{"id":8925,"date":"2018-04-22T13:36:02","date_gmt":"2018-04-22T07:36:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=8925"},"modified":"2018-04-22T14:13:38","modified_gmt":"2018-04-22T08:13:38","slug":"22-04-2018-waere-rechthaben-olympische-disziplin-haette-ich-schon-ein-dutzend-goldmedaillen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=8925","title":{"rendered":"22.04.2018 \u2013 W\u00e4re Rechthaben olympische Disziplin, h\u00e4tte ich schon ein Dutzend Goldmedaillen."},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/mit-blick-auf-die-akropolis-1024x768.jpg\" alt=\"mit-blick-auf-die-akropolis\" width=\"625\" height=\"469\" class=\"aligncenter size-large wp-image-8926\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/mit-blick-auf-die-akropolis-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/mit-blick-auf-die-akropolis-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/mit-blick-auf-die-akropolis-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/mit-blick-auf-die-akropolis-624x468.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/mit-blick-auf-die-akropolis.jpg 1100w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><br \/>\nBlick auf die Akropolis. Dieses Nizza-Foto vom Park hinter dem <a href=\"https:\/\/www.provence-info.de\/sehenswuerdigkeiten\/mamac-nizza\/\">Mamac<\/a> ist zweifellos drollig. Soviel Selbstbewusstsein, einen derartig gruseligen Betonklotz \u201eAcropolis\u201c zu nennen, muss man erstmal haben. Auf dem ja auch in fr\u00f6hlicher Kumpanei der Blick des Betonkopfes harrt. Bei dessen Anblick mich ein Blitz der Erinnerung durchzuckte.<br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/halz.jpg\" alt=\"halz\" width=\"651\" height=\"933\" class=\"aligncenter size-full wp-image-8927\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/halz.jpg 651w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/halz-209x300.jpg 209w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/halz-624x894.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 651px) 100vw, 651px\" \/><br \/>\n<em>Den Betonkopf hatte ich 2003 schon einmal auf der Titelseite der <a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/HALZ-Nr.-1.pdf\"rel=\"\">HALZ Nr. 1<\/a> platziert<\/em>, als Symbol f\u00fcr einen Widerstand, der so hart wie Beton sein soll.<br \/>\n2003 hatte ich, gemeinsam mit Anderen, das Projekt HALZ \u2013 Hann\u00f6versche ArbeitsLosen Zeitung ins Leben gerufen, als direkte und intervenierende Antwort auf die Agenda 2010. Die HALZ sollte Erwerbslose zum Widerstand gegen die Agenda 2010 mobilisieren. Sozialer Widerstand braucht viele Voraussetzungen, um wirksam zu werden, da reicht die verbindende Idee allein nicht, es braucht unter anderem auch Medien, zur Verbreitung, als Kristallisations- und Identifikationszentrum und als M\u00f6glichkeit selber &#8211; schreibend &#8211; aktiv zu werden. Die HALZ war ein Versuch. Das klappte auch ganz gut, viele Erwerbslose machten mit, und verteilten das Blatt mit Aktionen vor dem Arbeitsamt.<br \/>\nDie Finanzierung der HALZ war ein Brachialakt. Da die IG Metall als Facharbeiterverein f\u00fcr Kernbelegschaften sich f\u00fcr die Interessen von Prek\u00e4ren und Erwerblosen einen feuchten Kehricht interessierte, musste ich als Delegierter \u201emeine\u201c IG Metall regelrecht mit Insiderwissen erpressen, um bei denen Kohle daf\u00fcr locker zu machen. Da die IG Metall damals teilweise noch eine Ansammlung von stalinistischen Betonk\u00f6pfen war, hat mir das mitunter regelrechten Hass von denen eingetragen. F\u00fcr den Streetfighter in mir war diese Konflikt-Inszenierung ein regelrechtes Gabelfr\u00fchst\u00fcck, dessen einzelne G\u00e4nge mein Performance-Herz h\u00f6herschlagen lie\u00df. Als Gewerkschafter hatte ich f\u00fcr das Verhalten der eigenen Organisation nur Verachtung \u00fcbrig. Das Projekt hatte ich im Rahmen eines Jobs bei der damaligen Werkstatt Hannover initiiert, eine SPD Filzveranstaltung, die selbst f\u00fcr hann\u00f6versche Verh\u00e4ltnisse derartig zum Himmel stank, dass es in der Folge zu Prozessen und Abwicklung des Ladens kam.<br \/>\nMit was man so alles kontaminiert wird, wenn man sich gemein macht &#8230;.<br \/>\nWas mir als notorischem Rechthaber gef\u00e4llt an der HALZ oben, ist die Trefferquote meiner Einsch\u00e4tzung der Gewinner und Verlierer der Agenda 2010. Bei der Konjunktur habe ich komplett danebengelegen, bei der Arbeitslosigkeit, insofern als die offizielle Quote gesunken ist. Betrachtet man Arbeitslosigkeit unter dem Aspekt der prek\u00e4ren, nicht Existenzsichernden Besch\u00e4ftigung, die seitdem regelrecht explodiert ist, habe ich auch da recht behalten. Was die SPD und alles andere angeht: jeweils ins Schwarze. (Die Wahl 2006 wurde auf 2005 vorgezogen und leitete den schleichenden Untergang der SPD ein).<br \/>\nW\u00e4re Rechthaben olympische Disziplin, h\u00e4tte ich schon ein Dutzend Goldmedaillen.<br \/>\nDrauf geschissen.<br \/>\nEinige von den Leuten, die an dem Projekt mitgearbeitet haben, sind mittlerweile tot. Und daran war mitunter Arbeitslosigkeit und Ausgrenzung mit Schuld. Arme M\u00e4nner sterben 11 Jahre fr\u00fcher als ihre normalsituierten Geschlechtsgenossen. Arme Frauen ca. 7 Jahre, wer f\u00fcr die Aufzucht der Brut verantwortlich ist, muss widerstandsf\u00e4higer sein.<br \/>\n<em>Wahrlich, wahrlich, ich sage Euch, es wird kommen der Tag des Zorns, und er wird hinwegfegen die, die Not und Elend \u00fcber die Welt gebracht haben. <\/em><br \/>\nFragt sich blo\u00df, wer danach ans Ruder kommt.<br \/>\nDie Musik zum Zorn kommt heuer von Verdi, und nein, das ist nicht die Gewerkschaft. Es ist das Requiem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZDFFHaz9GsY\">\u201eDies irae\u201c<\/a> Tag des Zorns).<br \/>\nDas St\u00fcck steht l\u00e4sst schon das Nahen der Moderne ahnen. Mir naht ein weiterer heiterer Sommertag.<br \/>\nDen ich Ihnen, gesch\u00e4tzte Leserinnen, auch w\u00fcnsche.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blick auf die Akropolis. Dieses Nizza-Foto vom Park hinter dem Mamac ist zweifellos drollig. Soviel Selbstbewusstsein, einen derartig gruseligen Betonklotz \u201eAcropolis\u201c zu nennen, muss man erstmal haben. Auf dem ja auch in fr\u00f6hlicher Kumpanei der Blick des Betonkopfes harrt. Bei dessen Anblick mich ein Blitz der Erinnerung durchzuckte. 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