verstehen. F\u00fcr mich ist Berlin nach wie vor die tollste Stadt der Welt. Zumindest der Welt, die ich kenne.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Was w\u00e4re das \u00fcberhaupt f\u00fcr eine Metropole, in der alles funktioniert, wie es in den feuchten Kontrollphantasien der Spie\u00dfer und Scheintoten zu wuchern scheint? Der perfekte Staat, Orwell, Kafka und Foucault in eins, perfekte \u00dcberwachung, Disziplinierung und ausgekl\u00fcgeltes Strafsystem f\u00fcr jede Normabweichung. Auch wenn ich als Etatist einen starken, intervenierenden und angesichts wachsender Zahl von verr\u00fcckten Querspinnern, Coronaschwurblerinnen und Antidemokraten auch strafenden Staat versch\u00e4rft bef\u00fcrworte \u2013 die Zeiten haben sich gegen\u00fcber den 70ern eben ge\u00e4ndert \u2013 so hoffe ich an der Stelle doch auf ein Wahldesaster. Die unf\u00e4hige Stadt inszeniert unfreiwillig ihr eigenes Happening und alle Insassen von SO 36 singen dazu: \u201eMacht kaputt, was Euch kaputt macht\u201c. So geht performative Kunst im 21. Jahrhundert. <\/p>\n\n\n\n<p>Mein Tipp f\u00fcr den Wahlausgang: CDU 23 %, SPD 23 %, Gr\u00fcne 18 %, Linke 12 %, AfD 11 %, FDP, 4,9 %. Rest: 13 %. Das sind \u00fcber 100 Prozent. Ist ja auch Berlin. Mein Favorit w\u00e4re die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bergpartei,_die_%C3%9Cberpartei\">Bergpartei <\/a>: \u00f6koanarchistisch, realdadaistisch, radikalfeministisch, utopisch solidarisch, postidentit\u00e4r antinational und antisubstanzistisch\u201c . So eine Partei hab ich mal gegr\u00fcndet, in den Achtzigern. Freibier und Erbsensuppe. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BILD Tief im Westen. Von Berlin. Uhland-Fasanenstr.-Passage, N\u00e4he Kudamm, mehr Westberlin geht nicht. Dieser Innenhof war in den 70ern eine Ikone des Modernismus, eine Perle des St\u00e4dtebaus. Uns erscheint das so h\u00e4sslich, dass es davon nur Fotos im Internet von Teilansichten gibt. So \u00e4ndern sich die Zeiten. 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