{"id":14718,"date":"2024-02-05T13:14:15","date_gmt":"2024-02-05T07:14:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=14718"},"modified":"2024-02-05T13:19:32","modified_gmt":"2024-02-05T07:19:32","slug":"05-02-2024-bauer-sucht-frau-teil-3","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=14718","title":{"rendered":"<strong>05.02.2024 \u2013 Bauer sucht Frau, Teil 3<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ziegen.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ziegen-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14719\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ziegen-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ziegen-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ziegen-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ziegen-1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ziegen-624x468.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ziegen.jpg 1632w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein paar Ziegen sind auch dabei &#8230;<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In die Medien, gerade auch die sozialen, setzten Generationen von Linken und Alternativen gro\u00dfe emanzipatorische Hoffnungen, fast so wie auf eine \u00f6konomische Umw\u00e4lzung der kapitalistischen Gesellschaft. Dahinter steckte die gro\u00dfe ungel\u00f6ste Frage aus Zeiten, als es noch eine nennenswerte Linke gab: Ist der neue, bessere, aufgekl\u00e4rte Mensch die Voraussetzung f\u00fcr eine revolution\u00e4re Umw\u00e4lzung oder schafft diese erst den neuen Menschen?<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baukasten_zu_einer_Theorie_der_Medien\">Kritische Medientheorie <\/a>kn\u00fcpfte an den Doppelcharakter von Medien an. Zitat: \u201e\u2026. (Medien haben\u2026) &nbsp;sowohl einschr\u00e4nkende wie auch befreiende Elemente. Einerseits \u00fcbernehmen die elektronischen Medien in der modernen Gesellschaft immer mehr \u201eSteuerungs- und Kontrollfunktionen\u201c, andererseits durchbricht ihre technische Struktur bisherige Beschr\u00e4nkungen. Da elektronische Medien die Information beliebig reproduzierbar und allgemein zug\u00e4nglich machen, durchbrechen sie auch soziale Barrieren: \u201eDie neuen Medien sind ihrer Struktur nach egalit\u00e4r.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Das stimmt, nur leider hatten die Genossen nicht bedacht, dass das Egalit\u00e4re zunehmend darin besteht, dass alle gleichberechtigt senden und empfangen, allerdings auf niedrigstem Niveau rump\u00f6belnd und dummes Zeug verbreitend.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier weiter mit dem Bauern seine Antwort auf die Frage, wie denn wohl sein Tagesablauf aussehe:<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<strong>Unver\u00f6ffentlichtes Manuskript, Kapitel 4 \u201eBauer sucht Frau\u201c. Auszug, Teil 3:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201e \u2026. Woher sollte ich das wissen. Bin ich Bauer?<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eIch fr\u00fchst\u00fccke erst mal.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Zeit gewinnen. Aber fr\u00fchst\u00fccken kann ich ja schlecht den ganzen Tag, ergo trieb mein Gegen\u00fcber den Gespr\u00e4chsfluss voran:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201ePrima. Und dann geht es also los&#8230;\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sie rettete mich mit einem Meta-Ebenen Einwurf:<br \/><em>\u201eWenn ich manchmal nicht antworte oder nichts sage, das hat nichts weiter zu bedeuten, das liegt daran, dass ich mir Notizen mache.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eIch auch\u201c,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>rutschte mir heraus, was zwar logisch war, weil L\u00fcgen kurze Beine haben, die unbedingt per schriftliche Notizen verl\u00e4ngert werden m\u00fcssen, was allerdings zu Irritationen f\u00fchren k\u00f6nnte. Aber dieses Intermezzo hatte mich erstmal gerettet. Mir fiel ein, was jeder Bauer mit Rindviechern morgens macht:<br \/><em>\u201eIch melke die K\u00fche.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Na also, geht doch, so schwer ist das Bauernleben gar nicht und ich kam in Fahrt:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eDas m\u00fcsste sp\u00e4ter aber die B\u00e4uerin \u00fcbernehmen, gerade in der Erntezeit. Aber damit das klar ist, das ist kein \u00d6ko- Hof. Bei uns hat nicht jede Kuh ihren Namen und wir nehmen auch keine K\u00e4lber zum Kuscheln mit ins Schlafzimmer. Wenn es soweit ist, kommen die alle zum Schlachter und dann hei\u00dft es \u201aSchlachter, den Bolzen\u2019 und peng!.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das sa\u00df, Treffer ins Schwarze. Von da an war ich in Hochform. Frage:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eWas w\u00e4ren denn die Aufgaben der zuk\u00fcnftigen B\u00e4uerin?\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich erschuf sofort einen 1.200 Quadratmeter gro\u00dfen Gem\u00fcsegarten, nebenan Ziegen und G\u00e4nse, in dem sich die B\u00e4uerin von fr\u00fch bis sp\u00e4t tummeln k\u00f6nnte:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201ePerspektivisch wollen wir da einen Hofladen aufmachen, f\u00fcr Durchreisende und Touristen. Auch mit einer Streichelwiese mit Ziegen und Schafen.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich bei meinem Programm auf der B\u00fchne nur halb so gut improvisieren w\u00fcrde &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eWie soll Ihre k\u00fcnftige B\u00e4uerin denn aussehen und welche Eigenschaften soll sie mitbringen?\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eWie Christine Neubauer.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ein gequ\u00e4ltes St\u00f6hnen am anderen Ende. Das war in meinen Ohren die halbe Casting-Miete in Sachen Bauernhof, von dessen realer Existenz ich mittlerweile selbst \u00fcberzeugt war. Ich hatte ein derartiges Vertrauensverh\u00e4ltnis zu meiner Interviewerin aufgebaut, dass sie die neutrale Ebene verlassen hatte und wertend wurde. Ich lie\u00df die \u00f6ffentlich-rechtliche M\u00f6pse-Quotenk\u00f6nigin Neubauer so nicht auf mir sitzen:<br \/><em>\u201eWieso denn nicht?! Einen Hungerhaken kann man auf einem Bauernhof nicht gebrauchen, da muss was dran sein, damit sie auch anpacken kann. Und rauchen darf sie auch nicht, ich will keinen Aschenbecher knutschen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eWer will das schon.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt hatte ich offensichtlich nicht als Bauer, sondern pers\u00f6nlich bei ihr verschissen. Das war mir auch nicht recht, deshalb zog ich die Frauenversteher-Karte und revolutionierte mit einem Satz die \u00fcber Jahrhunderte gewachsenen Geschlechterverh\u00e4ltnisse im Eichsfeld:<br \/><em>\u201eMeine Frau kann ruhig ihren eigenen Willen haben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Zu revolution\u00e4r wollte ich aber auch nicht erscheinen, ich war ja kein alternativer \u00d6ko-Softie und setzte der freien Willensentfaltung eine klare Grenze:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eAber sie darf nicht das ganze Dorf rebellisch machen und meinem Clan erz\u00e4hlen wollen, wie man alles besser macht. Wir wissen selber seit 500 Jahren wie das geht. Da kann sie gleich ihre Koffer packen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Meine Interviewerin wollte nun genauer wissen, was f\u00fcr eine Pers\u00f6nlichkeit der Nebenerwerbslandwirt war, den es da auf seine alten Tage back to the roots zog:<br \/><em>\u201eWie w\u00fcrden Sie sich selbst beschreiben?\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fortsetzung folgt<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In die Medien, gerade auch die sozialen, setzten Generationen von Linken und Alternativen gro\u00dfe emanzipatorische Hoffnungen, fast so wie auf eine \u00f6konomische Umw\u00e4lzung der kapitalistischen Gesellschaft. 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