{"id":16051,"date":"2025-03-21T13:59:30","date_gmt":"2025-03-21T07:59:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16051"},"modified":"2025-03-21T17:12:37","modified_gmt":"2025-03-21T11:12:37","slug":"21-03-2025-wenn-die-zukunft-duester-ist-strahlt-die-vergangenheit-umso-heller","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16051","title":{"rendered":"21.03.2025 \u2013 Wenn die Zukunft d\u00fcster ist, strahlt die Vergangenheit umso heller."},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/0009film287-25-14.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"671\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/0009film287-25-14-671x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16052\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/0009film287-25-14-671x1024.jpg 671w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/0009film287-25-14-197x300.jpg 197w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/0009film287-25-14-768x1172.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/0009film287-25-14-1006x1536.jpg 1006w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/0009film287-25-14-1342x2048.jpg 1342w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/0009film287-25-14-624x952.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/0009film287-25-14.jpg 1431w\" sizes=\"(max-width: 671px) 100vw, 671px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>EXPO 2000 in Hannover, aufgenommen mit einer Kompaktkamera. Ein wundervolles St\u00fcck Zeitgeschichte ist dieses Originalmauerst\u00fcck, beschmiert von einem ebenso unbegabten wie dummen und reaktion\u00e4ren Malermeister Klecksel. Ich denke immer noch wehm\u00fctig an die EXPO, eine einzige Party von 6 Monaten, Luxus pur, die ganze Welt in Hannover zu Gast, nie gekannte Spezereien, Weine aus Georgien, heute der Hit, damals v\u00f6llig unbekannt, flirrende Musik in und an den n\u00e4chtlichen Pavillons. Schemenhafte Schatten einer zauberhaften Erinnerung an etwas Einzigartiges. Die Kunst, siehe oben, war f\u00fcr die Tonne, die spektakul\u00e4ren Pavillons gibt es nicht mehr, bis auf den holl\u00e4ndischen. Das Ganze bescherte der Region ein tolles \u00d6PNV-Netz, neue Stadtteile und Schulden. Was es nicht bescherte: Eine Werbeveranstaltung f\u00fcr den milit\u00e4risch-industriellen Komplex, zus\u00e4tzlich Armut und Wohnungsnot, Zerst\u00f6rung der Umwelt, etc. blabla. Was die lieben Genossinnen halt damals so vor sich hin delirierten. Eine kritische Reflexion der eigenen Fehleinsch\u00e4tzung fand wie \u00fcblich nicht statt.<br \/>Und anstatt sich selbst vor Ort zu \u00fcberzeugen, grollten viele Linke zuhause in den bekannten jahrzehntealten abgeranzten Kneipen vor sich hin, getreu nach dem Motto: Liebe G\u00f6ttin, erhalte mir mein Ressentiment. <\/p>\n\n\n\n<p>Diese notorische Rechthaberei und gedankliche Inflexibilit\u00e4t war eine der Grundlagen f\u00fcr den Abgesang der Linken aus der Weltgeschichte. Nicht die Wichtigste. Da war der Fall der Mauer schon relevanter.<br \/>Ich war vor der EXPO nat\u00fcrlich auch strikt dagegen. Aber die Realit\u00e4t war eine Lehrmeisterin. Angesichts der Mauer oben dachte ich damals hoffnungsfroh: Darauf kann man ja aufbauen. Ein paar Maurer-Akkordkolonnen und ruckzuck steht die Mauer wieder. So kann man sich t\u00e4uschen. Was soll\u2019s, was ist nicht ist, kann ja noch werden.<br \/>Wenn die Zukunft d\u00fcster ist, strahlt die Vergangenheit umso heller. Aber das demn\u00e4chst wahrscheinlich die BVG in Berlin stillgelegt wird durch Streik, verfinstert mein Gem\u00fct doch.<br \/>Eine Erinnerung an die EXPO wirft doch einen Schatten: Der Kurator des irischen Pavillons rief bei mir an und wollte eine Kooperation mit dem damals hochaktiven Polit- und Kunstkollektiv SCHUPPEN 68. Der Mann war au\u00dferordentlich sympathisch. Er war GF eines irischen Kulturzentrums und hatte keine Ahnung, wie man auf ihn verfallen war. Ebenso hatte er keine Ahnung, was er im Pavillon \u00fcberhaupt machen sollte und schon gar keine Ahnung hatte er von der hiesigen Kulturszene, mit der er kooperieren sollte. Irgendein ebenso hiesiger Ahnungsloser hatte ihm unseren Namen genannt. Internet und Smartphones waren damals nicht so \u00fcberragend kulturpr\u00e4gend wie heute. So kam es .. siehe oben.<br \/>Da ich Vollidiot damals Anh\u00e4nger von Mitbestimmung und Demokratie war, fragte ich das Kollektiv und die Antwort der radikalen Linken k\u00f6nnen Sie sich vorstellen. Das erf\u00fcllt mich heute noch mit leichter Bitterkeit. (Pedder, soviel Bier kannst Du mir beim Griechen namens &#8222;Korfu&#8220; (!\ud83d\ude04) in Eimsb\u00fcttel gar nicht ausgeben, dass ich das verzeihe. Da muss schon noch ein Ouzo r\u00fcberwachsen. Und was macht eigentlich Sr. Lioba, von SCHUPPEN zu den Benediktinerinnen\u2026)<br \/>Was f\u00fcr eine verpasste Chance unser EXPO-Projekt an gigantischer Anarchie und Geldverbrennung. Und wer wei\u00df, in welchem Kunstolymp ich heute w\u00e4re.<br \/>Wieso ich das ausgerechnet jetzt rauskrame? Mir ist der Ordner mit den Fotos in die H\u00e4nde gefallen. Und das ist 25 Jahre her. Silberjubil\u00e4um. Und: Wenn die Zukunft d\u00fcster ist, strahlt die Vergangenheit umso heller.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EXPO 2000 in Hannover, aufgenommen mit einer Kompaktkamera. Ein wundervolles St\u00fcck Zeitgeschichte ist dieses Originalmauerst\u00fcck, beschmiert von einem ebenso unbegabten wie dummen und reaktion\u00e4ren Malermeister Klecksel. 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