{"id":15977,"date":"2025-02-23T14:21:40","date_gmt":"2025-02-23T08:21:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=15977"},"modified":"2025-02-23T14:24:07","modified_gmt":"2025-02-23T08:24:07","slug":"23-02-2025-eine-quittung-gibt-es-heute-mit-dem-glockenschlag-18-uhr","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=15977","title":{"rendered":"23.02.2025 \u2013 Eine Quittung gibt es heute mit dem Glockenschlag 18 Uhr"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/abgerissen-familienzentrum.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"970\" height=\"690\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/abgerissen-familienzentrum.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15978\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/abgerissen-familienzentrum.jpg 970w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/abgerissen-familienzentrum-300x213.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/abgerissen-familienzentrum-768x546.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/abgerissen-familienzentrum-624x444.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 970px) 100vw, 970px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Plakate im sozialen Brennpunkt Hannover-M\u00fchlenberg. Zitat aus Wikipedia: \u201e<em>Der Stadtteil als Ganzes weist in fast allen Sozialdaten negative Rekordwerte auf. So erhielten am 31. Dezember 2017 \u00fcber 66 % der Haushalte mit Kindern und Jugendlichen Transferleistungen, die mit gro\u00dfem Abstand h\u00f6chste Kinderarmutsquote der Stadt. Insgesamt empfangen etwa die H\u00e4lfte der Bewohner Transferleistungen. M\u00fchlenberg hatte im Dezember 2022 mit 20,8 % die h\u00f6chste Arbeitslosenquote in Hannover.\u201c<\/em><br \/>20 Prozent, wir erinnern uns, war auch der Wahlanteil der AfD in M\u00fchlenberg bei letzten EU-Wahl, wo sie in Gesamt-Hannover lediglich 8,5 Prozent erhalten hatte. Ob meine Prognose zutrifft, dass in einzelnen Wahllokalen in M\u00fchlenberg die AfD heute \u00fcber 50 Prozent der Stimmen erh\u00e4lt, werde ich Mitte der Woche hier dokumentieren, wenn die Ausz\u00e4hlung offiziell ist.<br \/>Wie desastr\u00f6s die st\u00e4dtebauliche und damit auch gesellschaftliche Integration von Menschen unterschiedlicher Nationalit\u00e4ten und Herk\u00fcnfte in weiten, sozial prek\u00e4ren Teilen unseres Landes gescheitert ist, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%BChlenberg_(Hannover)#Entwicklung_zum_sozialen_Brennpunkt\">zeigen die folgenden Zahlen:<\/a> In M\u00fchlenberg haben 79,6 % der Bewohner einen Migrationshintergrund, von denen 50,2 % Ausl\u00e4nder sind. <br \/>Trotzdem &#8211; oder leider gerade wegen des gesellschaftlichen Scheiterns deshalb &#8211; w\u00e4hlen extrem viele Menschen dort die extrem rassistische AfD. Wobei die Gemengelage komplex ist: In M\u00fchlenberg leben viele Menschen mit russischem und postsowjetischem Migrationshintergrund, die wieder um eine hohe Affinit\u00e4t zur AfD besitzen. Selbstverst\u00e4ndlich herrscht auch innerhalb der migrantischen Community ein veritabler Rassismus: Russlanddeutsche vs. T\u00fcrken und Araber z. B. All das ist die logische Konsequenz, wenn man Menschen ohne Jobs, ohne Zukunft, ohne ausreichende flankierende soziale und st\u00e4dtebauliche Infrastruktur wie Legehennen in Betonbatterien zusammenpfercht.<br \/>Randnotiz: Viele Stra\u00dfennamen im M\u00fchlenberg stammen von antifaschistischen Widerstandsk\u00e4mpferinnen, die von Nazis ermordet wurden: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelm_Canaris\">Canarisweg<\/a> , Schollweg, Wei\u00dfe Rose, Leuschnerweg, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adolf_Reichwein\">Reichweinweg  <\/a>, Bonhoeffer, Ossietzky, etc. pp. Kommunistische Widerstandsk\u00e4mpfer*innen, wie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hilde_Coppi\">Hilde Coppi <\/a>von der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rote_Kapelle\">\u201eRoten Kapelle\u201c <\/a> sind, soweit ich wei\u00df, dort nicht vertreten.<br \/>In der Sache Hilde Coppi gibt es einen \u00c4nderungsantrag von Bezirksratsfrau Julia Grammel (DIE LINKE.) zu Drucks. Nr. 15-1959\/2023 &#8222;<a href=\"https:\/\/e-government.hannover-stadt.de\/lhhsimwebre.nsf\/DS\/15-2098-2023\">Stra\u00dfenbenennungen im (<em>hann\u00f6verschen, d. A<\/em>.) Stadtteil Badensted<\/a>t&#8220; Der Antrag bringt es auf den Punkt.<br \/>Ich habe nicht weiter recherchiert. Dieses gesellschaftliche Versagen auf so vielen Ebenen, dessen erste Quittung wir unter anderem heute Glockenschlag 18 Uhr pr\u00e4sentiert bekommen, verg\u00e4llt mir den sch\u00f6nen Fr\u00fchlingstag. Irgendwann reicht\u2019s dann auch.<br \/>Was halblustiges zum Schluss: Wir wissen nicht, wer obige Plakate geklebt hat, doch die AfD, die langsam die Masken fallen l\u00e4sst, deren Sympathisanten, Linke, Antifa, Kommunikationsguerilla \u2026 <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/hannover-afd-wehrt-sich-gegen-gefaelschte-wahlplakate-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-250220-930-381254\">Die Aktion ging bundesweit durch die Medien.<\/a><br \/>\u00dcber einen Satz in dem ansonsten eher <a href=\"https:\/\/www.haz.de\/lokales\/hannover\/arbeitslager-sozialschnorrer-afd-will-anzeige-wegen-gefaelschter-wahlplakate-erstatten-EXQV6AL6PNHMHI5KO76R54GAKQ.html\">deprimierenden HAZ-Artikel <\/a> musste ich dann doch lachen: <em>\u201eEin Verweis auf eine Kunst- oder Satireaktion l\u00e4sst sich auf den Plakaten ebenfalls nicht finden.\u201c<\/em><br \/>W\u00e4re der Autor auf die Idee gekommen, einen Schritt zur\u00fcck oder neben sich zu treten, w\u00e4re er vielleicht auf die Idee gekommen, dass die Plakate selber der Verweis auf Kunst oder Satire sein k\u00f6nnen. Aber das werden wir wohl nie herausfinden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Plakate im sozialen Brennpunkt Hannover-M\u00fchlenberg. Zitat aus Wikipedia: \u201eDer Stadtteil als Ganzes weist in fast allen Sozialdaten negative Rekordwerte auf. So erhielten am 31. Dezember 2017 \u00fcber 66 % der Haushalte mit Kindern und Jugendlichen Transferleistungen, die mit gro\u00dfem Abstand h\u00f6chste Kinderarmutsquote der Stadt. Insgesamt empfangen etwa die H\u00e4lfte der Bewohner Transferleistungen. 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