{"id":15149,"date":"2024-06-19T14:37:44","date_gmt":"2024-06-19T08:37:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=15149"},"modified":"2024-06-19T14:46:00","modified_gmt":"2024-06-19T08:46:00","slug":"19-06-2024-mehr-waffen-kuerzen-bei-den-armen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=15149","title":{"rendered":"19.06.2024 \u2013 Mehr Waffen. K\u00fcrzen bei den Armen."},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/high-deck.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/high-deck-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15150\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/high-deck-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/high-deck-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/high-deck-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/high-deck-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/high-deck-624x832.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/high-deck.jpg 1734w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfwohnsiedlung<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wikiHigh-Deck-Siedlung\"> High-Deck,<\/a>  Berlin-Neuk\u00f6lln, Sonnenstra\u00dfe. Aus der Siedlung stammt das medial weit verbreitete Bild des brennenden Busses nach Sylvesterkrawallen. Menschen sind in der Siedlung auf die hier sichtbare zweite Ebene verbannt, die erste ist f\u00fcr Autos, damit die schnell rein und rauskommen. Ein Bau aus den 70ern, als Viergeschosser ein Nachfolgekonzept der gescheiterten Hochhauskonstruktionen wie M\u00e4rkisches Viertel, Gropiusstadt, Ihmezentrum in Hannover, in jeder Gro\u00dfstadt zu finden. Auch dieses High-Deck Konzept gilt als gescheitert. Hoher Migrationsanteil, die H\u00e4lfte im Transferleistungsbezug, mangelhafte Infrastruktur, den Mythos High-Deck im Kopf habend, f\u00fchlte ich mich bei meiner Exkursion da unbehaglich, beklommen. Ich bekam die ganze Zeit nicht eine Menschenseele zu Gesicht, \u00fcber allem lag ein gespenstisches Schweigen. Flanieren, Stadtexcursionen, all das hat immer auch \u00fcber das reine Gehen hinaus eine k\u00f6rperlich-sinnliche Dimension. Was tun mit dem Beton, und den Menschen? Umsiedeln, in Einfamilienh\u00e4uschen, Beton sprengen und Park dahin?<\/p>\n\n\n\n<p>Das Problem bei allen Konzepten des St\u00e4dtebaus: Hier trifft das Grundrecht auf menschenw\u00fcrdiges, bezahlbares Wohnen auf Profitinteresse des Kapitals. Das ist ein unaufl\u00f6sbarer Widerspruch, wie wir an der Entwicklung des Wohnens der letzten Jahre sehen. Das Scheitern liegt in der Struktur.<\/p>\n\n\n\n<p>Scheitern ist relativ, da tobt kein B\u00fcrgerkrieg. Die Menschen dort f\u00fchlen sich wohl, wollen kaum weg, Zitat: \u201e \u2026. Insgesamt sind die Konflikte eher im Bereich weicher Faktoren angesiedelt und nicht im Bereich krimineller Delikte, von einer sichtbaren Ghettoisierung kann nach Haberle keine Rede sein. Vandalismus oder Graffiti waren 2002 nicht sichtbar und zumindest tags\u00fcber herrschte unter den Bewohnern kein vordergr\u00fcndiges Unsicherheitsgef\u00fchl\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das f\u00e4llt mir in Berlin extrem auf: Milliarden Graffiti in Kreuzberg und Friedrichshain, zur Peripherie hin kaum was bis teilweise nichts, da, wo es n\u00f6tig und angebracht w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Mitglieder aus dem Widerstand gegen das M\u00e4rkische Viertel landeten \u00fcbrigens in den 70ern bei der RAF. Der Wohnfrage wohnt immer existentielles, extremes inne.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine private Excursion im High-Deck steht im Schnittpunkt mit den aktuellen Haushaltsberatungen (kleiner mach ich es nicht). Lindner sagt ganz klar: Mehr Waffen, k\u00fcrzen bei den Armen, im Sozialbereich. Das hat mehrere praktische Dimensionen: Die R\u00fcstungsindustrie boomt, das sind zus\u00e4tzliche Anlagem\u00f6glichkeiten f\u00fcr Reiche, neben denen bei Staatsanleihen. Die Armen werden diszipliniert und als Kanonenfutter rekrutiert, wer arm ist, nimmt zur Not auch Jobs mit t\u00f6dlichem Risiko wie beim Bund. Und Aufr\u00fcstung nach Au\u00dfen kann auch nach Innen instrumentalisiert werden, falls den Armen doch mal die Geduld rei\u00dft und Riots auch hier zunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Also All-in bei Waffen.  Die Nato hat 2023 1.341 Milliarden US-Dollar f\u00fcr Waffen ausgegeben, das <a href=\"https:\/\/www.mitwelt.org\/militaerausgaben-ruestungsausgaben-deutschland-nato-russland-vergleich\">Zw\u00f6lffache von Russland<\/a> mit 109 Milliarden. Das Nato-Konzept des Todr\u00fcstens des Gegners hat ja schon mal erfolgreich funktioniert, als das b\u00f6se Reich im Osten 89 mit einem Wimmern implodierte. Es h\u00e4tte auch mit einem Bang explodieren k\u00f6nnen, dar\u00fcber wurden damals keine Wetten angenommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber vielleicht klappt das mit dem Bang ja beim zweiten Versuch des Todr\u00fcstens<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gro\u00dfwohnsiedlung High-Deck, Berlin-Neuk\u00f6lln, Sonnenstra\u00dfe. Aus der Siedlung stammt das medial weit verbreitete Bild des brennenden Busses nach Sylvesterkrawallen. Menschen sind in der Siedlung auf die hier sichtbare zweite Ebene verbannt, die erste ist f\u00fcr Autos, damit die schnell rein und rauskommen. 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