{"id":16017,"date":"2025-03-10T15:06:28","date_gmt":"2025-03-10T09:06:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16017"},"modified":"2025-03-10T23:44:19","modified_gmt":"2025-03-10T17:44:19","slug":"10-03-2025-erhalt-von-demokratie-aber-wie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16017","title":{"rendered":"10.03.2025 &#8211; Erhalt von Demokratie \u2013 aber wie?"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/090408Wochenblatt-Bitterboese-Ironie.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"838\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/090408Wochenblatt-Bitterboese-Ironie-838x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16018\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/090408Wochenblatt-Bitterboese-Ironie-838x1024.jpg 838w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/090408Wochenblatt-Bitterboese-Ironie-246x300.jpg 246w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/090408Wochenblatt-Bitterboese-Ironie-768x938.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/090408Wochenblatt-Bitterboese-Ironie-624x762.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/090408Wochenblatt-Bitterboese-Ironie.jpg 1029w\" sizes=\"(max-width: 838px) 100vw, 838px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><br \/>Bitterb\u00f6se Ironie. April 2009. Die Stadt G\u00f6ttingen hat mir den Euro \u00fcbrigens zur\u00fcckgeschickt. Der Briefwechsel war Bestandteil meines damaligen Kabarettprogramms. Verdamp lang her.<br \/>Egal auf welcher Ebene: Wie im vorliegenden Fall geht es, wenn es um den Erhalt von Demokratie geht, ums Eingreifen. In die \u00d6ffentlichkeit. Egal mit welchen Mitteln. Na ja, fast egal. Aber Kunst sollte immer dabei sein.<br \/>Unsere demokratische Gesellschaft konstituiert sich durch eine bestimmte Form von \u00d6ffentlichkeit. Die Entstehung von Demokratie ist seit den alten Griechen, die die Angelegenheiten der attischen Republik auf dem Marktplatz, der Agora, verhandelten, durch die Herausbildung einer mehr oder weniger offenen Form von \u00d6ffentlichkeit nicht nur gepr\u00e4gt, sondern zwangsl\u00e4ufig an sie gekoppelt. Ohne b\u00fcrgerliche \u00d6ffentlichkeit keine b\u00fcrgerliche Demokratie und umgekehrt. Deshalb z. B. w\u00fcten die AfD-Faschisten so zentral und vehement gegen den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk. Sie h\u00e4tten am liebsten 24\/7 auf allen Kan\u00e4len Dschungelcamp, das gro\u00dfe Promi-Kacken und \u00f6ffentliche Auspeitschungen und Hinrichtungen. Informationen kann das doitsche Volk ja \u00fcber social media beziehen. Motto: Grenzenlose Freiheit auf allen Kan\u00e4len f\u00fcr Alle! Keine staatliche Bevormundung!<br \/>Das ist klassische Liberalit\u00e4t im liberalen Sinne. Allein daran erkennt man, dass der klassische Liberalismus schon immer f\u00fcr den Arsch war, weil bei ihm aus \u201eallen Kan\u00e4len\u201c nur Abwasserkan\u00e4le, Kloaken werden. Das Gesicht des klassischen Liberalismus war ja bekanntlich auch ein Arsch. In Antizipation dessen hatte die Partei SCHUPPEN 68 bei ihrem epochalen Wahlkampf 1991 auf ihre Wahlplakate die \u00c4rsche einzelner Mitglieder abgebildet, mit dem Spruch: Wir haben die besseren K\u00f6pfe.<br \/>Die Theorie des \u00f6ffentlichen Eingreifens der Kunst ist \u00fcber 100 Jahre alt. Sie stammt aus der Bl\u00fctezeit der sowjetischen Avantgarde bis Mitte der Zwanziger, bevor diese vom stalinistischen Terror erw\u00fcrgt wurde. Siehe Sergej Tretjakow, Sergei Eisenstein, Wladimir Majakowski, die im Austausch mit Brecht und Walter Benjamin standen.<br \/>Ob aus Gr\u00fcnden des Erhalts von Demokratie die neue Regierung mit ihren Milliarden-Schulden den Vormarsch der AfD bremsen kann, ist fraglich. Bevor der kleine Volksgenosse von den Segnungen dieser Schulden direkt was mitgekriegt, sind wir locker bei der n\u00e4chsten Wahl 2029. Steuererleichterungen f\u00fcr Unternehmen und Spitzenverdiener sind schnell in Kraft gesetzt, aber bevor die erste Br\u00fccke saniert ist, das erste Klo einer Grundschule renoviert oder der Erweiterungsbau einer IGS steht, vergehen beim Stand der B\u00fcrokratie und Vorschriften Jahrhunderte.<br \/>Daher macht es einen tieferen Sinn, wenn die Vertreter der Facharbeiterschaft, die SPD, und die Vertreter des Mittelstandes, die CDU\/CSU, das abgeschlossen haben, was im Privatrecht unzul\u00e4ssig ist: Einen Vertrag zu Lasten Dritter. N\u00e4mlich zu Lasten der Gefl\u00fcchteten und der B\u00fcrgergeldempf\u00e4nger. Die m\u00fcssen dann also zur Befriedigung niederer Gel\u00fcste wie Neid, Aggression, Hass von weiten Kreisen der Bev\u00f6lkerung als klassische S\u00fcndenb\u00f6cke herhalten.<br \/>Es gibt viel zu tun. T\u00fcten wir es ein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bitterb\u00f6se Ironie. April 2009. 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