{"id":16787,"date":"2026-01-18T16:47:16","date_gmt":"2026-01-18T10:47:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16787"},"modified":"2026-01-18T16:47:16","modified_gmt":"2026-01-18T10:47:16","slug":"18-01-2026-wie-mir-einmal-ein-blogeintrag-voellig-entgleitzte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16787","title":{"rendered":"18.01.2026 \u2013 Wie mir einmal ein Blogeintrag v\u00f6llig entgleitzte"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/0009film287-25-1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"672\" src=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/0009film287-25-1-1024x672.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16788\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/0009film287-25-1-1024x672.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/0009film287-25-1-300x197.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/0009film287-25-1-768x504.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/0009film287-25-1-1536x1008.jpg 1536w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/0009film287-25-1-2048x1345.jpg 2048w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/0009film287-25-1-624x410.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Blick zur\u00fcck in heitere Zeiten. Dieses ewige d\u00fcstere D\u00fcmpeln in trostloser Gegenwart zwischen Trump, Faschismus, Antisemitismus, Klima, Spaltung und Gr\u00f6nland ist der mentalen Gesundheit nicht f\u00f6rderlich. Also vorw\u00e4rts nach r\u00fcckwarts, in die Goldenen Jahre und Welten. Siehe oben. Pavillon der Vereinigten Arabischen Emirate bei der EXPO 2000 in Hannover. Es war Sommer, die Welt war zu Gast in Hannover, Heiterkeit schwebte \u00fcber allem. Rotgr\u00fcn regierte die BRD, Aufbruch zu neuen Ufern. Probleme? Fehlanzeige. Das gr\u00f6\u00dfte Problem damals zur Jahrtausendwende schien der Millenium Bug Y2K zu sein, weil die Datumsumstellung ins neue Jahrtausend auf digitaler Ebene nicht funktionieren w\u00fcrde und alle Fahrst\u00fchle abst\u00fcrzen w\u00fcrden. Oder so \u00e4hnlich. Nichts davon passierte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/0007-08film284-22-1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"693\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/0007-08film284-22-1-693x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16790\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/0007-08film284-22-1-693x1024.jpg 693w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/0007-08film284-22-1-203x300.jpg 203w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/0007-08film284-22-1-768x1135.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/0007-08film284-22-1-1040x1536.jpg 1040w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/0007-08film284-22-1-1386x2048.jpg 1386w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/0007-08film284-22-1-624x922.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/0007-08film284-22-1.jpg 1445w\" sizes=\"(max-width: 693px) 100vw, 693px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Auf der EXPO 2000. Ich war mitteljung und abenteuerlustig. Und drau\u00dfen, in der Welt, w\u00fcrde das Ende der Geschichte nach dem Fall der Mauer in eine Riesenparty \u00fcbergehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur notorische Schwarzseher m\u00e4kelten an diesem und jenem rum, ein bisschen Klimakrise, ein bisschen Rechtsextremismus, die Dotcom Blase war gerade geplatzt. Das Einzige, was ins Gewicht zu fallen schien, war die Arbeitslosigkeit, 10,7 %. Aber das w\u00fcrden Koch und Kellner, Schr\u00f6der und Fischer, Arsch und Eimer, Rot und Gr\u00fcn auch noch in den Griff kriegen. Mit ihrer Wunderwaffe, der Agenda 2010, die da noch als Referentenentwurf eines gewissen Frank-Walter Steinmeier in dessen Schublade reifte. Nicht der arme Peter Hartz war ja der Schurke in dem St\u00fcck \u201eGr\u00f6\u00dfter Sozialraub der Nachkriegsgeschichte\u201c, es ist der g\u00fctig-pr\u00e4sidial