{"id":9129,"date":"2018-06-15T12:16:53","date_gmt":"2018-06-15T06:16:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=9129"},"modified":"2018-06-15T12:17:59","modified_gmt":"2018-06-15T06:17:59","slug":"14-06-2018-die-fussball-wm-hat-begonnen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=9129","title":{"rendered":"14.06.2018 \u2013 Die Fu\u00dfball WM hat begonnen."},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/verdammte-technik.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/verdammte-technik-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"469\" class=\"alignnone size-large wp-image-9130\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/verdammte-technik-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/verdammte-technik-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/verdammte-technik-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/verdammte-technik-624x468.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Verdammte Technik<\/em><br \/>\nVorlesung an der Uni \u00fcber \u201eBerliner Adressen &#8211; Soziale Topographie und urbaner Realismus\u201c vom Berkeley-Emeritus Hinrich C. Seeba.<br \/>\nIm Berliner Roman zwischen 1885 und 1906 spielen Adressen eine zentrale Rolle bei der gesellschaftskritischen Strukturierung des Geschehens. Dabei fiel der proletarische Osten unter den Tisch. Das assimilierte gro\u00dfb\u00fcrgerliche Judentum mied das ostj\u00fcdische konservative Stedl-Milieu im Berliner Scheunenviertel, wo es nur ging. Der j\u00fcdische Philosoph Walter Benjamin kannte den Osten der Stadt nur von Postkarten. Die Mauer zwischen Ost und West gab es also schon damals, in K\u00f6pfen.<br \/>\nIch fand die Vorlesung von Seeba \u00fcber diesen urbanen Realismus, ausgehend von Fontane, sehr anregend. Zwei Dinge fand ich jenseits des Inhalts bemerkenswert: Berkeley und Stadtindianer.<br \/>\nSeeba war mit der Technik des Headsets etwas \u00fcberfordert. Die Erkl\u00e4rung: Zust\u00e4nde wie in Deutschland, wo es ohne Technik bei Vorlesungen mit \u00fcber 150 H\u00f6rerinnen nicht geht, gibt es in Berkeley nicht. Er hatte in seinen Veranstaltungen maximal 20,30 Studierende.<br \/>\nBerkeley ist eine Elite-Uni mit einem Etat von mehreren Milliarden Euro per Anno. Ein Jahr Berkeley kostet eine Studentin bis zu 40.000 Euro allein an Studiengeb\u00fchren.<br \/>\nIn Niedersachsen fallen zurzeit keine Studiengeb\u00fchren an.<br \/>\nRegelrecht hellh\u00f6rig wurde ich, als Seeba im Zusammenhang mit der Figur des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flaneur\">Flaneurs<\/a>, die ja von Walter Benjamin so famos gew\u00fcrdigt wurde, davon sprach, dass sich Individuen den urbanen Raum wie Stadtindianer eroberten. Ein Begriff, mit dem die jungen H\u00fcpferinnen in der Vorlesung definitiv nichts anfangen konnten und selbst viele Alk-Achtundsechziger \u00fcberfordert sind. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stadtindianer\">Stadtindianer<\/a> waren marginaler Teil der Spontibewegung in Deutschland. Ich wei\u00df nicht, wieso Seeba ausgerechnet auf diesen Begriff verfiel. Waltete da noch etwas in seinem Unterbewusstsein? Und wenn ja, was? Seeba, warst auch Du ein Stadtindianer? Ich hatte mich damals mit ein paar Kumpels in der Richtung zusammengetan.  Es war \u00fcber alle Ma\u00dfen peinlich im R\u00fcckblick (wir trafen uns in einem Uni Raum \u2026) und nur durch den Genuss von illegalen Drogen zu erkl\u00e4ren und ich tue hiermit \u00f6ffentlich Abbitte! Mea maxima culpa!<br \/>\nAber Seeba war mir von der Sekunde an \u00fcber alle Ma\u00dfen sympathisch. Ich stellte mir vor, wie er n\u00e4chtens mit Pfeil und Bogen \u00fcber den Campus von Berkeley schweift, schwerst vollgekifft. \u00b4<br \/>\nSeeba, komm bald wieder. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verdammte Technik Vorlesung an der Uni \u00fcber \u201eBerliner Adressen &#8211; Soziale Topographie und urbaner Realismus\u201c vom Berkeley-Emeritus Hinrich C. Seeba. 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