{"id":9171,"date":"2018-06-24T13:58:26","date_gmt":"2018-06-24T07:58:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=9171"},"modified":"2018-06-24T16:02:54","modified_gmt":"2018-06-24T10:02:54","slug":"25-06-2018-veraenderungen-im-denken-sofort-zum-arzt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=9171","title":{"rendered":"24.06.2018 \u2013 Ver\u00e4nderungen im Denken? Sofort zum Arzt!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/ver\u00e4ndertes-denken.gif\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/ver\u00e4ndertes-denken-1024x228.gif\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"139\" class=\"alignnone size-large wp-image-9172\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/ver\u00e4ndertes-denken-1024x228.gif 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/ver\u00e4ndertes-denken-300x67.gif 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/ver\u00e4ndertes-denken-768x171.gif 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/ver\u00e4ndertes-denken-624x139.gif 624w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Ver\u00e4nderungen im Denken? Sofort zum Arzt!<\/em><br \/>\nAnzeige in der Berliner U-Bahn. Man kann eine Gro\u00dfstadt auch wie eine Zeitung lesen: Graffitis, Plakate, Anzeigen im \u00f6ffentlichen Raum, all das ergibt im Montageprinzip ein quasi subkutanes Bild der Stadt, jenseits von Internetblogs und Reisef\u00fchrern, falls es die \u00fcberhaupt noch gibt.<br \/>\nMenschen mit Reisef\u00fchrern vor dem Gesicht statt eines Smartphones sind mittlerweile verhaltensauff\u00e4llig. Vollkommen aus dem \u00f6ffentlichen Raum verschwunden ist der Anblick von Menschen, die im Wind mit dem Entfalten von Falk-Stadtpl\u00e4nen k\u00e4mpfen. Da m\u00fcsste man mal ein nostalgisches Video dr\u00fcber drehen, \u00fcber diesen Kampf mit den Windm\u00fchlenfl\u00fcgeln und am Ende fragt der v\u00f6llig entnervte Protagonist eine Passantin, wo es denn hier langgeht. Die nat\u00fcrlich, wie in Berlin \u00fcblich, auch nicht von hier ist. Woraus sich eine zauberhafte Liebesgeschichte entwickelt. Mit Google Maps fehlt mir f\u00fcr sowas die &#8211; digitale &#8211; Phantasie.<br \/>\nFalk-Pl\u00e4ne und andere Artefakte der analogen Zeit sterben einen langsamen ungesungenen Tod. Irgendwann packt man sie einfach nicht mehr ein und erinnert sich Jahre sp\u00e4ter, so wie ich jetzt, zuf\u00e4llig wehm\u00fctig an dieses Monstrum. Wobei sowas nat\u00fcrlich auch zwischendurch am\u00fcsant-gelehrt in Feuilletons gew\u00fcrdigt wird. Ein anderer Akt war der Transport der Schreibmaschine in den Keller, das hatte was von einer spektakul\u00e4ren Beerdigung. Es hat dann noch Jahrzehnte gedauert, bis ich meine alte Adler vom Keller auf den Sperrm\u00fcll entsorgte.<br \/>\nVer\u00e4nderungen, wo man hinblickt. Ver\u00e4nderungen technologischer Art liebt der Deutsche nicht nur, er erfindet sie auch massenhaft selbst. Spielerisch-z\u00e4rtlich eignet er sich neue Technologien gierig an. Widerwilliges Draufeinlassen ist der Ausnahmefall. Ich bin so ein Fall, nach dem Motto \u201eAgenda\u201c (lat.: \u201e<em>Was (halt) getan werden muss\u201c<\/em>). Grunds\u00e4tzliche Technologie-Verweigerer gelten als schrullig und unterliegen schnell dem Pathologie-Verdacht.<br \/>\nAnders geht der Germane mit Ver\u00e4nderungen im Denken um. Das liebt er nicht nur \u00fcberhaupt nicht, er hasst es regelrecht. Ver\u00e4nderungen im Denken unterliegen dem gemeinen Germanen schnell dem Pathologie-Verdacht.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/die-ber\u00fcherin.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/die-ber\u00fcherin-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"833\" class=\"alignnone size-large wp-image-9173\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/die-ber\u00fcherin-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/die-ber\u00fcherin-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/die-ber\u00fcherin-624x832.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/die-ber\u00fcherin.jpg 825w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\nDa liest er lieber Lebenshilfe-Ratgeber, begibt sich in eine Selbsthilfegruppe, fragt die Sterne, die liebe G\u00f6ttin, Tetrahydrocannabinol, Allehol oder treibt Sport. (Weitergehende Beitr\u00e4ge \u00fcber Selbstoptimierung als Religionsersatz entnehmen Sie bitte den Feuilletons der letzten 20 Jahre).<br \/>\nInsofern ergibt die Anzeige der Charit\u00e9 oben einen ganz tiefen Sinn, nachdem ich im ersten Moment einen Lachanfall kriegte, naiv-emp\u00f6rt in mich hineinfragte:<br \/>\n<em>\u201eJa, wo sind wir denn, wenn wir \u00fcber Ver\u00e4nderungen im eigenen Denken schon klinische Studien machen, zur Validierung vom Verdacht auf krankhafte Abweichung vom Normalverhalten!?\u201c<\/em><br \/>\nIch Tor. Die scheinbar verungl\u00fcckte Formulierung der Anzeige spiegelt den von mir geschilderten Stand der vorherrschenden gesellschaftlichen Perspektive auf das Denken wider.<br \/>\nNichts steht ohne Grund geschrieben, schon gar die Menetekel an der Wand.<br \/>\nDie in dem Fall die Decke der Berliner U 7 Richtung Neuk\u00f6lln war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ver\u00e4nderungen im Denken? Sofort zum Arzt! 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