{"id":15780,"date":"2024-12-26T16:25:49","date_gmt":"2024-12-26T10:25:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=15780"},"modified":"2024-12-26T21:45:09","modified_gmt":"2024-12-26T15:45:09","slug":"26-12-2024-versoehnliches-zum-fest-der-liebe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=15780","title":{"rendered":"26.12.2024 \u2013 Vers\u00f6hnliches zum Fest der Liebe"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/SCHUPPEN-68-Documenta-2012-Fountain-II.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"776\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/SCHUPPEN-68-Documenta-2012-Fountain-II-1024x776.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15781\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/SCHUPPEN-68-Documenta-2012-Fountain-II-1024x776.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/SCHUPPEN-68-Documenta-2012-Fountain-II-300x227.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/SCHUPPEN-68-Documenta-2012-Fountain-II-768x582.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/SCHUPPEN-68-Documenta-2012-Fountain-II-624x473.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/SCHUPPEN-68-Documenta-2012-Fountain-II.jpg 1063w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><br \/>Die Kunst-Installateure Gleitze &amp; Sievers auf der 13. Documenta 2012. Eine Hommage an Marcel Duchamps Urinal \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fountain_(Duchamp)\">Fountain<\/a>\u201c, einem Schl\u00fcsselwerk der modernen Kunst  . Korrigiere: Sch\u00fcsselwerk. Kollege Sievers spielte bei dieser Intervention die tragende Rolle. Er musste das Teil, das deutlich mehr als eine Kiste Bier wiegt, die ganze Zeit schleppen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/120716Kunst-Magazin-ohne-Bild.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"594\" height=\"1013\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/120716Kunst-Magazin-ohne-Bild.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15782\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/120716Kunst-Magazin-ohne-Bild.jpg 594w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/120716Kunst-Magazin-ohne-Bild-176x300.jpg 176w\" sizes=\"(max-width: 594px) 100vw, 594px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><br \/>Die Kunstwelt \u00fcberschlug sich vor Begeisterung und referierte Inhalt und Absicht der Aktion exakt, was selten genug vorkommt. Hier aus dem Kunst-Magazin. Besucher*innen der Documenta bescheinigten uns: \u201eDas ist das originellste Werk dieser Documenta\u201c.<br \/>Ich krame das aus aktuellem Anlass hervor, hat doch die Documenta f\u00fcr ihre 16. Ausgabe 2027 <a href=\"https:\/\/www.juedische-allgemeine.de\/kultur\/retterin-aus-den-usa\/\">vor ein paar Tagen eine neue Leitung bekommen<\/a>, die die fast unl\u00f6sbare Aufgabe hat, die Documenta vom antisemitischen Makel ihrer letzten Ausgabe zu befreien.  Eine schwarze Frau. Im Prinzip angemessen, wurden die ersten 12 Documenta ausschlie\u00dflich von fast immer wei\u00dfen, meist \u00e4ltlichen M\u00e4nnern geleitet. Normal grotesk und wenig verwunderlich, ist doch die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Documenta#NS-Vergangenheit_Werner_Haftmanns\">Gr\u00fcndungsgeschichte <\/a>der Documenta nationalsozialistisch impr\u00e4gniert  .<br \/>Nun ist es aber nicht erst seit Maggie Thatcher ein alter Hut, dass allein der Status \u201eFrau\u201c in verantwortlicher Position keinesfalls vor Torheiten oder gar reaktion\u00e4rem Unrat sch\u00fctzt. Die Leiterin der 13. Documenta Carolyn Christov-Bakargiev hatte beispielsweise nicht alle Latten auf dem esoterischen Zaun, als sie \u201eMultispezies-F\u00fchrungen\u201c auch f\u00fcr Hunde anbot, Erdbeeren als Kunstproduzenten verortete, ein Wahlrecht f\u00fcr beide forderte und auf die Frage, ob es denn keinen Unterschied zwischen menschlicher Kunst und tierischen Erzeugnissen gebe, sagte:<a href=\"https:\/\/www.hna.de\/kultur\/documenta\/documenta-chefin-will-wahlrecht-hunde-erdbeeren-2339762.html\"> \u201eNein, absolut nicht!\u201c <\/a>Da hatten wir mit unserem Natursekt die Messlatte noch hochgelegt.<br \/>Diesen multispeziezistischen Unfug konnte frau noch schmunzelnd als schwer neben der Kappe abkanzeln (heute: off-canceln). Aber leider ist es von Esoterik zu Antisemitismus nur ein winzig kleiner Schritt und den tat folgerichtig ihre Nachfolgerin. Die letzte Documenta versank in einem nicht enden <a href=\"https:\/\/www.hessenschau.de\/kultur\/antisemitismus-vorwuerfe-documenta-erneut-wegen-bds-unterstuetzer-in-der-kritik-v2,documenta-antisemitismus-kommissar-100.html\">wollenden Antisemitismus Sumpf<\/a> . Ein Skandal, der die verantwortliche Ministerin Claudia Roth als gruselige Fehlbesetzung decouvrierte, die Stadt Kassel bis auf die Knochen blamierte und den latenten Antisemitismus in der Kunstszene, im Juste Milieu des kulturaffinen B\u00fcrgertums und der angrenzenden Pseudo-Linken als das kenntlich machte, was er auch in Deutschland nach 80 Jahren noch ist: Lebendig. Und bereit, jederzeit die Meinungsherrschaft zu \u00fcbernehmen. Bevor dann die richtigen Nazi-Profiteure die restliche Herrschaft \u00fcbernehmen.<br \/>Ich hoffe, die neue Documenta-Leiterin bewegt sich in diesem verminten Terrain, ohne dass auch die n\u00e4chste Ausgabe der Gesellschaft um die Ohren fliegt. Bin da aber skeptisch. Der derzeitige kulturelle Diskurs ist gepr\u00e4gt von Dekolonisation, Diversit\u00e4t und Identit\u00e4tspolitik und diese Bereiche und ihre Protagonistinnen sind bis auf wenige Ausnahmen bis ins Mark antisemitisch angefault.<br \/>Bitter f\u00fcr mich als jemanden, der sich als Teil einer unabh\u00e4ngigen, radikalen, kulturaffinen Linken und des Kunstbetriebs verortet. Aber ein Blick in die reale Welt au\u00dferhalb des Betriebs zeigt: Das ist ein l\u00e4cherliches Luxus-Wehwehchen und auch kein wirklicher Verlust. Fr\u00fcher war jede Documenta ein Hochamt f\u00fcr mich, heute gibt ein wacher Gang durch die Berliner Atelier-, Galerie- und Museumsszene wesentlich pr\u00e4ziser und aktueller Auskunft \u00fcber den derzeitigen Stand der zeitgen\u00f6ssischen internationalen Kunstproduktion.<br \/>Eine gute Predigt sollte immer und gerade zum Fest der Liebe vers\u00f6hnlich enden und so soll hier zur Ehrenrettung der Schwestern auf das Schicksal von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elsa_von_Freytag-Loringhoven\">Elsa von Freytag-Loringhoven <\/a>hingewiesen werden, eine radikale Dada-K\u00fcnstlerin und Zeitgenossin von Duchamp. M\u00f6glicherweise war sie, und nicht er, Sch\u00f6pferin von \u201eFountain\u201c, dem einflussreichsten Werk der modernen Kunst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kunst-Installateure Gleitze &amp; Sievers auf der 13. Documenta 2012. Eine Hommage an Marcel Duchamps Urinal \u201eFountain\u201c, einem Schl\u00fcsselwerk der modernen Kunst . 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