{"id":11099,"date":"2020-06-20T13:54:16","date_gmt":"2020-06-20T07:54:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=11099"},"modified":"2020-06-20T15:05:14","modified_gmt":"2020-06-20T09:05:14","slug":"20-06-2020-auch-ich-weine-ein-paar-traenen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=11099","title":{"rendered":"20.06.2020 \u2013 Auch ich weine ein paar Tr\u00e4nen."},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200620_090435_resized.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200620_090435_resized-829x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"772\" class=\"alignnone size-large wp-image-11100\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200620_090435_resized-829x1024.jpg 829w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200620_090435_resized-243x300.jpg 243w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200620_090435_resized-768x949.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200620_090435_resized-624x771.jpg 624w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200620_090435_resized.jpg 1163w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>SCHUPPEN 68 Performance Ostern 1992 \u2013 Stadtmagazin Sch\u00e4delspalter.<\/em><br \/>\nIch bin ein Kind der Generation \u201eStadtmagazine\u201c. Als sich &#8211; gef\u00fchlt kurz nach den Iden des vorigen Jahrtausends \u2013 Subkultur auch als kommerziell durchsetzungsf\u00e4higes Ph\u00e4nomen etablierte mit all ihren Konzerten, Ausstellungen, Performances, Selbsthilfegruppen, politischen Zirkeln, schossen Stadtmagazine aus dem Boden wie Pilze nach dem warmen Regen. Stadtmagazin-Lekt\u00fcre war Pflichtlekt\u00fcre Sie f\u00fchrten einem die grellbunte Palette aller Kulturm\u00f6glichkeiten jenseits des Mainstreams vor. Es kostete einen Abend, das alles anzukreuzen, was einen anschrie: Komm zu mir! Nimm mich!<br \/>\nWovon im Zweifel knapp 10 Prozent realisiert wurden. F\u00fcr mich war es aber auch der einzige Ort, an dem angemessen die durchgeknallten Aktionen des SCHUPPEN 68 regelm\u00e4\u00dfig ver\u00f6ffentlicht wurden, denn, aufgemerkt, liebe Kinder:<br \/>\nEs gab damals noch kein Internet als Massenkommunikationsmittel!<br \/>\nLuxuri\u00f6s war man drauf, wenn man seine Veranstaltungshinweise faxen konnte. Sonst per Brief, ich buchstabiere: B-r-i-e-f. Au\u00dferdem konnte man bei den diversen Preisausschreiben Karten f\u00fcr Konzerte gewinnen, die man sonst eher nicht aufgesucht h\u00e4tte, was eindeutig eine Erweiterung des Horizontes bewirkte.<br \/>\nTempi passati.<br \/>\nIch wei\u00df nur deshalb, dass es in Hangover noch Stadtmagazine gibt, weil ich vor vielen Jahren ein paar Artikel f\u00fcr eines schrieb und seitdem jeden Monat ein kostenloses (Beleg?)-Exemplar im Briefkasten habe. Wie die so auf ihren Schnitt kommen, ist mir ein R\u00e4tsel. Kein R\u00e4tsel ist mir dagegen der <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/zitty-stadtmagazin-aus-berlin-eingestellt-ein-verlust-fuer-die-hauptstadt-a-6441dffa-57bd-452c-a2b7-1e5e067b4b74\">Tod des links-alternativen Berliner Magazins Zitty<\/a>, das ich mir in den letzten Jahren regelm\u00e4\u00dfig gekauft habe, um zu wissen, wie viele Hunderte einmaliger Veranstaltungen ich diesen Monat wieder vers\u00e4umen w\u00fcrde.<br \/>\nDie Gr\u00fcnde sind offensichtlich: Printmedien auf dem R\u00fcckzug, Internet dominiert, nachwachsende Generationen nutzen soziale Medien als Information, Kultur ver\u00e4ndert sich, Unterschiede zwischen Subkultur und Mainstream verwischen sich und Corona gibt der Kultur den Rest, samt Stadtmagazinen.<br \/>\nRelikte einer aussterbenden Generation sagen beim Abschied leise Servus.<br \/>\nSch\u00f6n die teils wehm\u00fctigen Leserinnen-Kommentare in dem ausnahmsweise guten Spiegel Artikel oben, und auch pr\u00e4zise wie dieser hier:<br \/>\n<em>\u201eEs ist 1990 ja nicht nur die DDR verschwunden, sondern auch West-Berlin mit seinen Biotopen und Refugien f\u00fcr die schr\u00e4gsten und eigenwilligsten Pfl\u00e4nzchen. Und Zitty war ein Teil davon. Ich weine dem Magazin ein paar Tr\u00e4nen nach. Es wird mir fehlen.\u201c<\/em><br \/>\nIn dem hann\u00f6verschen Magazin, das ich \u2013 siehe oben \u2013 regelm\u00e4\u00dfig im Briefkasten vorfinde, f\u00fchrt der Herausgeber jedes Mal auf der letzten Seite ein Interview mit dem hiesigen MP, Stephan Weil (SPD), einer Leuchte des Frohsinns und radikaler Filosof sondergleichen.<br \/>\nAuch ich weine ein paar Tr\u00e4nen.<br \/>\nAber nur kurz, s\u2019ist Sommer! Wie reimten wir damals so subkulturell-provokativ:<br \/>\n<em>Der Himmel scheint, die Sonne lacht,<br \/>\ndas hat die SED gemacht.<\/em><br \/>\nSonniges Wochenende, liebe Leserinnen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>SCHUPPEN 68 Performance Ostern 1992 \u2013 Stadtmagazin Sch\u00e4delspalter. Ich bin ein Kind der Generation \u201eStadtmagazine\u201c. 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