{"id":13679,"date":"2023-04-05T15:41:35","date_gmt":"2023-04-05T09:41:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=13679"},"modified":"2023-04-05T15:45:13","modified_gmt":"2023-04-05T09:45:13","slug":"05-04-2023-allmaechtiger","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=13679","title":{"rendered":"05.04.2023 \u2013 Allm\u00e4chtiger"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/marx-lehre-stasi-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1020\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/marx-lehre-stasi-1020x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13680\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/marx-lehre-stasi-1020x1024.jpg 1020w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/marx-lehre-stasi-300x300.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/marx-lehre-stasi-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/marx-lehre-stasi-768x771.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/marx-lehre-stasi-1530x1536.jpg 1530w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/marx-lehre-stasi-2040x2048.jpg 2040w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/marx-lehre-stasi-624x627.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 1020px) 100vw, 1020px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Plakat wurde mir bei meiner Verpflichtung als IM beim MfS \u00fcberreicht. Sch\u00f6ne Erinnerungen. Damals war Marx der beste Fu\u00dfball-Verteidiger. An ihm kam keiner vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00f6konomischen Verh\u00e4ltnisse bestimmen unser Bewusstsein, diese fundamentale Marx-Binse gilt selbstverst\u00e4ndlich nach wie vor. Aber nat\u00fcrlich bestimmen sie auch unser Unbewusstes mit, all das, was unserer Kontrolle entzogen ist. Unsere Reflexe, unser F\u00fchlen, ist wie Denken und Handeln gesellschaftlich produziert. Der Homo Heidelbergensis z. B. vor 250.000 Jahren d\u00fcrfte etwas anders getickt haben als wir. Waffen hatte der allerdings auch schon.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles \u00e4ndert sich im Lauf der Zeit. Der anale, autorit\u00e4tsfixierte, geizgetriebene Zwangscharakter fr\u00fcherer Jahre ist l\u00e4ngst dem mehr oral gepr\u00e4gten, herrschaftsskeptischen Hedonisten gewichen. Ob dadurch die Welt besser geworden ist, sei mal dahingestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so wie sich unser Blick auf die \u00f6konomischen Verh\u00e4ltnisse und damit die res pubica, die Sache der Republik, \u00e4ndert, so \u00e4ndert er sich auch auf das Funktionieren des Unbewussten.<\/p>\n\n\n\n<p>Freuds fundamentale Leistung bestand in Erkenntnissen \u00fcber die Wirkm\u00e4chtigkeit des Unbewussten, aber nat\u00fcrlich war er Kind seiner Zeit, phallo- und eurozentrisch gepr\u00e4gt. Er sah die Welt durch die Brille seines Schwanzes, als wei\u00dfer Europ\u00e4er. Auf die Idee, dass <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/leben-heisst-frei-sein-100.html\">\u00d6dipus Schwestern<\/a> gehabt haben k\u00f6nnte, die zu ihren M\u00fcttern und V\u00e4tern in \u00e4hnlich fundamentalen Konflikten stehen k\u00f6nnten, wie \u00d6dipus zu seinem Vater Laois, kam er nicht. Und Freuds Vergleiche zwischen Wilden und zivilisierten Neurotikern sind auch eher Ethnokitsch. So wie seine Sicht der Kultur- und Zivilisationsgeschichte als aufsteigendem Prozess, mit ihrem H\u00f6hepunkt in \u201eunserer\u201c europ\u00e4ischen Kultur, auch schon zu seinen Zeiten als eher daneben galt.<\/p>\n\n\n\n<p>Insofern muss die Anmerkung aus dem letzten Blog \u00fcber die V\u00e4ter, die aus m\u00f6rderischer Konkurrenz im Sinne \u00d6dipus\/Laios ihre S\u00f6hne immer wieder in die Kriege schicken, erweitert werden. Grunds\u00e4tzlich steht die Generation der Alten zu den Jungen \u00fcber alle Geschlechter in einem nicht nur \u00f6konomisch (und somit auch \u00f6kologisch, siehe Last Generation) bedingtem Konflikt. Da sind auch Motive von Eltern\/Kind Konflikten, von Neid auf die Jugend, Wut auf die Alten, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GAM1k9vEVqg\">Summertime <\/a>Blues,  drin.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieso \u201evergessen\u201c die Alten eigentlich immer die \u00c4ngste und Emotionen ihrer Jugend, also auch der von Heute, wenn sie an der Macht sind? Lehrjahre sind keine Herrenjahre und ich musste mich auch durchbei\u00dfen etc. pp. Die Tatsache, dass einem gro\u00dfen Teil der jetzigen \u201eAlten\u201c es schei\u00dfegal ist, in welchem Zustand sie den Jungen die Welt hinterlassen, trotz besserem Wissen, hat nicht nur mit Egoismus, Besitzstandswahrung, Wohlstandsverwahrlosung zu tun. Da ist auch jede Menge unbewusster aggressiver, m\u00f6rderischer Impuls gegen die Konkurrenz der sch\u00f6nen Jugend drin. Das ist die Fortf\u00fchrung von \u201eDie Jungen (M\u00e4nner) in die Kriege schicken\u201c, nur umfassender und geschlechter\u00fcbergreifend. Wir machen die Welt kaputt, damit ihr sie nicht kriegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich gehe jede Wette ein, dass diese Gedanken nicht neu sind, so spekulativ sie auch sein m\u00f6gen. Ich bin in solchen Themen nicht mehr up to date. Mir ist die n\u00e4chste Urlaubsplanung wichtiger. Flugreise nat\u00fcrlich \u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ganze Psychoanalyse ist ja letztlich spekulativ wie eine Verschw\u00f6rungstheorie, in der Argumentation fliegenbeinschwach und im Moment der Formulierung schon Schnee von gestern. Apropos Schnee: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/wissen\/mensch\/psychologie\/die-dunkle-seite-des-seelenheilers-sigmund-freud_id_1831525.html\">Freud kokste, was die Nase hielt<\/a> und gab sich mit Sister Morphin den goldenen Schuss, als der Nikotinkrebs seinen Gaumen zerfressen hatte. Freuds Koksbedingte Allmachtsphantasien sollte man (!) bei seiner Rezeption nicht vergessen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Plakat wurde mir bei meiner Verpflichtung als IM beim MfS \u00fcberreicht. Sch\u00f6ne Erinnerungen. Damals war Marx der beste Fu\u00dfball-Verteidiger. An ihm kam keiner vorbei. Die \u00f6konomischen Verh\u00e4ltnisse bestimmen unser Bewusstsein, diese fundamentale Marx-Binse gilt selbstverst\u00e4ndlich nach wie vor. 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