{"id":6422,"date":"2015-12-08T22:56:27","date_gmt":"2015-12-08T16:56:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=6422"},"modified":"2015-12-08T22:59:17","modified_gmt":"2015-12-08T16:59:17","slug":"08-12-2015-die-einzige-fahne-die-ich-achte-ist-die-des-trinkers","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=6422","title":{"rendered":"08.12.2015 &#8211; Die einzige Fahne, die ich achte, ist die des Trinkers."},"content":{"rendered":"<p>Nationalfahnen und Hymnen sind mir als Kosmopoliten suspekt. Zum konstituierenden Merkmal von Rassismus geh\u00f6rt die Nation, der \u00fcberm\u00e4\u00dfige Gebrauch ihrer Symbole bef\u00f6rdert ersteren. Ich m\u00f6chte mir das Liebesleben von niemandem vorstellen, aber ganz und gar nicht das derjenigen, die ihr Vaterland lieben. Ich bin zum Beispiel stolz darauf, neulich ein Denkmal gesprengt zu haben, f\u00fcr den Rest Stolz halte ich es mit Schopenhauer: <em>\u201eAber jeder erb\u00e4rmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, auf das er stolz sein k\u00f6nnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angeh\u00f6rt, um stolz zu sein.&#8220;<\/em><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/080607Deutschland-einig-Fahnenmeer.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/080607Deutschland-einig-Fahnenmeer-300x225.jpg\" alt=\"080607Deutschland einig Fahnenmeer\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6423\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/080607Deutschland-einig-Fahnenmeer-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/080607Deutschland-einig-Fahnenmeer.jpg 886w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Entwurf zu einer Gro\u00df-Installation (Veranda, Sommer 2008)<\/em><br \/>\nWas die Sache in un\u00fcbersichtlichen Zeiten zus\u00e4tzlich kompliziert macht (dazu immer wieder der Jandl, Ernst in \u201eLichtung\u201c: <em>\u201emanche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsern. werch ein illtum!&#8220;<\/em>) ist das Verh\u00e4ltnis von Nation zu Staat. Mittlerweile ist der Staat mit der ehernen Klammer des Rechts der letzte zivilisatorische Damm vor der Barbarei. Was hat unsere Gesellschaft noch an Verbindendem, an Rest-Kitt? Fu\u00dfball und Kultur, das sind die zwei Erz\u00e4hlungen, auf die sich Mehrheiten einigen k\u00f6nnen. Einen, wie auch immer gearteten, Begriff von Kultur hat noch fast jede.<br \/>\nMuss man sich nun, weil am Staat festzuhalten ist, nolens volens locker machen, was \u201eNation\u201c angeht?<br \/>\nMuss man, wie die junge Union es will, die Nationalhymne im Grundgesetz verankern?<br \/>\nMan muss nicht alles per Gesetz regeln, was eh schon unangenehme Praxis ist.<br \/>\nAls K\u00fcnstler habe ich nat\u00fcrlich einen Gegenentwurf anzubieten: Statt der Nationalflagge hissen wir zuk\u00fcnftig ein Ensemble, bestehend aus einem Putzlappen, an dem eine Schnapsflasche und ein Dildo h\u00e4ngen. Dazu singen wir statt: <em>\u201eEinigkeit und Recht und Freiheit\u201c<\/em> die Zeile <em>\u201eReinlichkeit, Schluckspecht und Geilheit\u201c<\/em>, was die innere Zerrissenheit der deutschen Seele aufs trefflichste abbildet. <a href=\"https:\/\/deutschelieder.wordpress.com\/2012\/11\/12\/karl-berbuer-wir-sind-die-eingeborenen-von-trizonesien\/\">Schlie\u00dflich wurde von 1945 \u2013 52 bei offiziellen Anl\u00e4ssen keine Nationalhymne gespielt, sondern Lieder wie \u201eHeidewitzka, Herr Kapit\u00e4n\u201c oder \u201eWir sind die Eingeborenen von Trizonesien\u201c<\/a><br \/>\nSch\u00f6ne Zeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nationalfahnen und Hymnen sind mir als Kosmopoliten suspekt. Zum konstituierenden Merkmal von Rassismus geh\u00f6rt die Nation, der \u00fcberm\u00e4\u00dfige Gebrauch ihrer Symbole bef\u00f6rdert ersteren. Ich m\u00f6chte mir das Liebesleben von niemandem vorstellen, aber ganz und gar nicht das derjenigen, die ihr Vaterland lieben. 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