{"id":16392,"date":"2025-08-23T13:24:33","date_gmt":"2025-08-23T07:24:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16392"},"modified":"2025-08-23T13:25:52","modified_gmt":"2025-08-23T07:25:52","slug":"23-08-2025-956-autos-auf-1-000-einwohnerinnen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16392","title":{"rendered":"23.08.2025 \u2013 956 Autos auf 1.000 Einwohnerinnen."},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/kestnergesellschaft.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/kestnergesellschaft-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16393\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/kestnergesellschaft-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/kestnergesellschaft-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/kestnergesellschaft-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/kestnergesellschaft-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/kestnergesellschaft-624x832.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/kestnergesellschaft.jpg 1734w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Kunst. Saisoner\u00f6ffnung in der hann\u00f6verschen Kestnergesellschaft. Alles, was Rang und Namen hat, war da. Ich auch, weil bis 19 Uhr die Drinks umsonst waren. Ab 19.05 Uhr schwelgte ich in Jugenderinnerungen, weil ich genau an der Stelle, wo im Bild oben die Palmen sind, Schwimmen gelernt habe. Fr\u00fcher war das ein \u00f6ffentliches Schwimmbad, jetzt ist es der mit Millionen gepamperte Kunsttempel-Treffpunkt der hann\u00f6verschen B\u00fcrgergesellschaft. Dementsprechend war die Kunst belanglos, die Palmen oben sind echt. Eigentlich sollten sie k\u00fcnstlich sein, wg. Kunst. Fr\u00fcher hampelten bei solchen Veranstaltungen noch ein paar bunte K\u00fcnstlerhoffnarren rum, um Brosamen vom B\u00fcrgertisch zu picken. Mittlerweile sehen selbst die verspie\u00dfert aus. Sehnsucht nach Berlin \u00fcberfiel mich, da sehen die Leute bei sowas wenigstens bunt aus. Wussten Sie \u00fcbrigens, <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2025\/08\/PD25_N044_46_85.html\">dass Berlin eine Autodichte von 334 PKW auf 1.000 Bewohnerinnen hat?<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Zum Vergleich, weil die Zahl ohne Relation nichts sagt: Das stolze Wolfsburg, Meerumschlungen, hat eine PKW-Dichte von 956 Autos. <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Was zum Teufel ist mit den restlichen 44 los, die an 1.000 fehlen? Linksgr\u00fcnversiffte \u00d6koterroristen? Wolfsburg ist die Stadt mit dem h\u00f6chsten Einkommen in Niedersachsen, VW-Facharbeiter-Adel. Wolfsburg war immer fest in SPD-Hand und die immer fest in der Hand der IG Metall. In Wolfsburg konnte nur was werden, wer den Segen der m\u00e4chtigen Gewerkschaft hatte. Bei der Bundestagswahl 2005 erzielte die stolze Arbeiterpartei dort \u00fcber 49 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe: 2025 waren es noch 23,2 Prozent. Das Direktmandat gewann die CDU. Die AfD war mit 21,8 % auf SPD-Augenh\u00f6he und wird sie bei der n\u00e4chsten Landtagswahl 2027 zerschmettern, in den Orkus der Geschichte treten. \u00c4hnliches, nicht ganz so schlimm, phasenverz\u00f6gert, wird mit der IG Metall bei den n\u00e4chsten Betriebsratswahlen 2026 passieren. AfD-nahe Gewerkschaften gibt es bereits in S\u00fcddeutschland in den gro\u00dfen Betrieben und die werden sich auch woanders ausbreiten.<\/p>\n\n\n\n<p>38 Prozent der Arbeiter haben die AfD gew\u00e4hlt bei der letzten Bundestagswahl. Die AfD ist die Arbeiterpartei schlechthin und will das auch auf institutioneller Ebene verankern. Im Herzen der Bestie, in den Betrieben der Industrie, die nach wie vor trotz allem Dienstleistungsged\u00f6ns den Takt der Republik vorgeben. Die AfD r\u00fcttelt an der Monopolstellung der IG Metall bei den Betriebsr\u00e4ten und Vertrauensleuten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die IG Metall ist in heller Panik. Nicht etwa, weil der Faschismus auf breiter Arbeiter-Front im Vormarsch w\u00e4re. Nein, die IG Metall bangt um ihre Pfr\u00fcnde, ihren Einfluss, ihre Aufsichtsratsposten, gut bezahlte Funktion\u00e4rsjobs und Kungeleien mit Arbeitgebern. Man nennt das besch\u00f6nigend \u201eSozialpartnerschaft\u201c und das, was korrumpierte Betriebsr\u00e4te in den Betrieben mit Personalchefs und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrern zu Lasten der Besch\u00e4ftigten mauscheln, wird euphemistisch \u201eCo-Management\u201c genannt. Vom Klassenkampf ist sp\u00e4testens nicht mehr die Rede, seit ich nicht mehr in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit t\u00e4tig bin.<\/p>\n\n\n\n<p>Die IG Metall beklagt keineswegs den wachsenden faschistischen Einfluss bei den Arbeitnehmerinnen, sondern die geschw\u00e4chte Einheitsfront.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen Bericht der \u00bbWirtschaftsWoche\u00ab, wonach seit Jahresanfang Tausende VW-Besch\u00e4ftigte der Gewerkschaft den R\u00fccken gekehrt haben, kommentierte ein Sprecher der nieders\u00e4chsischen IG Metall mit den Worten: \u00bbWir liegen von den im Artikel dargestellten Zahlen meilenweit entfernt.\u201c Auf Deutsch: Die Meldung stimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist deshalb von Bedeutung, weil Gewerkschaften die einzige zivilgesellschaftliche Massenorganisation w\u00e4ren, die im Ernstfall auch auf der Stra\u00dfe antifaschistische Wirkmacht entfalten k\u00f6nnten. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Enden wollen wir aber vers\u00f6hnlich-kulinarisch: Das einzige Dreisterne Restaurant in Niedersachsen steht wo? Genau, in Wolfsburg. Das Aqua. Dort feiern die VW-Spesenritter fette Vertragsabschl\u00fcsse mit illustren G\u00e4sten aus aller Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch. Wenn die VW-Verbrenner-Herrlichkeit erst richtig zusammenbricht, wird die letzte Feier, bevor da das Licht ausgeht, die eines AfD-Oberb\u00fcrgermeisters zu seiner Wahl da sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf nach Berlin. Ist zwar auch verrottet, aber lustiger als Wolfsburg und die Kestnergesellschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kunst. Saisoner\u00f6ffnung in der hann\u00f6verschen Kestnergesellschaft. Alles, was Rang und Namen hat, war da. Ich auch, weil bis 19 Uhr die Drinks umsonst waren. Ab 19.05 Uhr schwelgte ich in Jugenderinnerungen, weil ich genau an der Stelle, wo im Bild oben die Palmen sind, Schwimmen gelernt habe. 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