{"id":16204,"date":"2025-06-01T15:42:08","date_gmt":"2025-06-01T09:42:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16204"},"modified":"2025-06-01T16:50:18","modified_gmt":"2025-06-01T10:50:18","slug":"01-06-2025-wie-geht-man-mit-epochenumbruechen-um","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16204","title":{"rendered":"01.06.2025 \u2013 Wie geht man mit Epochenumbr\u00fcchen um?"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/910926haz-s-68.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"976\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/910926haz-s-68-976x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16205\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/910926haz-s-68-976x1024.jpg 976w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/910926haz-s-68-286x300.jpg 286w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/910926haz-s-68-768x806.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/910926haz-s-68-1464x1536.jpg 1464w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/910926haz-s-68-624x655.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/910926haz-s-68.jpg 1504w\" sizes=\"(max-width: 976px) 100vw, 976px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>HAZ, 26.09.1991, zum Kommunalwahlkampf.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Partei SCHUPPEN 68 war mit Abstand die erste Satirepartei, die je zu einer Wahl in der BRD antrat. Die Berliner Schwesterpartei<a href=\"https:\/\/www.kreuzberger-chronik.de\/chroniken\/2005\/maerz\/legenden.html\"> KPD\/RZ<\/a> (Kreuzberger Patriotische Demokraten\/Realistisches Zentrum ) folgte vier Jahre sp\u00e4ter, sie war auf Grund ihrer Massenbasis erheblich erfolgreicher. Mein Statement in der HAZ klingt unprofessionell, wobei ich keine Ahnung mehr an das Interview habe und ob meine Aussagen von der HAZ so massenkompatibel zurechtgefeilt wurden. Es klingt eben nicht nach einer Satirepartei, deren einzige ernsthafte Forderung \u201eFreibier und Erbsensuppe\u201c war, sondern nach irgendwas Normalem, nur mit Spa\u00df. Wenn man so ein Projekt angeht, muss man es konsequent durchziehen, also eben nicht sich auf die Ebene der klassischen Parteien einlassen. Lehrjahre halt, es gab ja keinerlei Vorbilder oder Masterfolien.<\/p>\n\n\n\n<p>Radikal war allerdings unser Wahlkampf. Wir klebten Plakate mit meinem Arsch drauf und dem Claim: Wir haben die besseren K\u00f6pfe. Der Ansatz ist auch nach 35 Jahren nicht veraltet. Die im Artikel angesprochenen Inhalte sind nat\u00fcrlich dummes Zeug und Zeitgeist bedingt. Was geht mich dieser alternative Spie\u00dfer-Stadtteil hier an und dass ich mich zum Sprachrohr des reaktion\u00e4ren Kleingewerbes gemacht habe, war schon damals eher peinlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Soweit der Blick in den R\u00fcckspiegel. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage, wie \u201eman\u201c, respektiv die einzelnen Fraktionen der Zivilgesellschaft, mit Epoche-Umbr\u00fcchen umgeht. 1991 war gerade der \u201eEiserne Vorhang\u201c gefallen, der reale Sozialismus in Osteuropa kollabiert, der reale Kapitalismus hatte keine Systemkonkurrenz mehr zu f\u00fcrchten, die radikale Linke im Westen implodierte in die Bedeutungslosigkeit und der Neoliberalismus trat seinen erbarmungslosen globalen Siegeszug an, mit all den Krisenfolgen, die wir als Quittung jetzt pr\u00e4sentiert kriegen. Inklusive des Niedergangs der Demokratien westlicher Pr\u00e4gung, von denen es weltweit vielleicht noch zwei, drei dreckige Dutzend gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>1991, zum Wahlantritt des SCHUPPEN 68, lag es zum Greifen in der gesellschaftlichen Luft: Der Spa\u00df war vorbei. Also musste der Humor her, in seiner Sonderform der Satire. Zumindest galt das f\u00fcr die fortschrittlichen Avantgarde-Elemente der Gesellschaft, die sich weigerten, als opportunistisch-politische Renegaten das dreckige Gesch\u00e4ft des ehemaligen Klassenfeindes als Kollaborateure mit zu besorgen. Hier sei an eine der ekligsten politischen Existenzen der Postmoderne erinnert, an Joseph Fischer.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann gerne \u00fcber die Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit satirischer Interventionen diskutieren, man muss aber analytisch sauber vorgehen und deren Existenz soziologisch in die Entwicklung der Zeitgeschichte einordnen. Und sich dann die Frage stellen: Was ist die ad\u00e4quate Reaktionsform auf den aktuellen Epochen-Umbruch, das Verschwinden der Demokratie westlicher Pr\u00e4gung? Die Frage ist noch unbeantwortet. What\u2019s left?<\/p>\n\n\n\n<p>Whats\u2019s left: Die grunzd\u00e4mliche Aussage im Artikel von mir, dass auch wir gegen die EXPO 2000 in Hannover seien. \u00dcblicher linker Bei\u00dfreflex auf alles, was neu ist und nicht in den Kanon passt.<\/p>\n\n\n\n<p>Richtig ist vielmehr, dass Berlin sich f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/expo2035-berlin.com\/\">EXPO 2035<\/a> bewerben will  . Jenseits des \u00fcblichen Blablabla auf der Projekt-Homepage wird das, wenn es klappt, eine riesengro\u00dfe, bunte, schrille, monatelange Party in ganz Berlin &#8211; wo jetzt schon immer Party ist. Ab Morgen fange ich an, mich daf\u00fcr fit zu halten und zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das werde ich mir jeden Morgen sagen \u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>HAZ, 26.09.1991, zum Kommunalwahlkampf. Die Partei SCHUPPEN 68 war mit Abstand die erste Satirepartei, die je zu einer Wahl in der BRD antrat. Die Berliner Schwesterpartei KPD\/RZ (Kreuzberger Patriotische Demokraten\/Realistisches Zentrum ) folgte vier Jahre sp\u00e4ter, sie war auf Grund ihrer Massenbasis erheblich erfolgreicher. 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