{"id":16045,"date":"2025-03-19T12:28:37","date_gmt":"2025-03-19T06:28:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16045"},"modified":"2025-03-19T12:47:27","modified_gmt":"2025-03-19T06:47:27","slug":"19-03-2025-gesichter-einer-nacht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16045","title":{"rendered":"19.03.2025 \u2013 Gesichter einer Nacht"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/demo2.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/demo2-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16046\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/demo2-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/demo2-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/demo2-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/demo2-1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/demo2-2048x1536.jpg 2048w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/demo2-624x468.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Schwarze Block. In der antiken Schlacht-Formation der Testudo (Schildkr\u00f6te), die von Gaius Julius C\u00e4sar entwickelt wurde. Ein geschlossener Block igelt sich ein, wappnet sich nach au\u00dfen und r\u00fcckt vor. Da weht der Geist des gro\u00dfen Latinums durch die Reihen der Autonomen. Da marschierte die k\u00fcnftige Elite unseres Landes, Au\u00dfenminister wie Joseph Fischer, oder Anw\u00e4lte wie Horst Mahler, jetzt Nazi. Keine Angst, die sto\u00dfen sich jetzt nur die H\u00f6rner ab und werden im sp\u00e4teren Leben draufkommen, wie d\u00e4mlich ihre Parolen teilweise sind: Freiheit f\u00fcr alle politischen Gefangenen? Also alle Neonazi-M\u00f6rder und Schl\u00e4ger raus? Keine Repression? Also den antisemitischen Mob in Neuk\u00f6lln und Kreuzberg ungehindert Straftaten begehen lassen? No Police? Ich habe das eine oder andere Mal bei Israel-Soli-Demos mit einer Handvoll j\u00fcdischer Mitb\u00fcrger*innen einem Pal\u00e4stina-Mob gegen\u00fcbergestanden und h\u00e4tte in der uns von der vielfachen \u00dcbermacht trennenden Polizeikette aus lauter Erleichterung \u00fcber deren Anwesenheit am liebsten Ferrero K\u00fcsschen verteilt. Also, liebe Genoss*innen: Dummes Zeug wird nicht dadurch Literatur, indem es unreflektiert von einer Generation an die n\u00e4chste weitervererbt wird. Aber so sind sie halt, die jungen Leute. Bestreiten alles, au\u00dfer ihren eigenen Lebensunterhalt. Tusch, Narhalla Marsch.<br \/>Etwas sp\u00e4ter prallte mich dieses Bild der Nacht an, zog mich magisch in seinen Bann<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/demo-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"956\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/demo-956x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16047\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/demo-956x1024.jpg 956w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/demo-280x300.jpg 280w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/demo-768x822.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/demo-1434x1536.jpg 1434w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/demo-1913x2048.jpg 1913w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/demo-624x668.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 956px) 100vw, 956px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Put on your red shoes and dance the blues. (Wer es nicht wei\u00df, das ist von <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=c4O6l6O-tgA\">\u201eHis Elegancy\u201c  )<\/a><br \/>Mir fiel bei dem Anblick <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rudolf_Schlichter\">Rudolf Schlichter<\/a> ein. Zeitgenosse und Freund Brechts, D\u00f6blins und von George Grosz, grandioser Maler und Portr\u00e4tist, Mitglied der KPD, Zuhause in der Boheme Berlins und im Rotlichtmilieu der 20er, bekennender Stiefelfetischist. Sp\u00e4ter leider auf Abwegen, politisch, als es immer n\u00e4her an den Abgrund ging<br \/><br \/>Fetisch, privater und \u00f6ffentlicher \u2013 wie h\u00e4ngen die zusammen in einer Gesellschaft, die zunehmend auf einen noch unsichtbaren Abgrund zusteuert? Was zwei oder mehr Menschen in ihrer Kemenate in freier \u00dcbereinkunft treiben, geht niemanden, und den Staat schon gar nicht, etwas an. So weit, so Binse. Prek\u00e4r wird es allerdings bei n\u00e4herer Betrachtung \u00f6ffentlicher Fetische, wobei die Trennlinie zum privaten verschwimmt. Ein \u00f6ffentlicher Fetisch ist erstmal einfach ein kultischer Gegenstand, dem besondere Eigenschaften zugesprochen werden. Der private Fetisch ist ein erotisch aufgeladener Gegenstand (oder K\u00f6rperteil), z. B. Stiefel. Wobei erotischer Fetischismus nicht selten sadomasochistisch konnotiert ist. Was zunehmend enttabuisiert ist und nicht erst seit 50 shades of grey in Literatur, Pop und Werbung ikonischen, kommerziellen Charakter angenommen hat.<br \/>Und genau da wird es gesellschaftlich interessant und relevant, wenn wir uns n\u00e4mlich den zentralen, \u00f6ffentlichen Fetischen im Kapitalismus zuwenden: Geld und Arbeit. Sie bilden die Grundlage des Kapitalismus und erfahren daher eine religi\u00f6se, kultische Verehrung und Anbetung. Hier verschwimmen die Grenzen zum privaten Fetisch. Geld, als t\u00f6dlichste Droge, m\u00f6rderischer als jedes Heroin, ist zunehmend auch individuell erotisch aufgeladen, da muss man nicht zur Plattit\u00fcde \u201ek\u00e4ufliche Liebe\u201c greifen. Es versetzt Menschen in Verz\u00fcckung, Wonne, Gl\u00fcck, Erregung und will, wie alle Lust, Ewigkeit.<br \/>Mit Arbeit ist es \u00e4hnlich. Wie viele Menschen gehen nach ihrem \u201eRuhe\u201cstand, ohne Arbeit, sukzessive an Langeweile und Sinnlosigkeit ein wie Rosen ohne Wasser. Und das, obwohl ihre Arbeit vorher noch sinnloser war als ihr Leben danach. So eine Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn dieser Fetisch, Arbeit, im Kapitalismus eine kultische Verehrung genie\u00dft wie weiland die Tafeln mit den 10 Geboten bei Moses. Amen. Wort des Allm\u00e4chtigen Herrn. Gleitze.<br \/>Bedenklich wird die ganze Causa, die weit \u00fcber die fr\u00f6hlichen Fesselspiele am heimischen Bettpfosten hinausreicht, durch die Tatsache, dass der ideologische Hintergrund der damit oft verkn\u00fcpften sadomasochistischen Varianten ein d\u00fcsterer ist: Das Prinzip von Dominanz und Unterwerfung spiegelt in dieser kapitalistischen Welt keineswegs eine Befreiung von Normen wider, sondern reproduziert unreflektiert ein System von Macht und Ohnmacht, Ungleichheit, Unterdr\u00fcckung, Erniedrigung. Wie auffe Maloche.<br \/>Es wird wirklich Zeit, dass der Fr\u00fchling ausbricht und fr\u00f6hlichere Gedanken meinen Geist durchwehen. Wie die Vorstellung, dass aus den Akten zur Ermordung Kennedys, die Trump jetzt freigegeben hat, hervorgeht, dass hinter dem Mord die gr\u00f6nl\u00e4ndische Mafia steckt und Trump endlich einen Anlass hat, seine Schlittenhunde-Armee in Gr\u00f6nland einmarschieren zu lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Schwarze Block. In der antiken Schlacht-Formation der Testudo (Schildkr\u00f6te), die von Gaius Julius C\u00e4sar entwickelt wurde. Ein geschlossener Block igelt sich ein, wappnet sich nach au\u00dfen und r\u00fcckt vor. Da weht der Geist des gro\u00dfen Latinums durch die Reihen der Autonomen. 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