{"id":7927,"date":"2017-06-10T11:39:45","date_gmt":"2017-06-10T05:39:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=7927"},"modified":"2017-06-10T11:56:42","modified_gmt":"2017-06-10T05:56:42","slug":"10-06-2017-kunst-oekonomie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=7927","title":{"rendered":"10.06.2017 \u2013 Kunst &#038; \u00d6konomie"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/kindl-1.jpg\" alt=\"kindl\" width=\"1000\" height=\"953\" class=\"alignleft size-full wp-image-7934\" \/><br \/>\n<em>Ohne Untertitel geht in der Kunst gar nichts. Videoinstallation in der <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/kindl-brauerei-in-berlin-neukoelln-zentrum-fuer-zeitgenoessische-kunst-eroeffnet\/14722710.html\">Kindl<\/a> <\/em> Brauerei in Neuk\u00f6lln, ein Zentrum f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst. Ich liefere Ihnen hier mal die Phrase des Monats f\u00fcr den n\u00e4chsten Small Talk: <em>\u201eWaas?! Du kennst das Kindl in Neuk\u00f6lln nicht?! Das ist ein absolutes Must-have, wenn Du bei Avantgarde mitreden willst.\u201c<\/em> Das Kindl kennt garantiert keine Sau, ich hab\u2019s auch nur per Zufall beim Cruisen durch Neuk\u00f6lln entdeckt. Besuch lohnt sich.<br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/kindl2.jpg\" alt=\"kindl2\" width=\"1469\" height=\"1959\" class=\"alignleft size-full wp-image-7929\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/kindl2.jpg 1469w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/kindl2-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/kindl2-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/kindl2-624x832.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 1469px) 100vw, 1469px\" \/><br \/>\n<em>Kindl &#8211; altes Brauhaus, jetzt Cafeteria.<\/em><br \/>\n\u00dcberhaupt naht ein Sommer mit einem ph\u00e4nomenalen Angebot an Kunst: Documenta in Kassel, Skulpturenprojekt in M\u00fcnster, Maden in Germany in Hangover, und das ist nur der Mainstream. Bei aller Verrohung der Sitten und des Niedergangs der res publica: \u201eWir\u201c sind nach wie vor eine Kulturnation. Auch in der Kultur wie in der Bildung, im Wohnen, in der Gesundheit und im Geld eine tief gespaltene Gesellschaft, die immer mehr Menschen von der Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum ausschlie\u00dft, aber die BRD, um das ideologische \u201eWir\u201c mal au\u00dfen vor zu lassen, hat genug von allem f\u00fcr alle. Es gibt eine einfache Formel f\u00fcr eine bessere Gesellschaft: Umverteilung + mehr Teilhabe = mehr Gerechtigkeit.<br \/>\nUnd f\u00fcr K\u00fcnstler_innen angemessene Produktionsbedingungen schaffen. Abseits vom Ethik-Gesumse und Kultur-Blabla ist Kunst ein knallharter Wirtschaftsfaktor, es geht im Kampf um die High Potentials f\u00fcr jede Region darum, Kultur als Standortfaktor anzubieten.<br \/>\nAus aktuellem Anlass drucke (?) ich hier den Artikel \u201eSonderfall Kunstmarkt\u201c ab aus dem Katalog des Kunstprojektes \u201eArmut? Das ist doch keine Kunst!\u201c das 2013 begann. Den Materialband gibt es hier: <a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Materialband-Armut-Das-ist-doch-keine-Kunst.pdf\"rel=\"\">Materialband &#8211; Armut &#8211;  Das ist doch keine Kunst!<\/a><br \/>\n\u201eArmut? Das ist doch keine Kunst!\u201c ist das umfangreichste und nachhaltigste Projekt, das ich bisher organisiert habe. Es thematisiert den Zusammenhang von Kunst und \u00d6konomie. <\/p>\n<p><strong>Sonderfall Kunstmarkt <\/strong><br \/>\n<em>(aus: Katalog \u201eArmut? Das ist doch keine Kunst!