{"id":10069,"date":"2019-04-28T15:00:37","date_gmt":"2019-04-28T09:00:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=10069"},"modified":"2019-04-29T13:33:09","modified_gmt":"2019-04-29T07:33:09","slug":"28-04-2018-staatsfeinde-ueberall-staatsfeinde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=10069","title":{"rendered":"28.04.2018 \u2013 Staatsfeinde, \u00fcberall Staatsfeinde."},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/kaltmiete-11-euro.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/kaltmiete-11-euro-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"469\" class=\"alignnone size-large wp-image-10070\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/kaltmiete-11-euro-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/kaltmiete-11-euro-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/kaltmiete-11-euro-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/kaltmiete-11-euro-624x468.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>11 Euro Kaltmiete\/qm.<\/em> Bei mir umme Ecke. Das Verwunderliche ist nicht der Preis, sondern die Tatsache, dass es ein <em>Angebot<\/em> in Form eines Aushangs gibt. Der Regelfall ist das Gesuch, also die <em>Nachfrage<\/em>.<br \/>\nIch habe hier vor 20 Jahren umgerechnet ca. 1,50 Euro bezahlt, bei einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft. Das war zwar eine Schlichtwohnung, allerdings mit Garten. Selbst wenn die Gesellschaft in der Zwischenzeit modernisiert und das auf die Miete umgelegt h\u00e4tte, inklusive einer f\u00fcr kommunale Wohnungsbaugesellschaften handels\u00fcblichen Mietangleichung, w\u00fcrde ich jetzt vermutlich keine 5 Euro pro Quadratmeter zahlen, wenn ich noch Mieter w\u00e4re.<br \/>\nKommunale Wohnungsbaugesellschaft, Wohnungsgenossenschaft, private Vermieterin oder b\u00f6rsennotierter Wohnungskonzern wie Deutsche Wohnen: die Tatsache, wo man oder frau zur Miete wohnt, macht heutzutage den Unterschied aus, ob man oder frau nach Abzug der Kosten der Unterkunft unter die Armutsgrenze rutscht. Wohnen ist die zentrale soziale Frage und wird es absehbar bleiben.<br \/>\nDie Tatsache, dass der Reichtum auf der anderen Seite in unserem Land regelrecht explodiert, ist zu einem gro\u00dfen Teil auf den Wertzuwachs bei Immobilien zur\u00fcckzuf\u00fchren. Jede 70. Deutsche ist Verm\u00f6gensmillion\u00e4rin. Das bezieht sich nur auf mobiles Verm\u00f6gen, sprich Aktien, Anlageverm\u00f6gen, Gespartes, Bares, Gold, etc., also ohne Immobilien. Deren Verkauf oder Vermietung bildet die Basis f\u00fcr einen horrenden Zuwachs des mobilen Verm\u00f6gens, neben Gewinnen aus Anlageverm\u00f6gen,Unternehmensgewinnen und Steuerhinterziehung.<br \/>\nDieser Prozess bildet die Grundlage des Kapitalismus, an der nicht ger\u00fcttelt werden darf. Die Eigentumsfrage, also unter welchen Umst\u00e4nden wer wie enteignet werden kann, darf unter keinen Umst\u00e4nden gestellt werden. Das wird sie allerdings in Sachen \u201eWohnen\u201c, wo sich Initiativen zur Enteignung von gro\u00dfen profitorientierten Wohnungsbaugesellschaften breitmachen, aus der Not geboren. 1,2 Millionen Menschen sind wohnungslos und wer heute eine Wohnung in st\u00e4dtischen Ballungsr\u00e4umen sucht, hat schnell ein existentielles Problem an der Backe. Das ist sozialer Sprengstoff.<br \/>\nWer trotzdem Enteignungen fordert, ist ein Staatsfeind.  Zumindest hat man diesen Eindruck, wenn man das mediale Trommelfeuer beobachtet, dass die Medien derzeit gegen Enteignungen er\u00f6ffnen. Das Kapital in Gestalt der Verleger und Medienbesitzer hat seine Agenten und Kettenhunde von der Leine gelassen, in Form von wadenbei\u00dfenden Redakteurinnen, die alles ankl\u00e4ffen, was nach Enteignung riecht. Daf\u00fcr braucht\u2019s keinen Erlass des Chefredakt\u00f6rs, das macht die eigene Existenzangst von selber, dass da gegen alle Moral und Vernunft gekl\u00e4fft wird, dass einem ganz albern wird, wenn man diesen gedruckten M\u00fcll liest.<br \/>\nIm Grundgesetz steht im Artikel 15: \u201eGrund und Boden, Natursch\u00e4tze und Produktionsmittel k\u00f6nnen zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausma\u00df der Entsch\u00e4digung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft \u00fcberf\u00fchrt werden.\u201c<br \/>\nDieser Artikel geh\u00f6rt zu den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grundrechte_(Deutschland)\">Grundrechten im Grundgesetz<\/a>, sie sind als sogenanntes Derivat der Menschenw\u00fcrde (Art. 1 GG) definiert, weshalb sie einen gewissen Ewigkeitsschutz genie\u00dfen, soweit ihr \u201eMenschenw\u00fcrdekern\u201c betroffen ist.  Und wer wollte bestreiten, dass Wohnen, eine abgeschlossene Wohnung zur eigenen Verf\u00fcgung, ein Menschenrecht darstellt, dessen massenhafte Verweigerung eine Verletzung des Kerns der Menschenw\u00fcrde darstellt.<br \/>\nWer wie die FDP die Abschaffung dieses Artikels fordert, steht damit also nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes. Insofern ist die FDP eine verfassungsfeindliche Organisation und geh\u00f6rt vom Verfassungsschutz \u00fcberwacht.<br \/>\nDas, teure Freunde, sind die wahren Staatsfeinde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>11 Euro Kaltmiete\/qm. Bei mir umme Ecke. Das Verwunderliche ist nicht der Preis, sondern die Tatsache, dass es ein Angebot in Form eines Aushangs gibt. Der Regelfall ist das Gesuch, also die Nachfrage. Ich habe hier vor 20 Jahren umgerechnet ca. 1,50 Euro bezahlt, bei einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft. 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