{"id":8044,"date":"2017-07-15T12:56:55","date_gmt":"2017-07-15T06:56:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=8044"},"modified":"2017-07-15T13:01:02","modified_gmt":"2017-07-15T07:01:02","slug":"15-07-2017-der-tanz-ums-goldene-kalb","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=8044","title":{"rendered":"15.07.2017 \u2013 Der Tanz ums goldene Kalb"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-17.jpg\" alt=\"Bild (17)\" width=\"1072\" height=\"719\" class=\"alignleft size-full wp-image-8045\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-17.jpg 1072w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-17-300x201.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-17-768x515.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-17-1024x687.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-17-624x419.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 1072px) 100vw, 1072px\" \/><br \/>\n<em>Kunstobjekt auf der EXPO 2000 in Hannover.<\/em> Es scheint sich &#8211; siehe H\u00f6rner &#8211; um eine Darstellung des Bullen zu handeln, der f\u00fcr eine Hausse beim Aktienhandel steht. F\u00fcr Baisse, also Flaute, Abschwung, steht der B\u00e4r. Vor den B\u00f6rsen der meisten wichtigen Handelspl\u00e4tze stehen Bulle &#038; B\u00e4r Skulpturen, eine vollkommen verschnarchte auch in Frankfurt. Ob diejenigen, die diese Symbolik gesetzt haben, sich \u00fcber deren hinterlistigen metaphorischen Gehalt im Klaren waren? Schlie\u00dflich geh\u00f6ren ausgewachsene Bullen zum Beuteschema von Pretadoren wie dem Grizzly. Die Krise frisst uns also letztlich alle. Ins Bild gesetzter Marxismus vor den B\u00f6rsen dieser Welt \u2013 find ich gut.<br \/>\nAn das goldene Kalb muss ich im Zusammenhang mit dem vermutlich aufgekl\u00e4rten Diebstahl der 100 kg Goldm\u00fcnze aus dem Berliner Bode-Museum denken. Eine 100 kg Goldm\u00fcnze ohne jeden ironisch gebrochenen Hintergedanken zu pr\u00e4gen, empfinde ich als perversen Kotau vor dem Fetisch \u201eGeld\u201c. Dass tausende Besucher solche M\u00fcnzen (davon wurden mehrere gepr\u00e4gt) bei Ausstellungen bewundern, ist an platter \u201eTanz ums Goldenen Kalb\u201c Symbolik nicht zu \u00fcberbieten. Die biblische Geschichte ging \u00fcbrigens nicht gut aus. Unter anderem stiftete Moses im Zusammenhang mit der <a href=\"https:\/\/www.bibelwissenschaft.de\/wibilex\/das-bibellexikon\/lexikon\/sachwort\/anzeigen\/details\/goldenes-kalb\/ch\/8c06010134760260790c2e4da4aa0279\/\">Zerst\u00f6rung des Kalbes<\/a> die Leviten an, 3.000 Israeliten zu erschlagen.<br \/>\nAlso hat es mich klammheimlich gefreut, dass die M\u00fcnze geklaut wurde. Robin Hood und so, k\u00fcnstlerischer Akt mit befreiender antikapitalistischer Wirkung. Gefreut hat mich auch, dass die T\u00e4ter aus meinem Berliner Kiez, Neuk\u00f6lln, kamen. Die kommen direkt vom K\u00f6rnerpark, einer zauberhaften Location, an der ich gerne mal f\u00fcr ein Jahr abh\u00e4ngen w\u00fcrde. Das f\u00e4rbt doch auf einen ab: \u201eDu, da wo ich wohne, da klauen sie 100 kg Goldm\u00fcnzen.\u201c Da kommt man sich ja fast vor wie ein Gangsta-Rapper. Yo digga, cool mon.<br \/>\nGed\u00e4mpft wurde meine Freude durch die Tatsache, dass die T\u00e4ter vermutlich aus arabischen Clan-Zusammenh\u00e4ngen stammen. Ich verfalle nicht angesichts des Diebstahls in einen \u201eAusweisen\u201c Reflex\u201c, dazu sitzt mein Vorbehalt gegen\u00fcber dem Prinzip \u201eKapitalismus\u201c zu tief. Allerdings bin ich beinharter Anh\u00e4nger der Werte der Aufkl\u00e4rung, deren Kern ziemlich pr\u00e4zise im Artikel 3 des GG beschrieben ist:<br \/>\n<em>\u201e\u2026 (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religi\u00f6sen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.\u201c<\/em><br \/>\nAntisemitismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Homophobie haben also in unserer Gesellschaft keinen Platz. Was das in letzter Konsequenz hei\u00dfen sollte, n\u00e4mlich bei massiven und nachhaltigem Versto\u00df gegen diesbez\u00fcgliche Straftatbest\u00e4nde, dar\u00fcber sollten sich auch Linke intensiver einen Kopf machen als bisher. Parallelgesellschaften sind nicht akzeptabel. Nein, das ist kein rechter Kampfbegriff. Nat\u00fcrlich gibt es Parallel-Gesellschaften in unserem Staat. Die zwei Gr\u00f6\u00dften hei\u00dfen: Arm und Reich.<br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-16.jpg\" alt=\"Bild (16)\" width=\"1068\" height=\"715\" class=\"alignleft size-full wp-image-8046\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-16.jpg 1068w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-16-300x201.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-16-768x514.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-16-1024x686.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-16-624x418.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 1068px) 100vw, 1068px\" \/><br \/>\n<em>EXPO 2000 \u2013 auch parallel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kunstobjekt auf der EXPO 2000 in Hannover. Es scheint sich &#8211; siehe H\u00f6rner &#8211; um eine Darstellung des Bullen zu handeln, der f\u00fcr eine Hausse beim Aktienhandel steht. F\u00fcr Baisse, also Flaute, Abschwung, steht der B\u00e4r. Vor den B\u00f6rsen der meisten wichtigen Handelspl\u00e4tze stehen Bulle &#038; B\u00e4r Skulpturen, eine vollkommen verschnarchte auch in Frankfurt. 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