{"id":9286,"date":"2018-07-22T16:42:54","date_gmt":"2018-07-22T10:42:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=9286"},"modified":"2018-07-22T16:47:48","modified_gmt":"2018-07-22T10:47:48","slug":"22-07-2018-im-exil-debakel-und-fiasko","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=9286","title":{"rendered":"22.07.2018 \u2013 Im Exil Debakel und Fiasko"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180722_120035_resized.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180722_120035_resized-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"833\" class=\"alignnone size-large wp-image-9287\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180722_120035_resized-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180722_120035_resized-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180722_120035_resized-624x832.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180722_120035_resized.jpg 774w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Dipladenie. Sch\u00f6nheit im Kleinen.<\/em><br \/>\nIm Exil Debakel und Fiasko. Das h\u00e4tten zum Bespiel Walter Benjamin und zahlreiche andere Exilanten aus Nazideutschland als Fazit ihrer Vertreibung aus dem Land ihrer Muttersprache ziehen k\u00f6nnen. Die allerwenigsten landeten wie der gro\u00dfb\u00fcrgerliche Literaturnobelpreistr\u00e4ger Thomas Mann in einer Villa in Malibu und mit einer Gastprofessur in Princeton. Dem linken  oder j\u00fcdischen Exilanten wurde in der Fremde selten Kr\u00e4nze geflochten und im Falle von Walter Benjamin \u2013 und vielen anderen \u2013 <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!521530\/\">endete das Ganze t\u00f6dlich<\/a>.<br \/>\n\u201eIm Exil\u201c, \u201eDebakel\u201c und \u201eFiasko\u201c sind in unserem Falle allerdings drei Kneipen in Hannovers Szenekiez Linden, an denen ich Gestern vorbei radelte und die drei erstmals zusammendachte. Kein Verlust bisher, warum soll ich mir in meinem Alter noch Gedanken \u00fcber Kneipen machen. Da mein Dauerthema seit einiger Zeit in diesem Blog aber der anschwellende Abschied vom Goldenen Zeitalter der Vernunft und der Aufkl\u00e4rung ist, ein Abschied, der als Epoche sich nicht zuf\u00e4llig an den Abschied vom Goldenen Zeitalter des Kapitalismus in den 70ern und 80ern anschlie\u00dft, fiel mir diese d\u00fcster grundierte Namensgebung einfach mal auf. Ich bin es gewohnt, gesellschaftlichen Wandel, Modernisierungssch\u00fcbe, Bewusstseinsver\u00e4nderungen vor allem und erstmal in der Sph\u00e4re des Privaten, Intimen und des Alltags zu registrieren und nicht so sehr in der gro\u00dfen Ebene einer normativen, weitausholenden Ideologiekritik zu wandern. Das endet meist unoriginell.<br \/>\nSind solche Kneipennamen vorausahnende Menetekel an der Wand der Kneipenkultur, wie ja \u00fcberhaupt die feineren Sensoren f\u00fcr Wandel in der Kultur verortet sind? Na ja, sollten sein. Heute kannste die Kulturprotagonisten doch eh meist in die Tonne kloppen.<br \/>\nAndere Namen von Kneipen umme Ecke sind selbsterkl\u00e4rend: Lindwurm (h\u00f6rt sich nach Mittelalterkaspern an, gruselig), IhmeRauschen (trendy, in sowas w\u00fcrde ich allein wegen der Rechtschreibung niemals gehen), Eliseneck (da ist die Zeit stehen geblieben) .<br \/>\nIch hatte vor Zeiten in diesem Blog mal \u00fcber die psychoanalytische Funktion von Kneipen r\u00e4soniert, die f\u00fcr nicht zu Ende geborene M\u00e4nner eines bestimmten Habitus und ab einem bestimmten Alter eine Art Flucht back to the Uterus bedeuten: Dunkelheit, Geborgenheit, st\u00e4ndiger Strom von Lebenss\u00e4ften\u2026Nun sollte hier ein eher soziologischer Exkurs \u00fcber die Funktion der Namensgebung von Kneipen im allgemeinen gesellschaftlichen Wandel erfolgen.<br \/>\nDrau\u00dfen aber scheint die Sonne, es sind 96 \u00b0 in the shade und ich pflege lieber meine individuellen Fluchten aus dem gro\u00dfen Ganzen vulgo Kladderadatsch.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180722_102519_resized.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180722_102519_resized-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"469\" class=\"alignnone size-large wp-image-9288\" srcset=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180722_102519_resized-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180722_102519_resized-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180722_102519_resized-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180722_102519_resized-624x468.jpg 624w, http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180722_102519_resized.jpg 1032w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Kleine individuelle Fluchten mit Tendenz zur Regression, w\u00e4hrend von rechts sich dunkle Schatten der Ver\u00e4nderung \u00fcber die Idylle schieben.<\/em><br \/>\nAb an den Kiesteich. Nichts denken, nichts reden, nichts wahrnehmen.<br \/>\nSchattige Woche w\u00fcnsche ich Ihnen, liebe Leserinnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dipladenie. Sch\u00f6nheit im Kleinen. Im Exil Debakel und Fiasko. Das h\u00e4tten zum Bespiel Walter Benjamin und zahlreiche andere Exilanten aus Nazideutschland als Fazit ihrer Vertreibung aus dem Land ihrer Muttersprache ziehen k\u00f6nnen. Die allerwenigsten landeten wie der gro\u00dfb\u00fcrgerliche Literaturnobelpreistr\u00e4ger Thomas Mann in einer Villa in Malibu und mit einer Gastprofessur in Princeton. 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