{"id":10261,"date":"2019-07-17T12:22:20","date_gmt":"2019-07-17T06:22:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=10261"},"modified":"2019-07-18T13:23:50","modified_gmt":"2019-07-18T07:23:50","slug":"15-07-2019-ein-gespenst-geht-um-in-europa-das-gespenst-des-feminismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=10261","title":{"rendered":"17.07.2019 \u2013 Ein Gespenst geht um in Europa: das Gespenst des Feminismus"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/190629Berlin-005.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/190629Berlin-005-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"469\" class=\"alignnone size-large wp-image-10262\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/190629Berlin-005-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/190629Berlin-005-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/190629Berlin-005-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/190629Berlin-005-624x468.jpg 624w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/190629Berlin-005.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Zwei Jungen beim Damespiel, Henri Matisse, Berggruen-Museum Berlin.<\/em><br \/>\nEin Gespenst geht um in Europa: das Gespenst des Feminismus. Mit diesem Fanfarensto\u00df nach Art des Hauses Marx beginnt ein Raimund Krupinski seinen Leserbrief, der in der HAZ am 16.07.2019 ver\u00f6ffentlicht wurde, um danach die Unversch\u00e4mt der Weiber anzuprangern, die so dreist sind, wenigstens einen kleinen Teil vom Kuchen einzufordern. Krupinski hat offensichtlich mittlere Reife und das l\u00e4sst er die HAZ-Leserinnen auch sp\u00fcren, als er die Verantwortung der Weiber f\u00fcr s\u00e4mtliches Unbill der Weltgeschichte zitiert:<br \/>\n<em>\u201eHat nicht Salome den Kopf des Johannes gefordert, Kleopatra die r\u00f6mischen Legionen aufeinandergehetzt, Lady Macbeth ihren Mann zu blutiger Mordtat angestachelt und nicht zuletzt Margret Thatcher ihre Soldaten gegen Argentinien in den Krieg geschickt?\u201c<\/em><br \/>\nAbgesehen davon, dass das mit Salome eine Legende ist, Bibel Ged\u00f6ns halt, war es ein Mann, n\u00e4mlich Herodes, der Johannes k\u00f6pfen lie\u00df. Den K\u00f6nigsmord an Duncan beging ein Mann, eben Macbeth, und f\u00fcr die Kriege um und in \u00c4gypten waren M\u00e4nner verantwortlich, C\u00e4sar und Marcus Antonius. Das mit Margret Thatcher ist korrekt.<br \/>\nH\u00e4tte Krupinski zumindest Dreiviertelbildung, w\u00fcsste er, dass in der Originalversion des Salome-Mythos die Rolle der Salome ein Mann einnahm, n\u00e4mlich ein r\u00f6mischer Lustknabe, zu dessen Begehren ein Mann, ein r\u00f6mischer Konsul, einen Gefangenen erschlagen lie\u00df. Das wurde Jahre sp\u00e4ter in die Rolle einer Frau umgedichtet. Von einem Mann, dem r\u00f6mischen Geschichtsschreiber Titus Livius.<br \/>\nDie Figur der Salome wurde wie kaum eine andere Frauenfigur sp\u00e4ter in der Kunstgeschichte zu einem weiblichen Archetyp inszeniert, den m\u00e4nnermordenden, mit bedrohlich-verschlingender Sexualit\u00e4t ausgestatteten Vamp. Es waren alles M\u00e4nner, die ihre abgr\u00fcndigen Obsessionen und Projektionen an der nie existiert habenden Salome austobten, wie der von mir ansonsten hoch adorierte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Enthauptung_Johannes_des_T%C3%A4ufers_(Caravaggio)#\/media\/Datei:CaravaggioSalomeMadrid.jpg\">Caravaggio<\/a>, von dem aktuell ein Werk im Barbarini-Museum in Kotsdam zu besichtigen ist. (Mit einem Motiv, dass ich mir auf mein T-Shirt drucken lasse: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Narziss#\/media\/File:Michelangelo_Caravaggio_065.jpg\">Der Narziss.<\/a>)<br \/>\nUnser wackerer Raimund Krupinski, dem wohl leider eins seiner zwei B\u00fccher Zuhause auf den Kopf gefallen ist, kriegt, und das muss ihm der Neid lassen, literarisch gesehen ad\u00e4quat die Schlusskurve seines Leserbriefes und endet in einem regelrechten Finale furioso:<br \/>\n<em>\u201e \u2026 Die Welt w\u00e4re eine bessere, wenn die Frauen das Sagen h\u00e4tten, sagen die Frauen. Ja, zumindest die Klimakatastrophe w\u00e4re uns erspart geblieben. Denn wir w\u00fcrden immer noch in kalten, unbeheizten H\u00f6hlen hausen, weil Rad und Feuer noch nicht erfunden w\u00e4ren\u2026\u201c<\/em><br \/>\nHier l\u00e4hmt Ergriffenheit vor einem solchen \u00dcberma\u00df an D\u00e4m(!)lichkeit meine Feder. Da f\u00e4llt mir nichts zu ein und so halte ich es mit dem Leserbriefschreiber Thomas Weiler am gleichen Tag, der die Ehre der M\u00e4nner rettet mit der vollkommen berechtigten Frage: \u201eAber vielleicht wird uns so langsam klar, dass das \u201eExperiment Mensch\u201c seinem Ende entgegengeht?\u201c<br \/>\nDas Experiment Mann auf jeden Fall.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Jungen beim Damespiel, Henri Matisse, Berggruen-Museum Berlin. Ein Gespenst geht um in Europa: das Gespenst des Feminismus. 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