\u201c, Hannover, 2013, Seite 18 \u2013 20)<\/em><br \/>\nJe mehr Wertsch\u00e4tzung sich die Kunst in Deutschland erfreut, desto prek\u00e4rer wird die Situation der K\u00fcnstler. Der Kunstmarkt spiegelt die allgemeine Situation in Deutschland wider, gr\u00f6\u00dfere Spaltung in \u201eoben\u201c und \u201eunten\u201c. Der Maler Gerhard Richter ist mit einem Verm\u00f6gen von ca. 200 Mio. Euro einer der 500 reichsten Deutschen. Auf der anderen Seite verdienen mit k\u00fcnstlerischer Arbeit 68 % aller Befragten weniger als 5.000 Euro im Jahr, der Mittelwert liegt bei 1.362 Euro, laut einer Umfrage des Bundesverbandes Bildender K\u00fcnstler und K\u00fcnstlerinnen (BBK) von 2011.<br \/>\nDabei besitzt Kunst einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert: 2007 hatten Museen und Ausstellungsh\u00e4user 133 Mio. Besucher. Im Vergleich: Die Bundesliga hatte gerade mal 17,5 Mio.<br \/>\nAbseits von Wertsch\u00e4tzung generiert der sogenannte Kreativsektor enorme Wertsch\u00f6pfung. Seine elf Branchen von Architektur \u00fcber Musik, Kunst, Film bis zu Software erzielten im gleichen Jahr 140 Mrd. Euro Umsatz mit 763.400 sozialversicherungspflichtigen Besch\u00e4ftigten. Die Landwirtschaft schaffte mit 42 Mrd. Euro noch nicht einmal ein Drittel.<br \/>\n164.555 sozialversicherte K\u00fcnstler gab es 2009 in Deutschland mit einem j\u00e4hrlichen Durchschnittsverdienst von 12.000 Euro . Davon waren ca. 75.000 bildende K\u00fcnstler, was f\u00fcr Hannover rechnerisch ca. 450 bedeutet. In die K\u00fcnstlersozialversicherung wird aber nur aufgenommen, wer mehr als 3.900 Euro im Jahr mit k\u00fcnstlerischer Arbeit verdient. Diese H\u00fcrde ist f\u00fcr viele zu hoch. Bei einem Highlight der hann\u00f6verschen Kunstszene, dem j\u00e4hrlichen Zinnober Kunstvolkslauf, werden K\u00fcnstler, die abseits der dort handels\u00fcblichen Postkarten und Poster ein \u201erichtiges\u201c Werk verkaufen, von Kollegen bestaunt wie wei\u00dfe Raben. Die teilnehmenden Galerien und Ateliers m\u00fcssen vielmehr noch Teilnahmegeb\u00fchren bezahlen. Angesichts des Marketingeffektes f\u00fcr die Stadt durch diesen Event eine eher irritierende Ma\u00dfnahme. Kunst und Kultur sind zunehmend wichtige Standortfaktoren im immer h\u00e4rterer werdenden Kampf um die eigene Attraktivit\u00e4t als Wirtschaftsstandort.<br \/>\nZitat: <em>\u201eDie Beliebtheit einer Stadt h\u00e4ngt nicht von ihrem Konsumangebot ab, sondern von ihren kulturellen Einrichtungen. Ein Unternehmen, so wenig ihm auch an Kultur gelegen sein mag, sch\u00e4tzt ihre Angebote als Standortfaktor und rechnet sich die Anerkennung, die die Stadt durch ihre Ausstrahlung genie\u00dft, als eigene Leistung an. Die Kultur macht die gute Adresse des Standorts, und die ist umso besser, je mehr die Stadt von sich reden macht.&#8220;<\/em><br \/>\naus: Hannelore Schlaffer: \u201eDie City. Stra\u00dfenleben in der geplanten Stadt\u201c, zu Klampen Verlag.<br \/>\nDas Buch sollte Pflichtlekt\u00fcre bei kommunalen Entscheidern und in den F\u00fchrungsetagen von Unternehmen werden.<br \/>\nEin Hund kostet bei Film und TV pro Drehtag 350 Euro, ein ausgebildeter T\u00e4nzer ist f\u00fcr 221 Euro zu haben. Da w\u00fcrde sich mancher gerne zum Affen machen. Die bringen es auf 1.500 Euro pro Drehtag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ohne Untertitel geht in der Kunst gar nichts. Videoinstallation in der Kindl Brauerei in Neuk\u00f6lln, ein Zentrum f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst. Ich liefere Ihnen hier mal die Phrase des Monats f\u00fcr den n\u00e4chsten Small Talk: \u201eWaas?! Du kennst das Kindl in Neuk\u00f6lln nicht?! 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