{"id":6832,"date":"2016-04-22T12:35:41","date_gmt":"2016-04-22T06:35:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=6832"},"modified":"2016-04-22T12:41:14","modified_gmt":"2016-04-22T06:41:14","slug":"21-04-2016-ich-bin-normalerweise-ein-toleranter-mensch","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=6832","title":{"rendered":"21.04.2016 \u2013 Ich bin normalerweise ein toleranter Mensch."},"content":{"rendered":"<p>Das ist eine faustdicke L\u00fcge, und das \u201enormalerweise\u201c weist auch daraufhin, dass eine in dem Zusammenhang getroffene Aussage a priori null und nichtig ist. Das ist wie bei \u201egrunds\u00e4tzlich\u201c: \u201eIch stimme Ihnen grunds\u00e4tzlich zu\u201c hei\u00dft nichts weiter als \u201eIhre Position ist von vorne bis hinten schwachsinnig und ich werde sie bis an mein Lebensende mit allen mir zur Verf\u00fcgung stehenden Mitteln bek\u00e4mpfen\u201c. Also noch mal, aber diesmal in ehrlich: Ich bin \u00fcberhaupt kein toleranter Mensch, vieles am Kapitalismus stinkt mir ganz gewaltig, und im privaten Bereich gehen mir andere Meinungen, Lebensstile, Ansichten je mehr auf den Senkel desto \u00e4lter ich werde. Ich halte ca. 90 % der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr nicht satisfaktionsf\u00e4hig und den Rest dulde ich meist nur, weil mit irgendjemandem muss man ja ab und zu mal reden (nur in seltenen, n\u00fcchternen Momenten beschleicht mich eine b\u00f6se Ahnung, dass ich vielleicht doch nicht ganz so toll bin, wie ich mir einbilde und es noch zwei, drei, vier Leute gibt, die auch was in der Birne haben &#8230;).<br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/radler-1024x768.jpg\" alt=\"radler\" width=\"625\" height=\"469\" class=\"alignleft size-large wp-image-6833\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/radler-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/radler-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/radler-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/radler-624x468.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/radler.jpg 1063w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><br \/>\n<em>Wenn ich etwas ganz besonders nicht toleriere, ja regelrecht verabscheue, sind es Radfahrer in Urlaubsregionen. <\/em><br \/>\nAuf Malle ist ja zu dieser Jahreszeit nicht viel los, bis auf eine  Ausnahme: Myriaden von Radfahrern auf Rennr\u00e4dern und in n\u00e4rrischen Trikots machen die Strassen in kilometerlangen Peletons unsicher, jeder Zentimeter radlbarer Asphalt wird von ihnen mit einer Dreistigkeit in Beschlag gelegt wie es nur Schei\u00dfhausfliegen mit ihrem Haufen praktizieren. Die Augen stur auf den Asphalt gerichtet, resistent gegen jede Sch\u00f6nheit der Landschaft und gegen andere Verkehrsteilnehmer.<br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/asphalt-1024x740.jpg\" alt=\"asphalt\" width=\"625\" height=\"452\" class=\"alignleft size-large wp-image-6834\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/asphalt-1024x740.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/asphalt-300x217.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/asphalt-768x555.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/asphalt-624x451.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/asphalt.jpg 1063w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><br \/>\n<em>Das ist das ideelle Gesamturlaubsbild eines Rennradlers, egal ob Malle, Lanzarote, Andalusien oder Bad Klappsm\u00fchlen.<\/em><br \/>\n Mehr sieht er nicht, mehr kennt er nicht, mehr interessiert ihn nicht. Die Kolonnen dieser Hohlmantelgeschosse erinnern mich an die Panzerkolonnen auf den Autobahnen oder Eisenbahnen im kalten Krieg, stur, gleichf\u00f6rmig nur einem Ziel unterworfen: Der Vernichtung des Gegners, sei es der Kommunist im Osten oder die Zeit auf der Uhr. Hass \u00fcberflutet mich, wenn ich auf einem zauberhaften Marktplatz eines kleinen Ortes wie etwa Santa Margalida sitze, Stille und Ruhe allenthalben, und dann f\u00e4llt ein Division dieser Schwachk\u00f6pfe gleich einem Heuschreckenschwarm da ein. Das Klicken der Sicherung an ihren Schuhe, mit denen sie die jahrhundertealten Fliesen des Marktplatzes ruinieren, gemahnt an den Marschtritt von Soldateska und wie sie dann breitbeinig da rumfletzen, unf\u00e4hig eines vern\u00fcnftigen Gedankens nur Schrott absondernd wie was f\u00fcr einen Schnitt sie denn gerade gefahren sind, und wie fertig sie gestern waren und morgen erst sein werden. Es ist alles so erb\u00e4rmlich, dass man weinen m\u00f6chte.<br \/>\nSie sind alle so uniform h\u00e4sslich, so unlebendig. Ich habe noch einen Radfahrer oder Radfahrerin gesehen, der oder die erotisch aussah, und das bei den hautengen Trikots. Radfahrer und Sex? Unvorstellbar. Der nat\u00fcrliche Feind des Radfahrers ist der Orgasmus. Wenn ich sie abends sehe, wie sie in das Nachtleben eintauchen, bis 21 Uhr, kommt befreiendes Lachen auf: wieder in Pulks, wieder uniform, in Jeans und Jack Wolfskin Jacken, gleiche Frisuren, unsicher lautes Gehampel, drauf achtend, dass blo\u00df keiner aus der Herde ausbricht.<br \/>\nIch habe unterwegs mal einen Einzelg\u00e4nger, der innerorts hinter der Herde zur\u00fcck geblieben war und deshalb in Panik geratend mir die Vorfahrt nehmen wollte, angeschnauzt: \u201eMach die Augen auf, Meister.\u201c<br \/>\nJedes Mitglied einer Streetgang wei\u00df, dass nach der Ansage \u201eMeister\u201c Kampfposition einzunehmen ist. Das ist ne klare Ansage. Unser Einzelg\u00e4nger jedoch geriet derart in Hektik, dass er nach einem Schlenker \u00fcber den Bordstein rumpelte. Hoffentlich ist sein Felge hin\u00fcber.<br \/>\nSch\u00f6nes Wochenende, liebe Leserinnen.<br \/>\nIch fahre auch Rad im Urlaub, jeden Tag. Aber f\u00fcr mich gilt nat\u00fcrlich <a href=\"http:\/\/www.bibel-online.net\/buch\/elberfelder_1905\/lukas\/18\/\">Lukas 18.<\/a>:<br \/>\n<em>\u201eO Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die \u00fcbrigen der Menschen, &#8230;.\u201c<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist eine faustdicke L\u00fcge, und das \u201enormalerweise\u201c weist auch daraufhin, dass eine in dem Zusammenhang getroffene Aussage a priori null und nichtig ist. 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