{"id":10266,"date":"2019-07-19T13:37:33","date_gmt":"2019-07-19T07:37:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=10266"},"modified":"2019-07-19T19:55:35","modified_gmt":"2019-07-19T13:55:35","slug":"19-07-2019-warum-arbeiten-wir-oder-der-schluessel-zum-erfolg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=10266","title":{"rendered":"19.07.2019 \u2013 Warum arbeiten wir oder: Der Schl\u00fcssel zum Erfolg!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Nekro-Titelseite.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Nekro-Titelseite-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"833\" class=\"alignnone size-large wp-image-10267\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Nekro-Titelseite-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Nekro-Titelseite-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Nekro-Titelseite-624x832.jpg 624w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Nekro-Titelseite.jpg 774w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>NEKRO &#8211; Das Magazin f\u00fcr die Generation Gehhilfe.<\/em> Einziger Inhalt: Ich.<br \/>\nDas Geburtstagsgeschenk eines gesch\u00e4tzten Freundes und Kollegen, was mich \u00fcberaus erfreute, auch wenn ich in Bild und Wort darin zu 99 % schlecht aussehe (Andersherum w\u00e4re es eine Hagiographie und monstr\u00f6s peinlich und besagter Freund &#038; Kollege ist ein Titan an gutem Geschmack, also \u2026)<br \/>\nProfessionell eine Zeitung mit mehreren Ausgaben in nennenswerter Auflage, sp\u00fcrbarem Erfolg, guter Qualit\u00e4t und politischer Relevanz herauszugeben ist ein Haufen Arbeit. Das habe ich zweimal in meinem Leben gemacht. Diese Arbeit schmeichelte unter anderem auch der eigenen Eitelkeit, ein Motiv, das f\u00fcr Erwerbsarbeit mittlerweile anerkannt, aber noch untersch\u00e4tzt wird.<br \/>\nAllerdings habe ich noch keine Zeitung herausgegeben, derem Inhalt dem der NEKRO entsprach. Ich muss meinem Affen ja nicht zus\u00e4tzlich Zucker geben&#8230;<br \/>\nZwar sagt heute kein Mensch mehr, oder h\u00f6chstens noch Gewerkschafter, wobei hier die m\u00e4nnliche Form bewusst und zu Recht steht: \u201eEs geht mir nur um die Sache.\u201c Geht es nie, es ist immer auch pers\u00f6nlich. Aber die Befriedigung von Eitelkeiten wird in Zusammenhang mit Arbeit gerne noch unter dem Deckmantel \u201eSinnhaftigkeit\u201c versteckt. Arbeit soll Sinn machen und befriedigend sein, dann unterliegt ihre Erf\u00fcllung einem intrinsischen Motiv, also aus sich heraus. 90 % aller Arbeit wird aus extrinsischem Motiv ausgef\u00fchrt, also unter dem Druck der Verh\u00e4ltnisse: Kohle.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hochmut\">Eitelkeit als Superbia in Verbindung mit Hochmut und Stolz<\/a> ist die erste der Tods\u00fcnden der katholischen Kirche, sie wird Frauen eher zugestanden als M\u00e4nner, was ich f\u00fcr diskriminierend halte und auch eher zugeschrieben, was ich f\u00fcr falsch halte. Man schaue sich nur M\u00e4nner in Diskussionen bei Veranstaltungen an, wie oft m\u00f6chte ich aufstehen und einfach laut und grell intervenieren: Kikeriki, wenn die H\u00e4hne wieder ihr Gefieder plustern. Ich habe irgendwann gemerkt, dass M\u00e4nner bei Aus\u00fcbung von Eitelkeit im \u00f6ffentlichen Raum sehr peinlich aussehen und mir auch aus diesem Grund ein ger\u00fcttelt Ma\u00df an Selbstironie angew\u00f6hnt, denn nat\u00fcrlich bin auch ich eitel. Und es nimmt der Peinlichkeit einiges an Spitze, wenn man vor sich selbst und anderen dazu steht und dar\u00fcber lachen kann.<br \/>\nIch halte es mit dem legend\u00e4ren <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/George_Bryan_Brummell\">Dandy George Bryan Brummell<\/a>, dessen Diktum lautet: Verbringe den Vormittag vor dem Spiegel, aber wenn Du das Haus verl\u00e4sst, darf Dir das niemand ansehen. Beim zeitgen\u00f6ssischen Dandy muss es hierbei auch immer um innere Haltungen und Ansichten gehen.<br \/>\nDie Sicht auf Eitelkeit ist zwar ambivalenter geworden und das etwas altfr\u00e4nkisch klingende Qualit\u00e4ts-Urteil \u201esuperb\u201c hat ja nicht umsonst die Bedeutung \u201evorz\u00fcglich\u201c, trotz des inkriminierten Wortstammes. Aber nach wie vor ist Eitelkeit ein Karrierehemmnis. Ich kenne mehrere Beispiele, wo Kollegen trotz ausgewiesener Kompetenz, Flei\u00df und excellenter Arbeit keine Karriere machen, weil sie da ihre Eitelkeit wie eine Monstranz vor sich hertragen, wo Demut angezeigt w\u00e4re. Das kommt in der Modebranche vielleicht gut an, aber nicht in meinen Zusammenh\u00e4ngen. Womit explizit nicht die Kulturproduktion gemeint ist, da ist mitunter 24st\u00fcndiges H\u00e4hnekr\u00e4hen ein Schl\u00fcssel zum Erfolg.<br \/>\nBliebt die Frage: Wann schl\u00e4gt Eitelkeit um in den Verlust von Scham? Scham ist konstituierend f\u00fcr das Funktionieren unsere Gesellschaft. Die Tatsache, dass unsere Gesellschaft als zunehmend verbl\u00f6det und irrsinnig bezeichnet werden muss, h\u00e4ngt damit zusammen, dass sie zunehmend schamlos ist.<br \/>\nEins ist mal sicher:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/adorno.gif\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/adorno-1024x655.gif\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"400\" class=\"alignnone size-large wp-image-10268\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/adorno-1024x655.gif 1024w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/adorno-300x192.gif 300w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/adorno-768x492.gif 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/adorno-624x399.gif 624w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Der Verlust der Scham geht der Verbl\u00f6dung voraus.<\/em> NEKRO Nr. 1, Seite 18.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NEKRO &#8211; Das Magazin f\u00fcr die Generation Gehhilfe. 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