{"id":16774,"date":"2026-01-16T14:20:21","date_gmt":"2026-01-16T08:20:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16774"},"modified":"2026-01-16T14:23:41","modified_gmt":"2026-01-16T08:23:41","slug":"16-01-2026-alle-gewalt-geht-vom-volke-aus-und-wendet-sich-gegen-es","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16774","title":{"rendered":"16.01.2026 \u2013 Alle Gewalt geht vom Volke aus. Und wendet sich gegen es."},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260112_192027-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260112_192027-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16775\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260112_192027-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260112_192027-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260112_192027-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260112_192027-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260112_192027-624x832.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260112_192027-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein Bild von Deinem geliebten Tier. \u00d6lsardinen. Gesehen in einem Laden in Hanover-Linden.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Mein Lieblingstier ist vom Aussterben bedroht. Es f\u00fchrt wohl nur noch ein verstecktes Nischendasein. Es ist der Mettigel.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne solche Fundsachen des Wahnsinns im Alltag w\u00e4re der gro\u00dfe Wahnsinn kaum noch auszuhalten. Zurzeit findet die Diskussion um die Reform des B\u00fcrgergeldes mit den versch\u00e4rften Sanktionsdrohungen statt. Urspr\u00fcnglich sollte im ersten Jahr laut Friedrich Merz eine Milliarde Euro dadurch eingespart werden. Davon ist nicht nur nichts mehr \u00fcbriggeblieben, richtig ist vielmehr, dass die materiellen Folgekosten um ein Vielfaches h\u00f6her sein werden: Die Gesundheitsfolgekosten werden deutlich steigen, weil die ohnehin von massiven Gesundheitseinschr\u00e4nkungen betroffenen Opfer dieser Reform noch kr\u00e4nker werden. Depressionen, Herzkreislauferkrankungen, Suchterkrankungen, h\u00f6here Krebsraten durch ungesunde Ern\u00e4hrung und Lebensf\u00fchrung, Zahnerkrankungen, Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes, Adipositas, das alles wird den Staat zig Milliarden zus\u00e4tzlich kosten. Weiters: Anwaltskosten wegen erh\u00f6hter Klagen der Betroffenen, steigende Kosten f\u00fcr Notunterk\u00fcnfte, weil Wohnungslosigkeit steigt, Gewalt \u2013 und Eigentumskriminalit\u00e4t zieht an. Es ist eine irrsinnige Vorstellung, die betroffene Klientel unter den derzeitigen Bedingungen von Massenentlassungen in existenzsichernde Jobs vermitteln zu k\u00f6nnen&#8230;.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Sahneh\u00e4ubchen zu den materiellen Kosten gibt\u2019s obendrauf die gesellschaftlichen Folgekosten: Weitere Delegitimation der Demokratie. Die Millionen Betroffenen und die davon Bedrohten wenden sich von der Demokratie ab. Wenn sie \u00fcberhaupt noch w\u00e4hlen, werden sie sich in ihrer Angst und Wut nat\u00fcrlich an den Treiber dieser Gef\u00fchle, die AfD, wenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bezieher*innen von B\u00fcrgergeld sind \u00fcberdurchschnittlich oft vom Leben \u00fcberfordert, sind viermal so oft von Depressionen betroffen wie Normalverdienende. Wer von einer Depression betroffen ist, ist im Normalfall oft nicht in der Lage, seinen Alltag zu meistern, Post zu \u00f6ffnen, der kriegt vom Leben und der dritten Aufforderung des Jobcenters sich zu melden, nichts mit. Er w\u00fcrde die unmenschliche B\u00fcrokraten-Sprache auch nicht verstehen und schlimmstenfalls als das empfinden, was sie ist: Eine massive existentielle Bedrohung, die der Krankheit einen weiteren Schub verleiht. Irgendwann einen t\u00f6dlichen. Depressionen sind die h\u00e4ufigste Selbstmordursache.