{"id":13548,"date":"2023-02-13T15:11:19","date_gmt":"2023-02-13T09:11:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=13548"},"modified":"2023-02-13T15:11:19","modified_gmt":"2023-02-13T09:11:19","slug":"13-02-2023-lieber-feste-feiern-als-feste-arbeiten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=13548","title":{"rendered":"13.02.2023 \u2013 Lieber Feste feiern als feste arbeiten"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>BILD<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bergmannstrassenfest-2018.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bergmannstrassenfest-2018-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13549\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bergmannstrassenfest-2018-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bergmannstrassenfest-2018-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bergmannstrassenfest-2018-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bergmannstrassenfest-2018-1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bergmannstrassenfest-2018-624x468.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bergmannstrassenfest-2018.jpg 1652w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Det is Berlin, lieber Feste feiern als feste arbeiten: Bergmannstr.-Fest 2018. Mein Kiez, \u00fcber den der Spiegel schreibt: <em>\u201eUnd so ist es fr\u00fchmorgens auf der Bergmannstra\u00dfe ein Hasten und geb\u00fccktes Jagen, den Nachwuchs wasserdicht verpackt vorn auf dem Lastentr\u00e4ger, in ganzen Trauben eilen sie kurbelnd, mancher verstohlen geschoben vom Akku, andere demonstrativ im Liegerad, allesamt beseelt von dem Wissen: Hier ist Kreuzberg, hier ist das wahre Leben im Falschen. Und deswegen gilt auch hier auf dem Radweg die H\u00f6chstgeschwindigkeit von \u00bb10 km\/h\u00ab, ein Gebot, das gelegentlich ordnungsamtlich gepr\u00fcft und n\u00f6tigenfalls geahndet wird.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Wahrheit ist: Die Radfahrer*innen in Berlin fahren wie die Verr\u00fcckten, r\u00fccksichtslos, mit irrem Tempo auf viel zu kleiner Infrastruktur, unsichtbar \u00fcber ihren K\u00f6pfen eine Leuchtschrift: Weg da. Und: Ich sehne den Tod herbei. Das f\u00fchrt zu so massiven Konflikten mit Fu\u00dfg\u00e4ngern, dass \u00fcber den R\u00fcckbau und die Verdr\u00e4ngung von Fahrradverkehr nachgedacht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Was im gesellschaftlichen Laborgro\u00dfversuch Kreuzberg vorgedacht und ausprobiert wird, ist nicht selten ein paar Jahre sp\u00e4ter BRD-Standard. Zitat Spiegel: <em>\u201eBis 2030 wollen die Gr\u00fcnen die H\u00e4lfte aller Parkpl\u00e4tze aus Kreuzberg verschwinden lassen. L\u00e4ngst hat ein \u00bbMobilit\u00e4tswenderat\u00ab 180 weitere Projekte f\u00fcr den Bezirk ausgearbeitet, Gehwegvorstreckungen, Kiezbl\u00f6cke, Radschnellwege. Alles ist professionell gestaltet, durchdacht, gegendert und auf langen Plenarsitzungen abgestimmt zwischen Basis und \u00dcberbau, also Kiez und Senatorin f\u00fcr Umwelt, Mobilit\u00e4t, Verbraucher- und Klimaschutz.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In der Bergmannstr. ist sogar ein kleines B\u00e4chlein geplant. Dieser romantisierende R\u00fcckfall in eine pseudoidyllische Vormoderne, diese selbstreferentielle Kiezbesoffenheit, geht manchen Ureinwohner*innen allerdings auf den Dinkel-Keks, so Max Thomas Mehr, einer der Gr\u00fcnder der linksalternativen Tageszeitung \u00bbtaz\u00ab, laut Spiegel: <em>\u00bbIch bin nicht vor 50 Jahren die Gro\u00dfstadt gezogen, um jetzt in Neu-Bullerb\u00fc zu leben\u00ab<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wahlergebnis in meinem Kreuzberger Wahlbezirk 125, Yorckstr.:<\/p>\n\n\n\n<p>Gr\u00fcne 49,3 %, Linke 16,6 %, SPD 14,2 %, CDU 10,0 % (Verdopplung gegen\u00fcber 2021). <\/p>\n\n\n\n<p>Ergebnis Bezirk 321, Oranienstr., tiefstes SO 36:<\/p>\n\n\n\n<p>Linke 31,9 %, Gr\u00fcne 28 %, SPD 12 %, CDU 11,4 % (auch Verdopplung).<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwann wird, respektive ist geworden, aus solchen Kiezen ein f\u00fcr Normalos unbezahlbares Disneyland, das auch deshalb mit \u00f6ffentlichen Mitteln ohne Ende gepampert wird, weil die kommunalen und Landes-Entscheiderinnen hier wohnen. Die ziehen gerne, ob gr\u00fcn, ob rechts, ob links, in piccobello sanierte Altbauten, aus denen Altmieterinnen verdr\u00e4ngt wurden, nachdem Investoren den zerstrittenen Erben des Urbesitzers die H\u00fctte abgekauft haben und mit mehreren 100 Prozent Reibach die Einzelwohnungen verscherbeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie bei uns in der Yorckstr.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Das ist die Dialektik zwischen Markt und Bullerb\u00fc, zwischen romantisierender, verkitschter Pseudo-Vormoderne und Wohnungslosigkeit. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sie werden verstehen, dass ich aus diesen und vielen anderen Gr\u00fcnden Wahlen gegen\u00fcber eine distanzierte Skepsis besitze. Wenn es mich aus soziologischen Gr\u00fcnden auch schon interessieren w\u00fcrde, wie Koalitionsverhandlungen in Berlin ablaufen zwischen einer offen rassistischen und von Auto-Tempo 100 auf der Bergmannstr. tr\u00e4umenden CDU, die aus lauter alten wei\u00dfen West-M\u00e4nnern besteht, und den Gr\u00fcnen. Aber selbst diesen Spagat w\u00fcrden sie hinkriegen, die M\u00e4dels aus Kreuzberg, Fuckhain, Prenzlberg und Mitte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BILD Det is Berlin, lieber Feste feiern als feste arbeiten: Bergmannstr.-Fest 2018. 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