{"id":7696,"date":"2017-03-08T15:00:51","date_gmt":"2017-03-08T09:00:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=7696"},"modified":"2017-03-08T20:47:02","modified_gmt":"2017-03-08T14:47:02","slug":"08-03-2017-armut-hat-ein-gesicht-und-das-ist-weiblich-und-ich-mache-mich-nicht-laecherlich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=7696","title":{"rendered":"08.03.2017 \u2013 Armut hat ein Gesicht und das ist weiblich, und ich mache mich nicht l\u00e4cherlich."},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber 90 Prozent aller Alleinerziehenden sind weiblich und von denen sind fast 50 Prozent von Armut bedroht, in sozialen Brennpunkten \u00fcber 80 Prozent. Frauen verdienen 23 Prozent weniger als M\u00e4nner, in F\u00fchrungspositionen der Wirtschaft sind sie grotesk unterrepr\u00e4sentiert. Und in akademischen Genderzirkeln machen sich verbeamtete Gleichstellungsbeauftragte einen Kopf dar\u00fcber, wie viele Geschlechter es nun gibt. Das ist ein Witz.<br \/>\nSo \u00e4hnlich w\u00fcrde ich am heutigen Frauentag schreiben, w\u00e4re ich eine Frau. Bin ich aber nicht. Also schreibe ich obiges nicht. Nichts ist alberner als ein Mann, der sich zum Gralsh\u00fcter eines politischen und damit \u00f6konomisch grundierten Feminismus aufschwingt.<br \/>\nDie Causa wird aber dann zu einem Diskussionsgegenstand, wenn das verantwortliche Kollektiv der NETZ \u2013 Nieders\u00e4chsische Teilhabe Zeitung eine neue Ausgabe herausgeben will, in der das Thema Frauen-Armut eine Rolle spielen soll &#8211; und das Kollektiv besteht aus drei Mackern. Im Herbst soll die NETZ Nr. 5 auf den Markt kommen und neulich war erste Redaktionssitzung. Die drei Macker-Herausgeber sind miteinander befreundet und insofern finden die Sitzungen immer abends statt, unter Zuhilfenahme st\u00e4rkender Nahrung und geistiger Getr\u00e4nke, die Sitzungen sind immer extrem produktiv, aber selten rein themenzentriert und niemals scherzfrei.<br \/>\nEs ist eine komplett andere Arbeitsweise als in klassischen Jobzusammenh\u00e4ngen, in denen ich gro\u00df geworden bin.<br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/stempeluhr.jpg\" alt=\"stempeluhr\" width=\"945\" height=\"865\" class=\"alignleft size-full wp-image-7697\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/stempeluhr.jpg 945w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/stempeluhr-300x275.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/stempeluhr-768x703.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/stempeluhr-624x571.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><br \/>\n<em>Klassische Jobzusammenh\u00e4nge &#8211; mit Stempeluhr.<\/em><br \/>\nDie Sitzung pl\u00e4tscherte inhaltlich so vor sich hin, sieht man (!) mal von der Frauenfrage ab, die ja in Wahrheit eine M\u00e4nnerfrage ist. Ist aber auch kein Problem, wir holen eine Quotenfrau als Co-Herausgeberin ins Boot. Ansonsten ist die 5. Ausgabe einer Zeitung schon weitgehend Routine und die NETZ ist eine anerkannte sozialpolitische Stimme im Lande, die sowohl von Betroffenen akzeptiert wird als auch in Jobcentern ausliegt. Wohlfahrtsverb\u00e4nde und das Land sind jederzeit willig, das Projekt zu finanzieren, ohne das auch nur ansatzweise  Einfluss genommen wird,  bei uns kriegt jede Autorin Honorar und wenn wir Acquise betreiben w\u00fcrden, k\u00f6nnten wir via Anzeigen selbst ganz ordentlich was dran verdienen. Da wir alle aber genug Erwerbsarbeit am Hacken haben und nicht auf noch mehr Kohle angewiesen sind, lassen wir die NETZ so, wie sie ist: Ein bundesweit einmaliges Projekt. Auch die Tatsache, dass wir mit der Herbstausgabe direkt in den hiesigen Landtagswahlkampf intervenieren, riss uns emotional nicht vom Hocker. Klar, das Herz schl\u00e4gt links und unser aller Verachtung geh\u00f6rt der AfD und allen Rassisten, aber man soll so eine Zeitung und unsere Einflussm\u00f6glichkeiten nicht hochsterilisieren, sooo wichtig sind wir nun auch nicht.<br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/geht-noch-nach-30-Jahren-im-Keller-1024x768.jpg\" alt=\"geht noch - nach 30 Jahren im Keller\" width=\"625\" height=\"469\" class=\"alignleft size-large wp-image-7698\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/geht-noch-nach-30-Jahren-im-Keller-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/geht-noch-nach-30-Jahren-im-Keller-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/geht-noch-nach-30-Jahren-im-Keller-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/geht-noch-nach-30-Jahren-im-Keller-624x468.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/geht-noch-nach-30-Jahren-im-Keller.jpg 1063w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><br \/>\n<em>Die Stimmung kippte in dem Moment, wo ich meine unl\u00e4ngst nach 30 Jahren im Keller wiedergefundene Polaroidkamera pr\u00e4sentierte,<\/em> die auf Anhieb noch funktioniert. Es dauert eine geschlagene halbe Stunde, bis das Foto fixiert ist und man was erkennen kann, in gruseliger Qualit\u00e4t. Und jedes Foto kostet drei Euro. Aber dieses kollektive Warten darauf! Es war wie Kindergeburtstag und Karneval zusammen. Etwas war v\u00f6llig aus der Welt gefallen und wir waren Teil davon. Am Morgen danach dachte ich nicht an das grandiose NETZ Projekt, ich dachte an diese alberne verstaubte Polaroid. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber 90 Prozent aller Alleinerziehenden sind weiblich und von denen sind fast 50 Prozent von Armut bedroht, in sozialen Brennpunkten \u00fcber 80 Prozent. Frauen verdienen 23 Prozent weniger als M\u00e4nner, in F\u00fchrungspositionen der Wirtschaft sind sie grotesk unterrepr\u00e4sentiert. Und in akademischen Genderzirkeln machen sich verbeamtete Gleichstellungsbeauftragte einen Kopf dar\u00fcber, wie viele Geschlechter es nun gibt. 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