{"id":8435,"date":"2017-11-26T15:54:43","date_gmt":"2017-11-26T09:54:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=8435"},"modified":"2017-11-26T16:01:32","modified_gmt":"2017-11-26T10:01:32","slug":"26-11-2017-so-viel-bin-ich-mir-wert-mein-weg-in-ein-eigenes-leben-in-16-modulen-modul-1-wahrnehmung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=8435","title":{"rendered":"26.11.2017 \u2013 \u201eSo viel bin ich mir wert! Mein Weg in ein eigenes Leben in 16 Modulen. Modul 1: Wahrnehmung.\u201c"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/plakat-699x1024.jpg\" alt=\"plakat\" width=\"625\" height=\"916\" class=\"aligncenter size-large wp-image-8436\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/plakat-699x1024.jpg 699w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/plakat-205x300.jpg 205w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/plakat-768x1126.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/plakat-624x915.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/plakat.jpg 953w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><br \/>\n<em>Auch eine Art von Wahrnehmung. Das Plakat h\u00e4ngt seit Jahren im Hausflur, ich guck da vermutlich sechsmal am Tag drauf, nehme es aber nicht mehr wahr.<\/em> Gestern brachte mir ein DHL-Bote ein Paket, sah das Plakat und fing laut und lange an zu lachen, er freute sich derma\u00dfen ansteckend, dass ich am Ende mitlachen musste.<br \/>\nWas lernen wir aus dieser kleinen Geschichte, liebe Leserinnen, wenn wir uns auf den Weg in ein eigenes Leben machen? Unsere Existenz gr\u00fcndet auf einer Kette von Wahrnehmungen. Wenn wir uns unser Selbst und unserer Welt gewahr werden wollen, m\u00fcssen wir wahrnehmen. Der erste Schritt auf dem Weg in ein eigenes Leben beginnt mit \u201eWahrnehmung\u201c. Die gilt es zu trainieren und schon sind wir im praktischen Teil unseres kleinen Ratgebers. Wir fangen nicht mit der K\u00f6nigsdisziplin der Wahrnehmung an, der Selbstwahrnehmung. Nicht, dass uns am Beginn der Reise da jemand begegnet, den wir nicht leiden k\u00f6nnen.<br \/>\nEin Scherz, wir haben uns alle lieb. Das ist das erste Gebot. Zu den 6 anderen obersten Geboten auf unserer Reise kommen wir sp\u00e4ter. Der Scherz soll nur darauf hinweisen, dass es hier nicht allzu bierernst zugehen soll.<br \/>\nWir fangen in kleinen Trippelschritten an, mit der Schulung der Au\u00dfenwahrnehmung. Wie nehmen wir die Welt wahr, die uns t\u00e4glich umgibt, und wie gehen wir mit dieser Wahrnehmung um? Meistens achtlos, aber das k\u00f6nnen wir uns abtrainieren. Jede von Ihnen hat irgendetwas allt\u00e4gliches in der Welt da drau\u00dfen, was sie anzieht, abst\u00f6\u00dft, irritiert, st\u00f6rt, erfreut, w\u00fctend macht \u2026Werbeplakate, \u00fcberquellende Abfallbeh\u00e4lter, Spatzen, Sonnenunterg\u00e4nge, r\u00f6hrende Autos, Schaufenster mit Schmuck, Speisekarten vor Lokalen, was auch immer. Machen Sie von diesen sich wiederholenden Gegenst\u00e4nden eine Serie von Fotos mit Ihrem Smartphone (entsprechend dem Prinzip der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Serielle_Kunst\">seriellen Kunst<\/a>). Und beobachten Sie, was das mit Ihrer Wahrnehmung macht.<br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/telefonzelle-768x1024.jpg\" alt=\"telefonzelle\" width=\"625\" height=\"833\" class=\"aligncenter size-large wp-image-8437\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/telefonzelle-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/telefonzelle-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/telefonzelle-624x832.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/telefonzelle.jpg 825w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><br \/>\n<em>Mein Gegenstand zur Zeit: Telefonzellen.<\/em> Hier in Berlin am U-Bahnhof Sonnenallee. Dort bat mich vor einiger Zeit jemand mit einer Behinderung, ihm M\u00fcnzen in einen Schein zu wechseln. Er zog sich mit dem Schein in die Telefonzelle zur\u00fcck, legte sich auf der Leiste unter dem Apparat eine Linie Koks und zog die mit dem eingewechselten Schein durch die Nase. Das war f\u00fcr ihn wohl so am bequemsten, weil er sich kaum b\u00fccken konnte. Seitdem sehe ich die ohnehin verschwindenden Telefonzellen, die eh Artefakte einer untergegangenen analogen Zeit sind, mit anderen Augen. Und fotografiere sie. Das trainiert die Wahrnehmung meines bevorzugten Soziotops, der urban-prek\u00e4r-subkulturellen Szenen.<br \/>\nEnde von Modul 1. Irgendwann gibt es mehr. Wenn ich das Ganze nicht in einen Bestseller verwurste. Oder f\u00fcr Grete Tofu, dem Pendant von Hans Wurst: vergem\u00fcse.<br \/>\nNachtrag zum Plakat oben: Der Auftritt war eine vierst\u00fcndige Legende im alternativen <a href=\"http:\/\/raum2.landbit.de\/\">raum 2<\/a>.  Wir spielten auf Abendkasse. Reinerl\u00f6s nach Abzug von Fahrt- und anderen Kosten: 2 Euro. Das Geldst\u00fcck liegt heute noch in meinem Regal. Ich brauchte drei Tage, um mich von dem Auftritt zu erholen. Danach h\u00e4ngte ich meine Karriere als Subkultur-Kabarettist an den Nagel.<br \/>\nEine Frage der ehrlichen Selbst-Wahrnehmung. Charmanten Start in die Woche, liebe Leserinnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch eine Art von Wahrnehmung. Das Plakat h\u00e4ngt seit Jahren im Hausflur, ich guck da vermutlich sechsmal am Tag drauf, nehme es aber nicht mehr wahr. Gestern brachte mir ein DHL-Bote ein Paket, sah das Plakat und fing laut und lange an zu lachen, er freute sich derma\u00dfen ansteckend, dass ich am Ende mitlachen musste. 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