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu verlangen, dass Betroffene in derartigen Zust\u00e4nden sich gegen ihre Vermieter wehren sollen, falls die zu hohe Mieten verlangen, ist ein ekelerregender Zynismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Reform ist strukturelle Gewalt. Durch sie werden Menschen auf den Stra\u00dfen erfrieren, nachdem sie als Folge dieser Reform obdachlos geworden sind. Durch sie werden Menschen kr\u00e4nker und fr\u00fcher sterben. Gewaltkriminalit\u00e4t vor allem in Beziehungen wird steigen. Nat\u00fcrlich geht kein Opfer dieser Reform mit einer Pistole der Marke Glock los und schie\u00dft einen Friedrich Merz in den Kopf. Das Opfer, m\u00e4nnlich, wendet seine Aggression im Zweifel gegen ein anderes Opfer, weiblich. Beziehungstotschlag. Frauen sind, wie \u00fcblich, doppelte und dreifache Opfer dieser Reform. Dreifach, wenn sie Alleinerziehende sind. Jede SPD-Frau, die dieser Reform zustimmt, soll in der H\u00f6lle schmoren bis zum d\u00fcmmsten Tag. Der d\u00fcmmste Tag ist \u00fcbrigens der SPD-Parteitag.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Reform ist Ausdruck des t\u00e4glich stattfindenden Klassenkampfes, der, je \u00f6fter seine Existenz geleugnet wird, umso brutaler exekutiert wird. Die Motive der Handlungen und die Gef\u00fchle sind dabei durchaus disparat. Aus den kaltl\u00e4chelnden Hackfressen eines Linnemann spricht der Klassenhass von denen da oben gegen die da unten. Die SPD kanalisiert die Wut ihrer Facharbeiterklientel gegen die \u201eSchmarotzer\u201c unter ihnen, die den ganzen Tag auf der faulen Haut liegen, w\u00e4hrend sie sich an den Flie\u00dfb\u00e4ndern krank schuften. Und vor nichts mehr Angst haben, dass sie demn\u00e4chst nach den erfolgenden Massenentlassungen auch \u201eda unten\u201c landen. Statt Solidarit\u00e4t also Hass. Gleiches gilt f\u00fcr das Millionenheer des Prekariats der Amazon- etc. Fahrer. Nach unten ist immer Platz.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnten\u201c sieht es ganz finster aus. Hier neidet der eingeborene B\u00fcrgergeldempf\u00e4nger dem ausl\u00e4ndischen die St\u00fctzebutter auf dem Brot von vorgestern. Und die ukrainische St\u00fctzeempf\u00e4ngerin fragt sich voller Wut im Bauch, wieso sie als Wei\u00dfe nur noch um 100 Euro abgesenkte Asylbewerberleistungen kriegen soll, w\u00e4hrend doch jeder Neger es hinten und vorne reingeblasen kriegt.<\/p>\n\n\n\n<p>So kriegt der Satz \u201eAlle Gewalt geht vom Volke aus\u201c eine andere, alltagsreale Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeint ist in der urspr\u00fcnglichen Form des Grundgesetzes nat\u00fcrlich die Staatsgewalt. Aber die, das haben wir ja hier gesehen, wendet sich alsbald gegen das Volk.<\/p>\n\n\n\n<p>Respektive die Bev\u00f6lkerung, denn nat\u00fcrlich ist der \u00a7 20 Absatz 2 \u201eAlle Staatsgewalt geht vom Volke aus\u201c v\u00f6lkischer Dreck, der mal wegger\u00e4umt werden m\u00fcsste. Es muss nat\u00fcrlich hei\u00dfen: \u201eAlle Staatsgewalt geht von der Bev\u00f6lkerung aus.\u201c Oder den Staatsangeh\u00f6rigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie, liebe Leserinnen, verstehen jetzt sicher, dass ich angesichts der obwaltenden Umst\u00e4nde lieber in der freien Natur als in der Gesellschaft unterwegs bin. In der Natur, mit meinen Lieblingstieren. Den Mettigeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Bild von Deinem geliebten Tier. \u00d6lsardinen. Gesehen in einem Laden in Hanover-Linden. &nbsp;Mein Lieblingstier ist vom Aussterben bedroht. Es f\u00fchrt wohl nur noch ein verstecktes Nischendasein. Es ist der Mettigel. Ohne solche Fundsachen des Wahnsinns im Alltag w\u00e4re der gro\u00dfe Wahnsinn kaum noch auszuhalten. 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