dreinblickende Gr\u00fc\u00dfaugust Steinmeier. Der es unter den Gesichtspunkten kritisch-historischer W\u00fcrdigung geschafft hat, die Rolle von Arsch und Eimer in sich zu vereinen, ohne dass da auch nur irgendwas Negatives an ihm haften geblieben ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte hat gezeigt, dass 2000 eine tiefgreifende Z\u00e4sur bildete, den \u00dcbergang von der Postmodernen in ein Krisenzeitalter als Vorstufe von Autoritarismus und Faschismus. Das Platzen der Dotcom-Blase wuchs sich mit den Folgen des Anschlags vom 11. September 2001 zu einer Weltwirtschaftskrise aus, mit einem Anwachsen von Massenarbeitslosigkeit. Danach: Eurokrise, Lehman Pleite, Kriege, Seuchen, Anwachsen von Nationalismus und Rechtsextremismus \u2026. Der Rest ist Geschichte und bei einigen noch pr\u00e4sent.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht ganz so pr\u00e4sent bei vielen sind die Nachwirkungen der Agenda 2010 und ihre kritische Einordnung. Sie wird in Teilen der neoliberalen \u00d6ffentlichkeit als Wunderwaffe gegen Arbeitslosigkeit gepriesen und Masterfolie f\u00fcr eine noch radikalere Agenda 2030. Fakt ist: Das Original hat durch Ausweitung prek\u00e4rer Besch\u00e4ftigung die Arbeitslosenquote externalisiert. Was vorher arbeitslos war, tauchte jetzt in der Armutsquote, via prek\u00e4rer Besch\u00e4ftigung, auf. W\u00e4hrend die Arbeitslosenquote aber einer der Parade-Parameter der b\u00fcrgerlichen National\u00f6konomie und in den Medien, und damit f\u00fcr den Politikbetrieb ist, interessiert die Armutsquote keine Sau.<\/p>\n\n\n\n<p>Arbeitslosigkeit halbiert, Armutsquote fast verdoppelt. Kaninchen aus dem Hut gezaubert, das Publikum versteht nichts und applaudiert. Die Konzerne wurden entlastet, die Konjunktur-Krisenkosten dem Steuerzahler an den Hals geh\u00e4ngt, der stotternde Wirtschaftsmotor sprang dem Gesetz der zyklischen Krisen zufolge wieder an, es folgten 10 Jahre Dauerhoch. F\u00fcr Konzerne, Aktienbesitzer, Wohlhabende. Bis Corona und Ukraine. So weit ein kurzer Ausritt in die Geschichte, der eigentlich als therapeutische Selbstheilungsma\u00dfnahme gedacht war. Dieser Blogeintrag ist mir unter Therapiegesichtspunkten v\u00f6llig entgleist.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ausritt ist aber nicht v\u00f6llig nutzlos. Ich habe das auch deshalb geschrieben, weil eine Ursache der desastr\u00f6sen aktuellen Entwicklungen die allgemeine Ahistorizit\u00e4t ist. Geschichtsvergessenheit. 1933; Hitler, b\u00f6se; 1989, Mauer weg, gut: Das wissen die Meisten noch. Aber dahinter wird die Erinnerung und Einordnung der Geschichte in Zusammenh\u00e4nge und Strukturen finster, verdunkelt unter anderem durch die t\u00e4glichen Tsunamis an bunten Bildern der sozialen Medien. Wenn wir aber von der Geschichte nichts wissen, k\u00f6nnen wir das Heute nicht begreifen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und deshalb bin ich auch daf\u00fcr, dass der Ami Gr\u00f6nland besetzt. Dann w\u00fcrden die meisten anderen Nato-Staaten die Fu\u00dfball-WM 2026 im Amiland boykottieren, aus Solidarit\u00e4t mit Dr\u00f6nland. BRD, England, Frankreich, Spanien, Portugal, Belgien, die Besten der Welt, bis auf Argentinien und Brasilien. So eine WM interessiert bei uns keine Sau mehr. Und einer der gruseligsten Anblicke der j\u00fcngeren Geschichte bliebe mir erspart: Ein schwarzrotgoldenes Fahnenmeer bei einem eventuellen Titelgewinn 2026 der Ostgoten. Wie weiland 1990, woraufhin in ganz Ostgotistan Ausl\u00e4nderheime brannten, im Zeichen eines neuen, alten Nationalismus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blick zur\u00fcck in heitere Zeiten. Dieses ewige d\u00fcstere D\u00fcmpeln in trostloser Gegenwart zwischen Trump, Faschismus, Antisemitismus, Klima, Spaltung und Gr\u00f6nland ist der mentalen Gesundheit nicht f\u00f6rderlich. Also vorw\u00e4rts nach r\u00fcckwarts, in die Goldenen Jahre und Welten. Siehe oben. 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