{"id":14782,"date":"2024-02-19T14:22:11","date_gmt":"2024-02-19T08:22:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=14782"},"modified":"2024-02-19T14:48:37","modified_gmt":"2024-02-19T08:48:37","slug":"19-02-2024-der-durchfall","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=14782","title":{"rendered":"19.02.2024 \u2013 Der Durchfall"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/140515Leine-Deister-Zeitung.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"806\" height=\"703\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/140515Leine-Deister-Zeitung.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14783\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/140515Leine-Deister-Zeitung.jpg 806w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/140515Leine-Deister-Zeitung-300x262.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/140515Leine-Deister-Zeitung-768x670.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/140515Leine-Deister-Zeitung-624x544.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 806px) 100vw, 806px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Aus dem Archiv: Leine-Deister-Zeitung, 15.05.2014. Wer arm ist, kann sich keinen Durchfall leisten. Das bezog sich vermutlich auf die Tatsache, dass damaligen Hartz-IV-Bezieherinnen rechnerisch pro Tag eine Viertelrolle Toilettenpapier zur Verf\u00fcgung stand, was im Durchfallfall schon mal knapp werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Durchfall kommt die Ern\u00e4hrung. Auch da gehen immer tiefere Gr\u00e4ben durch unsere Gesellschaft. Es gibt Millionen, die k\u00f6nnen sich nicht genug zu essen kaufen, \u00fcber 2 Millionen gehen regelm\u00e4\u00dfig zu den Tafeln. Es m\u00fcssten vermutlich doppelt so viel die Tafeln nutzen, aber die Scham h\u00e4lt viele davon ab. Die Dunkelziffer derer, die Grundsicherung im Alter nicht beanspruchen obwohl ihnen das zusteht, liegt bei 70 Prozent. Nur dadurch spart der Staat ca. 6 Mrd. Euro, die er dann f\u00fcr Panzer ausgeben kann. Insgesamt spart der Staat an Sozialleistungen ca. 20 Mrd. Euro p. a., die aus Scham oder Nichtwissen nicht in Anspruch genommen werden. Wenn das f\u00fcr Panzerabwehrraketen nicht reicht, wird sp\u00e4ter mal die Grundsicherung gek\u00fcrzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Am anderen Ende gibt es Millionen, f\u00fcr die geh\u00f6rt luxuri\u00f6ses Essengehen zum must have ihres Alltags, soziale Definition und Distinktion durch die Wahl des Restaurants, jeder Stern pro Person ein Hunderter mehr (was mittlerweile nicht mehr reicht) und der Champagner kommt noch obendrauf. Den Preis braucht man unter seinesgleichen nicht zu erw\u00e4hnen, man wei\u00df Bescheid, ein Satz wie: \u201eAm Wochenende habe ich endlich mal einen Platz bei (Sternekoch) Tim Raue erwischt\u201c reicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist nicht nur die materielle Spaltung in der Gesellschaft, die die Demokratie zunehmend delegitimiert. Es ist eine auf allen Ebenen, auch auf kommunikativer. Wo sollen sich die hier genannten Personen zu \u201eherrschaftsfreier Kommunikation\u201c begegnen? Und wor\u00fcber sollen sie kommunizieren? Die Einen \u00fcber den schlechten Service bei Tim Raue, wo ein Meursault um 0,7 Grad zu warm serviert wurde und die Anderen \u00fcber menschenunw\u00fcrdige Behandlung bei den Tafeln, wo das Personal schon mal seine Macht \u00fcber die Hungerleider ausnutzt und \u00fcbergriffig wird?<\/p>\n\n\n\n<p>Wenden wir uns der bessersituierten Mitte der Gesellschaft zu, f\u00fcr die Kochen und gutes Essen zum Religionsersatz geworden ist, die Wahl des K\u00fcchenmessers eine auf Leben und Tod, der neueste Ess-Trend das Glaubensbekenntnis und ein abendliches Mahl mit Gleichgesinnten das Hochamt. Einziger Unterschied: es findet kein carnivorer Kannibalismus wie in der Messe mehr statt, bei dem Leib und Blut von Jesus in Form von Hostie und Wein weggemampft wird, es geht Quinoam\u00e4ssig vegan zu.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Vom Di\u00e4twahn gar nicht zu reden. F\u00fcr Di\u00e4tlebensmittel geben die Deutschen j\u00e4hrlich \u00fcber 2 Mrd. Euro aus, dazu kommen B\u00fccher, Kurse, Fitnessger\u00e4te und Studios etc. pp. Nur, um l\u00e4nger (ges\u00fcnder?) zu leben. Aber wie.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt ein einziges Mittel, das nicht nur umsonst ist, sondern Geld spart, mit dem das Leben signifikant bis zu 40 Prozent verl\u00e4ngert wird und das mit weniger Krankheiten: M\u00e4usen, denen man durchg\u00e4ngig 40 Prozent weniger Nahrung als der normalessenden M\u00e4usevergleichsgruppe gibt, leben 40 Prozent l\u00e4nger. Einzige Bedingung: Ausreichend Vitamine und Mineralstoffe. Im Gegensatz zu den normal Mampfenden waren sie am Ende auch nicht gro\u00dfartig krank. Sondern einfach nur tot. Da wir 99 Prozent der Gene mit M\u00e4usen gemein haben, liegen Analogien auf der Hand. Die meisten Gene haben \u00fcbrigens Wasserfl\u00f6he. Nutzt ihnen auch nicht viel, die leben keine drei Monate.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/currywurst.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/currywurst-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14784\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/currywurst-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/currywurst-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/currywurst-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/currywurst-624x832.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/currywurst.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Lebensverk\u00fcrzend und f\u00fcr viele die Ausgeburt der Ern\u00e4hrungsh\u00f6lle. F\u00fcr mich alle Wochen mal der heilige Gral der K\u00f6stlichkeit. Kostet mit diverser Bierbegleitung (und Rostocker, aber der geht aufs Haus) 16 Euro. Bei Tim Raue sind Sie mindestens mit dem Faktor 20 dabei. Ob im Genuss auch, sei mal dahingestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mahlzeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus dem Archiv: Leine-Deister-Zeitung, 15.05.2014. Wer arm ist, kann sich keinen Durchfall leisten. Das bezog sich vermutlich auf die Tatsache, dass damaligen Hartz-IV-Bezieherinnen rechnerisch pro Tag eine Viertelrolle Toilettenpapier zur Verf\u00fcgung stand, was im Durchfallfall schon mal knapp werden kann. Vor dem Durchfall kommt die Ern\u00e4hrung. Auch da gehen immer tiefere Gr\u00e4ben durch unsere Gesellschaft. 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