{"id":16140,"date":"2025-05-05T12:15:30","date_gmt":"2025-05-05T06:15:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16140"},"modified":"2025-05-05T12:18:05","modified_gmt":"2025-05-05T06:18:05","slug":"05-05-2025-helm-auf-zum-gebet","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16140","title":{"rendered":"05.05.2025 \u2013 Helm auf zum Gebet"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/20250428_152803_resized.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/20250428_152803_resized-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16141\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/20250428_152803_resized-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/20250428_152803_resized-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/20250428_152803_resized-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/20250428_152803_resized-1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/20250428_152803_resized-2048x1536.jpg 2048w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/20250428_152803_resized-624x468.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Wem geh\u00f6rt Deutschland? Blick von der Spree aus auf das Haus der Kulturen der Welt, HKW.<br \/>Ich bin nicht sehr weitgereist, was ich durchaus als Mangel empfinde, denn wie will man die Welt verstehen, ohne die Welt zu kennen. Berlin schafft da Abhilfe, denn dass die Welt nach Berlin kommt, ist eine Binse. Orte wie das Haus der Kulturen der Welt HKW sind symboltr\u00e4chtige \u2013 und in diesem konkreten Fall durchaus magische \u2013 Tr\u00e4ger von globalem Austausch, interkultureller Kommunikation und Begegnungen, vor allem mit au\u00dfereurop\u00e4ischen Positionen. Da das HKW in Tr\u00e4gerschaft des Bundes ist, wie unter anderem der Gropiusbau, um die Bundesrepublik der Welt zu pr\u00e4sentieren, ist hier an Geld kein Mangel, was sich unter anderem an den g\u00fcnstigen Eintrittspreisen, brillanten Ausstellungen und Projekten und offensichtlich h\u00f6chstkompetetem Personal ablesen l\u00e4sst.<br \/>Es bleibt abzuwarten, inwieweit der langsam sich in Konturen abzeichnende scharfe Rechtsschwenk in der deutschen Politik nach den Wahlen, und hier vor allem in der Kulturpolitik, in Konflikte mit der chronisch linksalternativen Kulturszene der Hauptstadt ger\u00e4t. Einen Vorgeschmack gab es schon in der Person des Berliner CDU-Kultursenators Joe Chialo, der die brutalen Kultur-K\u00fcrzungsvorgaben des Senats ohne mit der Wimper zu zucken exekutierte, in der Hoffnung auf das Amt des Kulturstaatsministers in der neuen Bundesregierung. Die wollte aber lieber gleich einen beinharten Rechtsradikalen wie den Kreuzritter Weimer und nicht so einen windelweichen Hauptstadt-Liberalen.<br \/>Chialo wurde in den letzten zwei Jahren in Berlin angefeindet, angep\u00f6belt und pers\u00f6nlich angegangen, indem sein Haus beschmiert wurde, augenscheinlich von der starken antisemitischen Fraktion der hiesigen (Un-) Kulturszene.<br \/>Kreuzritter Weimer kann sich f\u00fcr seine Auftritte in der Berliner Kulturszene schon mal warm anziehen, da geht\u2019s ganz anders zu als am heimischen Tegernsee, wo die vorherrschende Dienstkleidung der Trachtenjanker und das Dirndl ist. Seine Vorg\u00e4ngerin Claudia Roth hingegen tummelte sich hier als ehemalige autonome Ton-Steine-Scherben Managerin im juste milieu, f\u00fcr sie waren Auftritte hier meist ein wohliges Heimspiel. Sie war zwar die inkompetenteste und am meisten \u00fcberforderte Kultur-Beauftragte des Bundes aller Zeiten, ersetzte Mangel an Kompetenz aber durch Engagement und lie\u00df die Ihren aus der Prenzlberger Cr\u00e9mant-Kulturschickeria nicht darben.<br \/>Da wird der hart rechte Wind of Change aus der Weimer-Ecke diesem Milieu eiskalt entgegen pfeifen, sowohl Etatk\u00fcrzungsm\u00e4ssig als auch von der Ausrichtung her. Wer sich jetzt mit seinen F\u00f6rderantr\u00e4gen nicht blitzschnell umorientiert, kann vor allem in der Freien Szene ruckzuck zum n\u00e4chsten 31.12 seinen und ihren Laden dicht machen. Nichts mehr mit dem \u00fcblichen Antragslyrikgeschwafel wie \u201eIntersektionalit\u00e4t, Dekolonisation, Diversit\u00e4t, LGBTQ etc. pp. blablabla\u201c. Jetzt hei\u00dft es, Segel setzen in Richtung \u201eHeimat, Familie, Nation, Ehre, Vaterland, Blut und Boden.\u201c Ok, das war jetzt ein bisschen over the top, aber die Richtung d\u00fcrfte jetzt auch dem d\u00fcmmsten antisemitischen Kulturradikalinski klar sein. Ob F\u00f6rderantr\u00e4ge zuk\u00fcnftig zwingend ein Bekenntnis zum Existenzrecht des Staates Israel beinhalten m\u00fcssen, wei\u00df ich nicht. Begr\u00fc\u00dfen w\u00fcrde ich es auf jeden Fall.<br \/>Fazit: Der Rechtsruck in Gesellschaft und Staat m\u00e4andert langsam in alle Ebenen, von der institutionell-ministeriellen bis hin in die Subkultur. Wie letztere damit umgeht, bleibt abzuwarten und spannend. Langweilig wird es in Berlin halt nie. Und Weimer sollte sich f\u00fcr seine Auftritte in Berlin schon mal einen Helm aufsetzen. Aber das ist ja f\u00fcr Kreuzritter nichts Ungewohntes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wem geh\u00f6rt Deutschland? 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